Licht und Wärme

Der beßre Mensch tritt in die Welt

Mit fröhlichem Vertrauen,

Er glaubt, was ihm die Seele schwellt,

Auch außer sich zu schauen,

Und weiht, von edlem Eifer warm,

Der Wahrheit seinen treuen Arm.


Doch alles ist so klein, so eng,

Hat er es erst erfahren,

Da sucht er in dem Weltgedräng

Sich selbst nur zu bewahren,

Das Herz in kalter stolzer Ruh

Schließt endlich sich der Liebe zu.


Sie geben, ach! nicht immer Glut,

Der Wahrheit helle Strahlen.

Wohl denen, die des Wissens Gut

Nicht mit dem Herzen zahlen!

Drum paart, zu eurem schönsten Glück,

Mit Schwärmers Ernst des Weltmanns Blick.


Quelle:
Friedrich Schiller: Sämtliche Werke, Band 1, München 31962, S. 217,257.
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