Cramer [2]

[482] Cramer (Karl Gottlob), der Verfasser der früher vielgelesenen Romane »Erasmus Schleicher« (4 Bde., 1789), »Hasper a Spada« (2 Bde., 1794), »Der Domschütz« (2 Bde., 1804) und vieler anderer, wurde 1758 zu Pödelitz bei Freiburg an der Unstrut geboren, erhielt seine wissenschaftliche Bildung in Schulpforte und Leipzig, wo er Theologie studirte, lebte dann in Weißenfels und Naumburg, seit 1795 als herzogl. koburg-meining. Forstrath zu Meiningen und starb 1817 als Lehrer an der benachbarten Forstakademie zu Dreißigacker. C. war ein ungemein fruchtbarer Schriftsteller und hat seit 1782, wo sein erster Roman »Karl Salfeld« erschien, gegen 90 Bände geliefert. [482] Seine ersten, Talent verrathenden Schriften machten Aufsehen, allein nachdem der bessere Geschmack längst ihre Seichtigkeit und die darin vorherrschende Gemeinheit erkannt und sich daher von ihnen gewendet hatte, zogen sie durch Abenteuerlichkeiten, Übertreibungen und Zerrbilder die Menge noch an und finden deshalb in Leihbibliotheken wol noch Leser, obgleich C. und seine ganze Richtung nur in der Entwickelungsgeschichte der deutschen Literatur erwähnt zu werden pflegt.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 482-483.
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