Ursprung

[590] Ursprung (origo): Ur-Entstehung, erstes Werden, Erzeugung (von Dingen, Vorgängen, Begriffen. s. Causalität, Substanz, Kategorien u.s.w.). Nach dem Ursprunge der Welt (s. d.) fragen die Kosmogonien (s. d.). Mit dem Ursprunge von Vorstellungen und Begriffen beschäftigt sich die Psychologie, die Erkenntnistheorie (s. d.). – Nach MICRAELIUS ist »origo« »via a primo principio ad illa, quae inde deducuntur« (Lex. philos. p. 772). – Nach J. J. WAGNER ist der Ursprung »der Gegensatz,..., mit welchem im Umfange des Grundwesens neue Bildungen beginnen« (Organ. d. menschl. Erk. S. 39). – Eine Logik (s. d.) des Ursprungs lehrt H. COHEN. Durch den Ursprung ist die Erkenntnis bedingt. Das Denken ist »Denken des Ursprungs«, des Werdens der Erkenntnisinhalte aus ihren Elementen. Der Ursprung ist das Denkgesetz der Denkgesetze (Log. 63. 32 ff., 100. vgl. Unendlich).

Quelle:
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 2. Berlin 1904, S. 590.
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