Melanchthon

[160] Melanchthon oder Melánthon, Philipp (gräzisiert aus Schwarzert), deutscher Reformator, geb. 16. Febr. 1497 zu Bretten in der Pfalz, Sohn eines Waffenschmieds, studierte in Heidelberg und Tübingen, wo er Dozent der klassischen Sprachen wurde, seit 1518 Prof. des Griechischen zu Wittenberg, schloß sich Luther als Gehilfe im Kampfe für die Erneuerung der Kirche an; als »Praeceptor Germaniae« (Lehrer Deutschlands) und Reformator des deutschen Schulwesens allgemein gefeiert, wurde er später wegen seiner milden, vermittelnden, der Calvinistischen Abendmahlslehre geneigten Richtung von den strengen Lutheranern heftig angefeindet; gest. 19. April 1560 zu Wittenberg. Er verfaßte die »Augsburgische Konfession« und deren »Apologie« (1530), in den »Loci communes« (1521) die erste prot. Dogmatik (neuestens hg. 1900), »Unterricht der Visitatoren an die Pfarrherren im Kurfürstent. Sachsen« (1527; die erste evang. Kirchen- und Schulordnung). Ausgabe seiner Werke in Bretschneiders und Bindseils »Corpus Reformatorum« (1834-60; als Ergänzung dazu: »Melanchthoniana paedagogica«, hg. von Hartfelder, 1892). – Biogr. von Schäfer (1894), Ellinger (1902).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 160.
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Melanchthon und der Calvinismus

Melanchthon und der Calvinismus
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