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[290] Zu Bremen lebt gewandt und still
Als ein Friseur der Meister Krüll,
Und jedermann in dieser Stadt,
Wer Haare und wer keine hat,
Geht gern zu Meister Krüll ins Haus
Und kommt als netter Mensch heraus.
Auch Schmidt läßt sich die Haare schneiden.
Krüll sieht den Affen voller Freuden,
Er denkt: »Das wäre ja vor mir
Und meine Kunden ein Pläsier.«
[290]
Und weil ihn Schmidt veräußern will,
So kauft und hat ihn Meister Krüll.
Es kam mal so und traf sich nun,
Daß Krüll, da anders nichts zu tun,
In Eile, wie er meistens tat,
Das Seitenkabinett betrat,[291]
Wo er die Glanzpomade kocht,
Perücken baut und Zöpfe flocht,
Kurz, wo die kunstgeübte Hand
Vollendet, was der Geist erfand.
Zur selben Zeit erscheint im Laden,
Mit dünnem Kopf und dicken Waden,
Der schlichtbehaarte Bauer Dümmel,
Sitzt auf den Sessel, riecht nach Kümmel
Und hofft getrost, daß man ihn schere,
Was denn auch wirklich nötig wäre.
[292]
Wipps! sitzt der Fipps auf seinem Nacken,
Um ihm die Haare abzuzwacken.
Die Schere zwickt, die Haare fliegen;
Dem Dümmel macht es kein Vergnügen.
[293]
Oha! das war ein scharfer Schnitt,
Wodurch des Ohres Muschel litt.
»Hör upp!« schreit Dümmel schmerzensbange.
Doch schon hat Fipps die Kräuselzange.
[294]
Das Eisen glüht, es zischt das Ohr,
Ein Dampfgewölk steigt draus hervor.
Die Schönheit dieser Welt verschwindet
Und nur der Schmerz zieht, bohrt und mündet
In diesen einen Knotenpunkt,
[295]
Den Dümmel hier ins Wasser tunkt. –
Der Meister kommt. – Hoch schwingt die Rechte,
Wie zum Gefechte, eine Flechte.
[296]
Der Spiegel klirrt, die Hand erlahmt;
Der Meister Krüll ist eingerahmt.
»Mir scheint, ich bin hier unbeliebt!«
Denkt Fipps, der sich hinwegbegibt.
[297]
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Ausgewählte Ausgaben von
Fipps, der Affe
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