Thora

Thora major.
Thora major.

[1131] Thora.

Thora folia Cyclaminis, J. B.

Thora Valdensis, Clus. Pan.

Tora venenata, Ges. Jun.

Herba thora, Guil.

Aconitum pardalianches, seu Thora major, C. B.

Ranunculus Cyclaminis folio Asphodeli radice, Pit. Tournef.

Phthora Valdensium, Ad. Lob.

teutsch, Wolffswurtz.

Ist eine Gattung Hanenfuß, oder ein Kraut, das aus seiner Wurtzel zwey oder drey fast gäntzlich runde Blätter treibet, die denen am Cyclamen, ähnlich sehen, wiewohl sie noch einmahl so groß und an dem Rande ausgezackt, voll Adern und steiff sind: sie sitzen auf kurtzen Stielen. Zwischen denenselbigen erhebet sich ein Stengel, etwa eines halben Schuhes hoch, der in der Mitten mit einem oder ein Paar Blättern besetzet ist, die denen untersten gleich sehen, doch haben sie gar keine Stiele. Die Blüten wachsen auf des Stengels Spitze; jedwede bestehet aus vier gelben Blättern, in Rösleinform. Wann dieselbige vergangen ist, so kot eine rundlichte Frucht hervor, in welcher wie auf einem Köpflein ein Hauffen platte Samen dichte bey einander sitzen. Die Wurtzel bestehet aus kleinen Rüben, wie die an dem Asphodelus. Dieses Kraut wächst auf den hohen Gebürgen. Es führet viel scharff und corrosivisches Saltz und Oel. Der Saft wird zu Vergiftung der Pfeile und anderer Gewehre gebrauchet, mit denen die Wölffe, Füchse und andere schädliche Thiere getödtet[1131] werden. Wegen solches ihres Giftes wird sie gar nicht zur Artzeney gebrauchet.

Thora kommt von φϑόρα, corruptio, Verderb, weil dieses Kraut gar giftig ist.

Quelle:
Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721., Sp. 1131-1132.
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