Schuchardt, Fedor

[1540] Schuchardt Fedor, in Rostock, geb. 3. Aug. 1848 zu Saalburg im Fürstentum Reuss j. L., studierte in Jena, Berlin, Freiburg i. B. und Strassburg, wo er 1880 mit der Diss.: »Ueber die anat. Veränderungen bei Dementia paralytica in Beziehung zu den klin. Erscheinungen« promov., war 2 Jahre Assistent an der med. Klinik zu Strassburg, unter Leyden und Kussmaul, dann Assistent an der Provinzial-Irren-Anstalt Andernach, hierauf 3. Arzt der Provinzial-Irrenanstalt und Assistent der psychiatr. Klinik (4½. Jahre) in Bonn, daselbst Arzt der städtischen Irrenanstalt u. des Seuchenhauses und Privatdozent für Psychiatrie; 1886 wurde er dir. Arzt der grossherzogl. Irrenanstalt Sachsenberg bei Schwerin i.[1540] M. und Med.-Rat. 1895 wurde er zum ord. Prof. der Psychiatrie und gerichtl. Med. an der Univ. zu Rostock ernannt mit dem Titel eines Ober-Med.-Rats. 1896 übernahm er die Direktion der zu diesem Zeitpunkt fertiggestellten, nach, seinen Plänen erbauten Irrenanstalt Gehlsheim b. Rostock, mit welcher die psychiatr. Univ.-Klinik verbunden ist, 1897 übernahm er die Leitung der neueingerichteten Univ.-Poliklinik für Nervenkranke. Litterar. Arbeiten: »Epileptiforme Anfälle bei Magenerkrankungen« (Irrenfreund 1882) – »Ueber Gewichtsverluste nach epilept. Anfällen« (Allg. Z. f. Ps.) – »Fieberhafte Erkrankungen bei Psychosen« (Ib.) – »Chorea und Psychose« (Ib.) – »Zur perversen Geschlechtsempfindung« (Z. f. M.-Be.) – »Zur Frage der Simulation geistiger Störungen« (Ib.) – »Irrenpflege und Irrenanstalten« – »Die Entwicklung der Irrenfürsorge in Mecklenburg« – »Jahresberichte der psychiatrischen Literatur«.

Quelle:
Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin, Wien 1901, Sp. 1540-1541.
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