Warens

[376] Warens (spr. -rängß), Françoise, Frau von, geborne dela Tour, Rousseaus Geliebte, geb. 31. Mai 1699 in Vevey, gest. 29. Juli 1762 in Chambéry, heiratete, 14 Jahre alt, den Herrn v. W., trat 1726 zum Katholizismus über und wurde bald nachher von ihrem Mann geschieden. Sie verdankt ihre Berühmtheit den Beziehungen zu Rousseau, der sie 1728 als noch nicht Sechzehnjähriger aufsuchte und zu dessen Übertritt zum Katholizismus sie die Veranlassung gab. Er lebte wiederholt in ihrem Hause zu Annecy, anfangs als ihr Pflegesohn, später besonders in Les Charmettes bei Chambéry 1738–40 als ihr Geliebter. Ihre Lieblingsbeschäftigung bestand in chemischen Studien und Versuchen. Vgl. Mugnier, Madame de W. et J. J. Rousseau (Par. 1890, neue Ausg. 1904) und die von Mugnier herausgegebenen »Nouvelles lettres de Mad. de W. 1722–1760« (Chambéry 1900); A. de Montet, Madame de W. et le pays de Vaud (in den »Mémoires de la Société de la Suisse romande«, Genf 1891; auch Sonderdruck); Metzger, Les dernières années de Mad. de W. (Lyon 1892).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 376.
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