Bayern

[134] Bayern, ein Herzogthum im Bayerischen Kreise, welches in Ober- und Niederbayern eingetheilt wird, wovon das letztere ebener und fruchtbarer als das erstere ist, beide aber einen Ueberfluß an Getreide, Baumfrüchten und Holzungen haben. Zu Folge einer Angabe vom J. 1781 zählt man I Million 300000 Menschen darin. Die Einkünfte sollen 4 Millionen Thaler betragen. Der Beistand, den Herzog Maximilian in Bayern dem K. Ferdinand II. wider die abtrünnigen Böhmen leistete, verschaffte ihm und seinen Nachfolgern die Churwürde und das Erztruchseß-Amt, welche das Pfälzische Haus verlor, weil Churfürst Friedrich I. die ihm angebotene Böhmische Krone zu behaupten suchte. Nach des Kaisers Carl VI. Tode machte der Churfürst Carl Albrecht mit Frankreichs Hülfe Anspruch auf die Oestreichische Erbschaft. Das Glück schien ihm anfangs günstig: allein es änderte sich 1742, da er unter dem Namen Carl VII. zum Kaiser gewählt wurde, zu seinem Nachtheil; und er mußte bis kurz vor seinem Tode sein Land in Oestreichischen Händen sehn. Sein Sohn und Nachfolger Maximilian Joseph schloß jedoch bald nach Antritt der Regierung mit der Kaiserin Maria Theresia Frieden (s. Aachner Friede): mit seinem Tode (1777) endigte sich die jüngere Linie seines Wittelsbachschen Hauses und zugleich, zu Folge des Westphälischen Friedens, die Churwürde; daher der Churfürst von der Pfalz, Carl Theodor, aus der ältern Wittelsbachschen Linie, das ehemahlige Erztruchseß-Amt und die fünste Stelle in dem Churfürstlichen Collegio erhielt. Ueber die Nachfolge in die Bayerischen Länder s. den Art. Bayerischer Successionskrieg.

Quelle:
Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 1. Amsterdam 1809, S. 134-135.
Lizenz:
Faksimiles:
134 | 135
Kategorien: