Fayence

[18] Fayence oder Fayance ist eine Art irdener Geschirre, welche zwischen der gemeinen Töpferwaare und dem Porzellan (s.d.) mitten inne steht, in neuerer Zeit aber durch das Steingut (s.d.) ziemlich verdrängt worden ist, und seinen Namen von der ital. Stadt Faenza hat, wo es schon seit langer Zeit verfertigt wurde. Die Fayence zeichnet sich vor dem gemeinen Töpfergeschirr durch Feinheit, Dauerhaftigkeit, schöne Glasur und Glasurmalerei aus, und ist um so vorzüglicher, je größere Ähnlichkeit es mit dem Porzellan hat. Man nimmt zur Fayence seinen weißen Thon, der mit seinem Sand oder klarem Speckstein oder Alabaster vermischt wird. Ehemals waren die vorzüglichsten Fabriken von Fayence in Italien, wo früher sogar die ausgezeichnetsten Maler (Tizian, Rafael, Giulio Romano u. A.) die unter dem Namen Majolica bekannte Fayence mit ihrer Kunst verschönten; jetzt wird die beste Fayence in Holland, Frankreich, auch in Berlin, Magdeburg und an vielen andern Orten verfertigt. In neuerer Zeit hat man, wie in Steingut, schwarz abgedruckte Kupferstiche in die Fayence eingebrannt, und es hierin zu einer großen Vollendung gebracht.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 18.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: