[183] Mit kühnem Mut aus seinem Bett
Schwingt sich der Turner Hoppenstedt.
[183] Schon ist das Hantelpaar bereit
Zu frisch-fromm-freier Tätigkeit.
Der Bizeps wird zuerst geübt,
Er, der dem Arm die Spannkraft gibt.
Einseitig aber ist der Mann,
Der's nicht mit beiden Händen kann.
[184]
Stramm sei der Nacken, daß man trage
Das Vollgewicht in kühner Wage.
Besonders auch versäumt er nie
Des Beines Muskelenergie.[185]
Derweil sitzt unten beim Kaffee
Herr Meck und deutet in die Höh'.
Es wächst die Kraft. – Doch unten hier
Liest Vater Meck in dem Kurier.[186]
Und kracks! – zu groß wird das Gewicht;
Die Decke trägt es nicht – und – bricht.
Und Hoppenstedt, wie er sich stemme,
Saust schon in Topf und Butterbemme.
[187]
Man läuft, man fällt nach allen Seiten,
Und Hoppenstedt fängt an zu reiten.
Er eilt hinaus mit schnellem Schritt,
Und Topf und Butter eilen mit.
[188]
Am schlimmsten aber – oh! oh! oh! –
Erging es dem guten Fidelio.
[189]
Buchempfehlung
Die beiden Schwestern Julchen und Lottchen werden umworben, die eine von dem reichen Damis, die andere liebt den armen Siegmund. Eine vorgetäuschte Erbschaft stellt die Beziehungen auf die Probe und zeigt, dass Edelmut und Wahrheit nicht mit Adel und Religion zu tun haben.
68 Seiten, 4.80 Euro
Buchempfehlung
1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.
396 Seiten, 19.80 Euro