Dynamomaschine

468. Dynamomaschine.
468. Dynamomaschine.

[474] Dynamomaschine, kurz Dynamo, im weitern Sinne jede Maschine zur Erzeugung von elektr. Strom durch mechan. Arbeit, im engern Sinne nur die nach dem Dynamoprinzip (s.d.) konstruierten Maschinen. 1832 konstruierten Dal Negro und Pixii die ersten Maschinen, bei denen der elektr. Strom in Drahtspulen erzeugt wird, die auf Weicheisenkerne gewickelt sind und den Polen eines Magneten abwechselnd genähert und von ihnen entfernt werden, wobei es gleichgültig ist, ob die Spulen oder die Magnetpole bewegt werden. Dieses abwechselnde Nähern und Entfernen der Spulen gegenüber den Magnetpolen erzeugt zunächst in den Spulenkernen eine Änderung (Stärkung und Schwächung) des magnetischen Zustandes, wodurch in den Spulen selbst Induktionsströme entstehen, die gesammelt und nach der Leitung abgeführt werden. Nach demselben Prinzip wie die Maschine von Pixii waren die ersten eigentlichen Großmaschinen von Nollet (1849) und von Holmes (1856) mit 50 und mehr Polen gebaut. Solche Großmaschinen wurden vielfach zur Lichterzeugung für Leuchttürme, für nächtliche Bauarbeiten u.a. benutzt, wie die Maschine der Pariser Compagnie L'Alliance (1859). Dem Anker, d.h. der Gesamtheit der stromerzeugenden Spulen (früher auch Induktor genannt), hatte schon 1847 Elias die Form des Ringankers gegeben, bei dem die Spulen auf einem Ring aus Weicheisen angeordnet sind, der sich vor den Polen vorbeidreht. Die wesentlichste Verbesserung der D. brachte die Anwendung des Dynamoprinzips. Abb. 468 zeigt die Wirkungsweise einer D. Die Elektromagnete n und s werden durch die vom Strom umflossenen Spulen erregt, wodurch zwischen ihnen ein magnetisches Kraftfeld entsteht, dessen Kraftlinien durch Punktierung angedeutet sind. Der Anker a, aus einem mit Spulen umwickelten lamellierten Eisenring bestehend, wird durch einen Motor gedreht, wodurch in den bei den Magneten n und s vorbeieilenden Spulen elektr. Ströme induziert werden, welche auf Schleifringe übergehen, von denen sie durch die Schleifbürsten p abgenommen und der Stromleitung zugeführt werden.

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 474.
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