Elsebeerbaum

[389] Elsebeerbaum, zum Geschlecht des Weißdorns gehörend, doch seltener als der gewöhnliche Weißdorn. Eine Pflanzengattung, die nicht nur als Strauch, sondern auch als ziemlich starker Baum zu finden ist, und häufig auf den böhmischen Gebirgen vorkommt. Die Rinde des Stammes ist rothbräunlich und weißgefleckt, an den jungen Stämmen roth. Die herzförmigen, siebeneckigen Blätter haben aus einander gesperrte Lappen. Die Zwitterblüthen brechen im Mai an den Spitzen der Zweige in großen Büscheln hervor, und gleichen denen des Vogelbeerbaums. Die ovalen, bräunlich und weißpunktirten Früchte erreichen die Größe der Weißdornbeeren und[389] reisen im September. Im 50. Jahr ist der Baum ausgewachsen, dauert aber oft gegen 300 Jahre Das geflammte Holz wird wegen seiner Härte zu Kämmen, Schrauben, Pressen, Walzen u. s. w. verarbeitet. Die Beeren sind genießbar, schmecken fast wie Mispeln, werden mit Zucker eingemacht oder zu Latwerge bereitet, da man ihnen die Heilkraft, Durchfall zu hemmen und Colikschmerzen zu lindern, beilegt.

L. M.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 3. [o.O.] 1835, S. 389-390.
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