Amphilochus

[38] Amphilochus (Gr. M.),

1) Sohn des Amphiaraus und der Eriphyle; war, wie sein Vater, ein berühmter Seher. Noch ein Kind, als sein Vater vor Theben zog, und kaum erwachsen, da sein Bruder Alcmäon mit Adrast die Epigonen aufbrachte und mit ihnen nach dem Grabe ihrer Väter ging, um diese zu rächen, half er demselben doch bei dem Morde, den Alcmäon nach seiner Heimkehr auf Befehl seines Vaters und des darum befragten Orakels an Eriphyle, ihrer beiderseitigen Mutter, beging. - Er befand sich später unter den Bewerbern um die Hand der Helena und ging folglich auch mit den Griechen vor Troja. Dort knüpfte er ein Freundschaftsbündniss mit dem Seher Mopsus (einem Nebenbuhler des Calchas), und erbaute, nachdem Troja zerstört worden, mit Mopsus vereint, die Stadt Mallus in Cilicien. Von hier ging er nach Argos, und da er den Stand der Dinge nicht so fand, wie er gehofft, kehrte er nach Mallus zurück. Mopsus weigerte sich jedoch, den ehemaligen Gefährten als Mitregenten anzuerkennen. Hierüber ward er von A. zu einem Zweikampf herausgefordert, der für beide Parteien gleich unglücklich ablief, indem beide todt, auf dem Platze blieben. Sie wurden einander gegenüber in der Nähe des Flusses Pyramus begraben. Späterhin ward ihm zu Mallus ein berühmtes Orakel errichtet, auch hatte er gemeinschaftlich mit Amphiaraus einen Altar zu Oropus.

2) A., Sohn des Alcmäon und der Manto, der mit seiner Schwester Tisiphone bei dem Könige Creon von Corinth erzogen wurde. Tisiphone ward ihrer Schönheit wegen von der eifersüchtigen Gattin des Creon als Sklavin verkauft, und der unglückliche Vater kaufte, als er seine Kinder abholen wollte, dieses schöne Mädchen seine eigene Tochter, für sich.

3) A., Sohn des Dryas, war vermählt mit Alcinoë.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 38.
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