Pips

[502] Pips (der), Pfipps oder Zipf ist eine gemeine Hühnerkrankheit, welche aber auch andere Vögel befällt und in Anschwellung der Nasenlöcher und der Drüsen der Zunge besteht, auf der sich eine emporragende hornartige Haut bildet. Die kranken Thiere sperren den Schnabel weit auf, um Luft zu bekommen und ersticken ohne zeitige und zweckmäßige Hülfe. Diese besteht zunächst in Entfernung der hornartigen Haut von der Zunge, welche nach erfolgtem behutsamen Durchschneiden mit einem Federmesser abgezogen wird. Die Zunge bestreicht man nachher mit frischer Sahne und steckt dem Huhn ein wenig Brot, Butter und Pfeffer in den Schnabel, nach einigen Stunden aber gibt man ihm feingeschnittenen Salat mit Schrot oder Weizenkleie zu fressen und Wasser zum Sausen, Tags darauf aber kleine Stückchen Knoblauch mit Butter, oder Speck mit Spießglanzstaub und reibt den Schnabel mit Öl, worin Knoblauch gelegen hat. Schädlich ist es, den pipskranken Hühnern eine seine Feder durch die Nase zu stecken und mehrmals hin und her zu ziehen. Veranlassung zu diesem Übel sind Mangel an Getränk bei heißem Wetter, unreines Trinkwasser, Fütterung mit zu frischem Getreide oder neubackenem Brote und schnelle Witterungswechsel.

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Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839., S. 502.
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