Engelsburg

Engelsburg

[659] Engelsburg (die), ital. Castel S.-Angelo, heißt jetzt von der durch Papst Benedict XIV. auf der höchsten Stelle des Baues angebrachten ehernen Bildsäule des Erzengels Michael, der dort Gregor dem Großen während einer Seuche erschienen sein soll, das schon unter den letzten röm. Kaisern als Citadelle benutzte Grabmal des Kaiser Hadrian, gest. 138, zu Rom.

Das umfängliche, runde, ursprünglich mit prächtigen Bildsäulen geziert gewesene Gebäude liegt am rechten Ufer der Tiber, über welche hier die mit Steinbildern von Heiligen besetzte Engelsbrücke führt, ist zwar durch einige neuere Befestigungen verstärkt worden, besitzt aber keine militairische Wichtigkeit und dient hauptsächlich als Staatsgefängniß, Zeughaus, zur Aufbewahrung der päpstlichen Kleinodien u.s.w. Ein bedeckter Gang verbindet das Castel mit dem päpstlichen Palaste und zweimal jährlich, am Krönungstage des Papstes und am ersten Ostertage, werden auf demselben prächtige Feuerwerke abgebrannt, deren Beschluß die sogenannte Girandola, das gleichzeitige Aufsteigen von mehr als 4000 Raketen, macht.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 659.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: