Coligny, Henriette von

[448] Coligny, Henriette von, To chter des Grafen Jean de Coligny, ward 1618 geboren und stammte aus der berühmten französischen Familie ab, deren Namen durch den Admiral von Coligny, den Märtyrer der Bluthochzeit (s. d.) weltgeschichtlich geworden ist. Schön und geistvoll wurde sie noch sehr jung mit Thomas Hamilton, Grafen von Hadington, vermählt. Aber der Tod trennte diese glückliche Ehe bald und Henriette reichte ihre Hand später dem Grafen de la Suze. Auch diese Verbindung war keine glückliche. Des Grafen düsteres Gemüth, seine grenzenlose Eifersucht wurde der Quell vielfältiger Uneinigkeiten und entfremdete dem Gemahl das Herz der bis dahin zärtlichen und liebenswürdigen Gattin. Sie trat zur katholischen Religion über, um beim Parlamente auf die[448] Trennung dieser Ehe antragen zu können, die auch sofort erfolgte. – Henriette wurde von ihren Zeitgenossen als eine der geistvollsten und schwärmerischesten Dichterinnen geehrt; namentlich sind es ihre Elegien, die sich durch Zartheit und reizende Sanftmuth auszeichnen. Aus ihnen tönt der Schmerz über das früh geschwundene Lebensglück, den zeitlich entblätterten Lenz, wie er in der Brust der Dichterin lebte, in rührenden, das Mitgefühl anregenden Weisen. Sie starb 1673 in Paris. Ihre Gedichte erschienen gesammelt in 2 Bänden, Paris 1684.

–n.

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Damen Conversations Lexikon, Band 2. Leipzig 1834, S. 448-449.
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