Doppelkapelle

[6] Doppelkapelle, kommt namentlich bei romanischen Burgbauten vor.

Die untere Kapelle enthält zumeist das Grabmal eines hervorragenden Burgherrn sowie die Familiengruft und einen Altar, die obere Kapelle dient insbesondere dazu, es den Bewohnern der Burg zu ermöglichen, von oben dem Gottesdienst beizuwohnen, der unten abgehalten wird. Zu diesem Ende erscheint das Gewölbe zwischen den beiden Kapellen mit einer großen Oeffnung versehen [1]. Derartige Doppelkapellen finden sich heute noch mehr oder weniger gut erhalten auf den Burgen zu Eger, Nürnberg, Freiburg a. U., Landsberg, Schloß zu Heiligenberg (Bodensee) u.s.w. Zuweilen kommen auch in Verbindung größerer Kirchenbauten ähnliche Doppelkapellen vor, wie z.B. die Gotthardskapelle beim Dom zu Mainz [2].


Literatur: [1] Weingärtner, W., System des christlichen Turmbaues, Göttingen 1866. – [2] Lübke, W., Geschichte der Architektur, 6. Aufl., Leipzig 1884, S. 525.

Weinbrenner.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 3 Stuttgart, Leipzig 1906., S. 6.
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