Thron, der

[588] Der Thron, des -es, plur. die -e, im biblischen Sinne, -en, ein feyerlicher erhabener Sitz, so fern er das feyerliche Unterscheidungsmerkmahl der fürstlichen, besonders aber der königlichen und kaiserlichen Würde ist. Auf dem Throne sitzend Audienz geben. Der König zu Ninive stund auf von seinem Thron, Jon. 3, 6. In weiterer Bedeutung wird es auch von erhabenen Sitzen geringerer Personen bey feyerlichen Gelegenheiten, z.B. eines Statthalters, Bischofes u.s.f. gebraucht. Figürlich bedeutet es sehr häufig obrigkeitliche Würde und Gewalt, wo es von der kaiserlichen, königlichen und päpstlichen Würde am gewöhnlichsten ist, von der fürstlichen seltener, und von einer geringern gar nicht gebraucht wird. S. auch Stuhl. Den Thron besteigen, auf den Thron gelangen. Sich auf den Thron schwingen. Jemanden von dem Throne stoßen, ihn auf den Thron setzen. Seinen Thron befestigen. Einem Könige auf dem Throne nachfolgen oder folgen. Im dem neuen Testamente werden gute Engel höherer Art einige Mahle Thronen genannt, vermuthlich, so fern sie vor den andern mit vorzüglicher Würde und Gewalt bekleidet sind.

Anm. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen kommt dieses Wort zuerst vor, wo es aber von der Kirche gebraucht wird. Die ältern Schriftsteller bedienen sich dafür anderer Ausdrücke; der alte Übersetzer Isidors Hochsetli, Kero und Notker Staol, und Willeram Herstuol. Es ist also aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Lat. Thronus in die Deutsche Sprache aufgenommen worden. Der Plural Thronen ist bloß biblisch.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 588.
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