Französisches Theater

[614] Französisches Theater. Seit dem 15. Jahrh. besaß eine Handwerkerbrüderschaft die erste ständige Bühne in Paris und das Privileg für die Aufführung geistlicher Stücke, von 1548 ab durfte sie nur noch weltliche aufführen. Nun kamen Berufsschauspieler auf, und 1607 überließen die Passionsbrüder ihr Theater im Hôtel de Bourgogne solchen Schauspielergesellschaften. Eine andere Truppe spielte im Vorstadttheater du Marais. Seit 1658 spielte auch Molières Gesellschaft (seit 1665 Troupe du roi) in Paris. 1680 verschmolzen die Gesellschaften vom Palais Royal, vom Maraistheater und vom Hôtel de Bourgogne zum Théâtre français und überließen das Hôtel de Bourgogne den ital. Schauspielern (Théâtre italien). Daneben gab es noch freie Jahrmarktbühnen, aus denen sich die komische Oper (seit 1752 mit ständiger Bühne) entwickelte, und durch königl. Privilegium 1669 die franz. Große Oper. Diesen reihen sich eine große Zahl kleiner Theater, bes. Vaudevilletheater, an. Die Provinztheater sind den Parisern gegenüber ohne Bedeutung. – Vgl. Petit de Julleville (4. Aufl. 1897).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 614.
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