Lama [3]

[8] Lama (tibet., der »Obere«), Titel der buddhist. Priester in Tibet, bei den Mongolen und Kalmücken. Lamaismus, die spätere hierarchische Form des Buddhismus, namentlich dessen Umgestaltung durch Tson-kha-pa und seine Schüler im 14. und 15. Jahrh. Seitdem stehen an der Spitze der Kirche zwei oberste Bischöfe: der Dalai-L. im Kloster Potala bei Lhasa, der der eigentliche Regent von Tibet ist, und der Pan-tschhen Rin-po-tschhe, der im Kloster Taschi-lunpo, 215 km westl. von Lhasa, bei Schigatse, residiert und danach von den Europäern meist Tescho-L., auch Bogdo-L., genannt wird, das geistl. Oberhaupt, aber wesentlich nur Schattenkönig. – Vgl. Köppen (1859).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 8.
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