Liniensystem

[577] Liniensystem (Fünfliniensystem, auch kurz System), in der Musik das Schema von fünf Linien, in das die Noten eingetragen werden. Die Tonbedeutung der Linien und Zwischenräume (Spatien) wird durch einen vorgezeichneten Schlüssel bestimmt. Der Erfinder der Linien für die Notation ist Hucbald (s. d.); ihr heutiger Gebrauch wurde durch Guido von Arezzo (s. d.) festgestellt. Die Notierungen des Gregorianischen Gesanges benutzen nur vier Linien. Notierungen von Orgelstücken aus dem 16.–17. Jahrh. weisen vielfach besonders für den Baßpart mehr als fünf Linien auf.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 577.
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