Johanna de Jesu (87)

[203] 87Johanna de Jesu, (26. Aug.), mit dem Familiennamen Stewich, wurde im J. 1576 zu Gent in Flandern als die Tochter hochansehnlicher Eltern geboren. Aus Liebe zum geistlichen Stande ließ sich Johanna frühzeitig in den dritten Orden des hl. Franciscus aufnehmen und trat dann in das Kloster zu St. Jakob in Gent. In der Stadt Limburg erhielt sie auf Verwenden des P. Marchant von der Princessin Francisca de Gavre, Wittwe des Marquis von Malaspina, ein Haus zur Errichtung eines Klosters, das sie mit vier Gefährtinnen bezog. Der Ruf ihres gottseligen Lebens verbreitete sich bald durchs ganze Land und zog viele Jungfrauen der angesehensten Familien an, die um Aufnahme in die fromme Gesellschaft baten. Nach zurückgelegtem Probejahr er neuerten die Jungfrauen ihr Gelübde und nahmen den Namen »Recollectinnen« an, weil sie durch die abgeschlossene Betrachtung sich mit ihrem gekreuzigten Bräutigam vereinigen wollten. Im J. 1626 wurde Johanna nach Philippeville oder, wie Andere sagen, nach Brüssel berufen. Der neue Orden blühte unter Gottes Schirm sichtbar auf, und es entstanden alsbald Häuser zu Gent, Lüttich, Namur, auch Geertsbergen, und in anderen Orten. Nachdem die geistliche Mutter 25 Jahre lang unermüdet für ihr Werk gearbeitet und 13 Klöster errichtet hatte, starb sie am 26. August 1648, an welchem [203] Tage sie auch im Kalender des 3. Ordens erwähnt wird. Ihr Leichnam wurde in die gemeinsame Begräbnißstätte zu Limburg gebracht. (Sz.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 3. Augsburg 1869, S. 203-204.
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