Alten

[237] Alten, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, alt werden.


Wer jung erschossen wird, der pfleget nicht zu alten,

Opitz.


Der graue Nestor kann noch ferner friedlich alten,

ebend.


Im Hochdeutschen kommt dieses Zeitwort nur sparsam vor, weil man sich lieber des Diminutiv. älteln und des Intensivi altern bedienet.

Anm. Alten war in dieser Bedeutung schon bey den ältesten Fränkischen und Alemannischen Schriftstellern bekannt.


Sold ich fi küssen zeinem male

So mueze ich nicht alden,


sang der Herzog von Anhalt unter den Schwäbischen Dichtern. Die Niedersachsen drucken dieses Zeitwort oolden, oolen aus. Alten von andern Gegenständen, als von lebendigen Geschöpfen gebraucht, wie Esr. 14, 4, die Zeit beginnet zu alten, ist wohl selbst in Oberdeutschland ungewöhnlich.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 237.
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