Lucia a Guastalla (35)

[888] 35Lucia a Guastalla, (8. Aug.). Diese eifrige Dienerin Gottes wurde nach dem Bullarium der Capuciner (Bd. 2) geboren zu Reggio211 in Oberitalien am 29. oder 30. Sept. 1603 und erhielt in der hl. Taufe wahrscheinlich den Namen Doralice. Ihr Vater Johannes Ferrarius und ihre Mutter Victoria Lucina waren fromme und sehr angesehene Eheleute. Bis in ihr 30. Jahr führte sie im Hause ihrer Eltern das Leben einer heiligen Jungfrau. Am 28. Jan. 1634 trat sie in ihrer Vaterstadt Reggio in das dortige Capucinerkloster, wo die dritte Regel des hl. Franciscus beobachtet wurde. Allein Lucia trachtete nach noch höherer Vollkommenheit; daher verließ sie später mit Erlaubniß ihrer Vorgesetzten dieses Kloster sowie auch ihre Vaterstadt, und wanderte mit einer Genossin nach der benachbarten Stadt Guastalla, wo sie ein Capucinerinnen-Kloster nach der ersten strengen Regel der hl. Clara einrichtete. Sie hatte dabei viele Schwierigkeiten zu überwinden; allein ihr Gottvertrauen verließ sie nie. Später gründete sie noch mehrere Klöster der Capucinerinnen, so im J. 1663 zu Treviso (Taravisium), im J. 1664 zu Mantua, 1668 zu Venedig, 1674 zu Como (Novocomum) etc. Endlich in ihrem hohen Alter sollte sie auch noch zu Parma auf Verlangen der Herzoge ein neues Capucinerinnenklöster gründen. Kaum war sie aber dort angelangt, so starb sie, bald 79 Jahre alt, am 8. Aug. 1682 im Hospiz der hl. Flora im Rufe der Heiligkeit. (J. M. R.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 3. Augsburg 1869, S. 888.
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