Acoetes

[7] Acoetes (Gr. M.),

1) Steuermann eines tyrrhenischen Schiffes, das auf Naxos gelandet war. Die Schiffsleute brachten ihm ein wunderschönes Kind, welches er mitnehmen sollte. Dessen Bildung betrachtend, hielt er es für ein Götterkind und wollte seine Einwilligung nicht zu der Entführung geben, allein die Uebrigen zwangen ihn, abzusegeln, und das schlafende Kind blieb in dem Schiffe. Bald darauf erwachte es und verlangte, als es sich in dieser fremden Gesellschaft fand, sogleich nach Naxos zurückgebracht zu werden, was die Schiffer zwar versprachen, aber nicht thaten. Da stand das fortsegelnde Schiff plötzlich still, Weinranken wuchsen aus dem Meere herauf und umgaben dasselbe; Bacchus erschien auf einem Tiger reitend, von Löwen umgeben, und verwandelte die Entführer alle, bis auf A., in Delphine, welche sich in's Meer stürzten, während der Steuermann ihn nach Naxos zurückführte. Später erzählte derselbe dieses Abenteuer dem Könige Pentheus von Theben, der den Schiffer dafür in's Gefängniss stecken liess; allein Bacchus befreite seinen Liebling, die Thüren sprangen von selbst auf, ungehindert ging A. davon und feierte auf Naxos die Mysterien seines Beschützers.

2) Des Laocoon Vater (nach Anderen hiess derselbe Antenor).

3) Der Waffenträger des Königs Evander, welchen dieser seinem Sohne Pallas als Aufseher mitgab, da er ihn zum Beistand des Aeneas abschickte.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 7.
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