Most

[218] Most, der unter der Kelter abfließende Saft der Weintrauben, mit 12-30 Proz. Zucker: Vorwein, der zuerst, Preßwein, der unter stärkerm Druck abfließende, und Tresterwein, der aus den Rückständen gepreßte Saft. Durch die Gärung verwandelt sich der M. in Wein. Sie zerfällt in zwei Perioden: die erste ist stürmisch mit starker Kohlensäureentwicklung, und der M. heißt danach Krätzer, Rauscher, Stürmer oder Sauser (Suser); die zweite verläuft ruhig, und der milchig-trübe M. heißt danach Federweiß. Im ungegorenen Zustande ist der M. Bestandteil der Mostsenfe (Mostrich); durch Einkochen und Neutralisieren seiner Säuren wird aus ihm Mostsirup gewonnen. In Süddeutschland und der Schweiz ist M. auch s.v.w. Zider (s.d.).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 218.
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