Armenus lapis

[106] Armenus lapis.

Armenus lapis sive Lapis Armenius, sive Melochites, frantzösisch, Pierre Armenienne, teutsch der Armenier oder Armenianische Stein, ist ein Stein von unterschiedener Gestalt und Grösse, doch insgemein rund, ungleich, höckerig, so groß als eine Haselnuß, blau, grün und weiß unter einander gemischt und gläntzend. Vor diesem kam er aus Armenien, daher er auch diesen Namen hat erhalten: anjetzo aber wird er auch in Teutschland gefunden, z.E. in der Grafschaft Tyrol. Von dem Lasurstein, lat. Lapis lazuli, ist er darinne unterschieden, daß er nicht so gar blau siehet, und mehr Quartz oder Unreinigkeiten bey sich führet, wie ingleichen, daß er in den Silberschachten wächset, dahingegen der andere in den Goldgruben gefunden wird. Der die höheste Farbe hat, ist auszusuchen.

Der Armenische Stein wird gerieben, und wie der Lasurstein gewaschen, damit der Quartz davon komme, wie auch der gläntzende Sand, welcher wie Goldflämmlein siehet; hernach wird er getrocknet und unter dem Titel, frantzösisch, Cendre verte, Verd de terre, lateinisch, Cœruleum montanum. teutsch, Bergblau, verkauffet. Die Mahler brauchen dasselbige.

Der prepärirte Armenierstein reiniget und trocknet, wann er äusserlich gebrauchet wird: innerlich wird er auch gebrauchet die Melancholey und Aberwitz zu vertreiben, wie ingleichen wider die schwere Noth. Die dosis ist von einem bis auf vier Scrupel.

Quelle:
Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721., Sp. 106.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: