Batist

[461] Batist nennt man ein ungemein seines, dichtes, weißes leinenes Zeug, welches die meiste Aehnlichkeit mit der Leinwand hat[461] Die feinste und beste Sorte wird in Frankreich verfertigt, wozu man sich des schönsten und weißesten Flachses, bekannt unter dem Namen Ramé (ramé) bedient. Die Erfindung dieses Stoffes stammt aus Flandern, wo sie im 13. Jahrhundert von einem gewissen Baptist Chambray zuerst gewebt wurde, woher sich auch der Name Batist oder Kammertuch (toile de Chambray) schreibt. Der englische Batist (Bastard) ist von einer weit geringern Qualität, wie schon der Name beweist, und enthält viel Baumwolle. So verfertigt man auch in der Schweiz, in Böhmen und Schlesien eine Art Batist, die jedoch nichts weiter ist als ein veredelter Linon oder Chambray (siehe diese Artikel). Der gute französische Batist wird zu eleganten Taschentüchern, Männerhalstüchern, Jabots an Hemden, seinen Nachtmützen, zum Blumenmachen und zu ganzen Damenkleidern verwendet. Den rohen oder ungebleichten Batist benutzt man zu Hüten, Sonnenschirmen, Morgenüberröcken und Kleidern. Viele wollen den Ursprung des Batistes aus Indien herleiten, von der dorther kommenden außerordentlich seinen Leinwand, die daselbst den Namen Bastas trägt.

L. M.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 1. Leipzig 1834, S. 461-462.
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