8. Die Demokratie außerhalb Athens

[240] Gleichberechtigung aller Freien585, die letzte mögliche Staatsform, über welche dann das Altertum, abgesehen von den Monarchien, nicht mehr hinaus konnte, wird seit Ende des VI. Jahrhunderts ein allgemein herrschendes, selbstverständliches Ziel des griechischen Lebens. Die Polis war von Anfang an mit einer unbedingten Machtfülle gegenüber jedem Einzelnen bekleidet gewesen, nur hatte es Gebietende und Gehorchende gegeben; gerade die hochgesteigerte Staatsidee aber beförderte am meisten den Drang der Nichtherrschenden, an diesem Staate vollen Anteil zu erhalten, und das Heiligtum wurde erstürmt. Wie die innere Entartung mancher Aristokratien, das Ungenügende des bloßen bevorrechteten Reichtums in den Timokratien hiezu halfen, wurde schon oben ausgeführt; die Tyrannis aber war schon insofern eine Vorschule der Demokratie, als sie die Menschen an gewaltsamen Bruch mit irgend einer Vergangenheit, an Herrschaft des bloß Tatsächlichen gewöhnte, und überdies in manchen Fällen bereits das Recht der vielen zu vertreten vorgab. Auch die Zunahme des Sklaventums wirkte ohne Zweifel mit; so weit die Sklaven in Abstand gerieten, so viel gewannen die Ansprüche der bisher untergeordneten Freien, auch wenn dieselben Banausen und Schiffleute waren, ja die Vielheit der Sklaven mußte die Herrschaft sämtlicher Freien zur Folge haben. Endlich hatte, wie schon gesagt, die Schöpfung zahlreicher Verfassungen für die Kolonien die Griechen mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß sie ihr Staatswesen neu schaffen oder ein vorhandenes frei umbilden könnten; sie genossen dabei das eigentümliche Gefühl, dasjenige selber hervorzubringen, was ihre Religion, ihre Gottheit werden sollte. Früher586, in den beginnenden Wirren der Aristokratien und Timokratien hatte man noch eines einzelnen, hoch beauftragten Menschen bedurft, des »Gesetzgebers«, wie noch Solon einer gewesen war, ja auch einer Mehrzahl von »Einrichtern« (καταρτιστῆρες), die man sich aus einer achtbaren, befreundeten Stadt erbat587; das zerrüttete Milet um die Mitte des VI. Jahrhunderts wählte hiezu die Parier, deren trefflichste Männer nun erschienen, nicht sowohl um eine Verfassung zu entwerfen, als um diejenigen Milesier zu bezeichnen, welche[240] fortan die Stadt verwalten, und welchen die Übrigen sich fügen sollten588. Die Demokratie dagegen tritt spontan und ohne solchen Rat auf, oft in Gestalt einer blutigen Revolution, sei es gegen Aristokraten oder gegen Tyrannen, und ihre Formen verstehen sich von selbst589. Wenn sie dennoch später sogenannte Gesetzgeber gebrauchte, so waren dies nur Redaktoren von Kriminal- und Zivilgesetzen, und wenn man diese sogar nach ihrem Tode mit heroischen Ehren und Heiligtümern feierte590, so lag dabei der Wunsch eher als die Hoffnung zugrunde, der betreffenden Legislation einige Ehrfurcht zu verschaffen.

Jene Revolution aber war eine nicht bloß politische, sondern eine ökonomische. Selbst wenn man von den zahlreichen Fällen absieht, da die Aristokraten ermordet, ihre Töchter an Leute aus dem Volk gegeben, ihr Grundbesitz unter den Demos verteilt, ihre Schuldbriefe anulliert wurden, – wenn man nur diejenigen Staaten in Betracht zieht, wo sie als Bürger sollten existieren dürfen, so wurden sie nunmehr auch hier, in ihrem Weiterleben als Reiche, εἴποροι, auf alle Weise heimgesucht und gebrandschatzt, während alle Vorteile und Ehren wegfielen, die früher mit ihrer Herrschaft verbunden waren591. Allmählich sind es dann überhaupt die Reichen, ob sie vom Adel abstammen oder nicht, welche als der mißliebige, oligarchischer Gesinnungen und Absichten verdächtige Stand periodisch verfolgt werden. Auf die politische Ansicht kam dann nichts mehr an; es gab z.B. in Milet reiche Demokraten, und ihrer 300 sanken durch die Oligarchen in Blut, als Lysander in der Nähe stand592, anderswo wurde man als Besitzender von den Demokraten vertilgt, auch wenn nicht ein Schatten von antidemokratischer Meinung vorhanden war.[241]

Als Regierungsprinzip galt jetzt nirgends mehr das Altüberlieferte oder gar die Religion, welche dasselbe hatte befestigen helfen, sondern der sogenannte öffentliche Nutzen, welcher notwendig wandelbar ist oder so aufgefaßt wird; dieser öffentliche Nutzen und die Gleichheit aber sind jetzt Wechselbegriffe593. Das große Regierungsmittel aber, die Quelle nicht bloß der einzelnen Maßregeln, sondern des Rechts, der eigentliche Souverän ist die allgemeine Abstimmung594, tatsächlich am Gängelbande von Demagogen (politicians). Und dieses Wesen hatte sich breit an die Stelle hingedrängt, welche einst einnahm, was heilig war: Die Stadtgötter, der geweihte Boden, die Gräber der Ahnen, die ganze alte Gesellschaft und ihr Besitz. In der Seele des Einzelnen, je nach seiner Stellung, mußte es sich nun entscheiden, ob er diesen Zustand noch für seine Polis anerkenne oder nicht. Die äußere Abwendung trat ein bei vielen, die innere bei weit den meisten, welche etwas zu verlieren hatten. Die demokratisch Gesinnten ihrerseits »liebten« ihre Polis gerade nur so weit, als sie demokratisch war und ließen gewiß alle Antiquitäten auf sich beruhen. Auf beiden Seiten gewöhnte man sich an den Gedanken, die Vaterstadt mit fremder Hilfe von außen zu bekämpfen und zu unterwerfen; es herrscht eine deutliche Wechselwirkung zwischen Städtefehden und innern Umwälzungen.

Der ganze Unterschied zwischen Rom und den Griechenstädten läge schon darin, daß dort die Besitzenden (εὔποροι) eine ganz andere Widerstandskraft entwickelten als hier. In Griechenland aber begann, als die Gleichheit da war, und man nicht mehr um Prinzipien und Rechte zu kämpfen hatte, der Krieg zwischen Reich und Arm595, in manchen Städten schon sogleich mit Eintritt der Demokratie596, anderswo nach einer längern oder kürzern Zwischenzeit der Mäßigung.

[242] In der alten Zeit der Geschlechterherrschaft nämlich hatte man die Misere kaum gekannt. Erst die Gleichheit der Rechte machte die Ungleichheit der Lage recht fühlbar. Ein Ausgleich durch Arbeit aber (welche der Reiche bedurft und der Arme gegen Lohn geleistet hätte) war unmöglich wegen der allgemeinen Antibanausie. Jetzt wurde der Arme inne, daß er als Herr der Stimmen auch Herr des Besitzes werden könne. In Athen und wohl auch sonst ließ er sich zunächst honorieren für seine Anwesenheit in Volksversammlung und Gericht, dann verkaufte er seine Stimme, besonders als Richter, lud den Reichen alle Arten von Leiturgien auf und verfügte Konfiskationen (samt Exil) ohne alles Recht – außerhalb Athens dann erfolgte Annullierung der Schulden und allgemeiner Umsturz. Denn bei den ersten Mitteln war das Gefühl der Misere, nämlich das Gelüste, immer nur weiter gewachsen. Der Besitz hatte alle Weihe verloren, und jeder maß sein Recht nur nach seinem sogenannten Bedürfnis (d.h. Gelüste). Und für all dies genügte eine momentane Stimmenmehrheit. Überall sieht man nur Revolution und Gegenrevolution, nur Faktionen am Ruder, alle Fügsamkeit ist nur erzwungen und voll Hintergedanken an Umschwung597.

Ein großer Teil der Ausführungen des Aristoteles bezieht sich auf diese Klassenkämpfe. Er schreibt in einer Zeit, da die verschiedenen Staatsformen schon ihre Proben abgelegt hatten bis in alle Schattierungen hinein, und hält namentlich wenig von denjenigen Oligarchien von Besitzenden, welche damals sich hie und da zu behaupten suchten (S. 176 f.), indem dieselben ihre Stellung noch mehr mißbrauchten als anderswo der Demos598. Auch gibt er ja den entscheidenden Satz zu, daß viele zusammen einsichtiger und regierungsfähiger, ja besser sein könnten als jeder einzeln, wenn nur diese Menge (πλῆϑος) nicht gar zu sklavenartig (ἀνδραποδῶδες) sei. Von derjenigen gemäßigten Demokratie aber, welche ihm als das Vorzüglichste erscheint, gesteht er, daß sie kaum irgendwo vorhanden gewesen sei, auch weiß er: alles wirkliche Einführen des Richtigen scheitert daran, daß man die, welche im Stande sind Gewalt zu üben, nicht dafür gewinnen kann; er ist kein Utopist, der Wünschbarkeiten ausmalt, und kein Träumer, der sich in Hoffnungen wiegt. Dennoch hat er sein Gedankenbild, seine Politeia in vorzugsweisem Sinne, teils unmittelbar geschildert, teils bei der Besprechung der übrigen[243] Staatsformen Züge daraus als Vorschläge der Besserung vorgebracht. Wirkliche Bürger sind für ihn nur die, welche die Waffen tragen; die Volksversammlung derselben soll nur zum Behuf von Wahlen, Rechenschaftsablagen, Verfassungsveränderungen und den höchsten Beschlüssen über Krieg und Frieden zusammentreten, ohne Diskussion, nur mit Ja oder Nein entscheiden, und was ihr nicht gefällt, wieder an die Behörden zurückweisen. Die Regierung aber bleibt den gewählten oder ausgelosten Beamten überlassen. Die Ämter dieser verlangt er nur klein an Vollmacht, aber lange dauernd, weil kurze mit großer Vollmacht ihren Mann korrumpieren599, er fordert vor allem, daß dabei kein Gewinn sein dürfe, weil nur dann die Nichtsbesitzenden darauf verzichten werden. So kommt die Leitung des Staates von selbst an die Wohlhabenden (εὔποροι), Gebildeten (ἐπιεικεῖς). Soll aber die Befugnis im Staat an einen Census (τίμημα) geknüpft werden, so sei derselbe so festzustellen, daß der daran Teilnehmenden mehrere seien als der Übrigen600.

Allein die Menschen sind, auch wenn sie das Gute haben, im allgemeinen nicht dazu fähig, es lange zu behaupten, und die Gier, welcher die meisten nachleben, ist von Natur grenzenlos (II, 4); es gibt Schlechte, deren böse Anlage stärker ist als alle Erziehung601, und diese müßte man an dem gewaltsamen Zugreifen verhindern, was nur dann möglich ist, wenn sie ohnehin zu schwach sind. Was nämlich Aristoteles als Wirklichkeit um sich herum sieht, die volle Demokratie, verhält sich zu seiner Politeia wie die Ausartung zum Normalen, und nun lernt man aus ihm auch die Stufen kennen, welche abwärts führen.

Am besten gediehe (VI, 2) eine volle Demokratie noch unter Bauern, welche zu arm sind, um oft als Volksversammlung zu sitzen und sich mit Wahlen und Rechenschaften begnügen, so daß die Vermöglichen die Ämter führen können, tadellos und ohne Druck. Nützlich warenA82 jene alten Gesetze, wonach keiner Land über ein bestimmtes Maß hinaus erwerben, und jedes einzelne Landlos unveräußerlich bleiben sollte. Wo ein Marktpöbel ist, sollte man wenigstens die Volksversammlung nie ohne das Landvolk halten. Zunächst käme dann ein Volk von Hirten, welche namentlich im Kriege viel aushalten können. Die übrigen »Arten der Menge« sind sämtlich viel schlechter, und hier nimmt nun die Volksherrschaft diejenige Gestalt an, welche die herrschende wird.

Freiheit und Gleichheit (ἐλεύϑερον καὶ ἴσον IV, 4 und 11; V, 7) bestehen nun darin, zu tun was jedem beliebt; alle drei Gewalten, die über[244] das Allgemeine beratende, die regierende und die richtende sind in der Hand der Menge; diese herrscht und nicht das Gesetz, sobald Volksbeschlüsse an die Stelle der Gesetze treten; der Demos wird ein aus den vielen zusammengesetzter despotischer Monarch und gleicht der Tyrannis darin, daß beide mit Gewalt über bessere herrschen. Was beim Tyrannen die Befehle, das sind hier die Psephismen, was dort der Schmeichler, das ist hier der Demagoge; dieser ist's, welcher das Volk dahin treibt, seine Beschlüsse über die Gesetze zu erheben, und indem er alle Dinge vor den Demos bringt, wird er selber groß. Das wahrste Kennzeichen dieser Demokratie ist die Besetzung der Ämter durch das Los (IV, 7)602, neben welchem alles Wählen für aristokratisch gilt; vielleicht hält der Staat die Wahlstürme, den regelmäßigen Kampf der Ambitionen, gar nicht mehr aus, wie denn z.B. Heräa deshalb zum Lose überging (V, 2). Man will entweder (VI, 1) nicht beherrscht oder doch nur so beherrscht sein, daß die Reihe auch an einen kommt, auch bringen die Ämter und Stellen jetzt Gewinn und sind nicht mehr, wie früher, zeitweilige Dienstleistungen, von welchen man gerne wieder zu den eigenen Geschäften zurückkehrt (III, 4). Daher jetzt möglichst kurze Amtsdauer (VI, 1) und wo noch lebenslängliche Ämter übrig sind, Abschaffung oder möglichste Beschränkung derselben, auch soll kein Amt zweimal an denselben kommen, mit Ausnahme der Kriegsämter. Den wirklichen politischen Einfluß hat man als Beamter fast völlig an die Volksversammlung603 verloren, welche Herrin über alles ist (IV, 11. VI, 1), wo alle über alles beraten604, wo statt eines vernünftigerweise genügenden Ja und Nein Diskussion und Initiative herrschen, wo Anlaß und Möglichkeit zur Permanenz vorhanden sind, während dieselben Leute, nur in anderer Form, beständig zu Gerichte sitzen, alle, gemischt aus allen, und über alle. Dies Volk von Banausen, Krämern und Tagelöhnern ist bei seinem Herumtreiben (IV, 5) immer zur Volksversammlung bereit. Nur, wo der Staat nicht reich genug ist, dieseA83 zu besolden, läßt der Demos eher den Rat machen, sobald aber die Mittel irgend zum Solde reichen, nimmt er dem Rate alle Macht und reißt alle Entscheidungen an sich. Der fehlerhafte Kreislauf vollendet sich dann, namentlich in den volkreichen Demokratien, durch die Mißhandlung der Reichen und Angesehenen (εὔποροι, γνώριμοι) in[245] folgender Weise: statt weniger Volksversammlungen und kurzer Gerichtssitzungen ist das Gegenteil zur Übung geworden; das häufig und massenhaft versammelte Volk begehrt Sold; wo hiezu die Staatsmittel nicht hinreichen, greift man auf jene entweder durch Steuern oder durch Gütereinziehung vermittelst verworfener Gerichte auf Betrieb der Demagogen. Aristoteles fügt (VI, 3) hinzu: infolge dessen sei schon manche Demokratie gestürzt worden. Er weiß, was ein gesicherter Besitzstand für jeden Staat bedeutet, und warnt: man solle die Wohlhabenden schonen, ja sie sogar von kostspieligen und unützen Choregien, Lampadarchen u. dgl. abhalten (V, 7); mindestens aber müßte man (VI, 3) die gerichtlichen Konfiskationen ihres Vermögens, womit die Demagogen sich den Bevölkerungen empfehlen, nicht mehr an das Volk kommen lassen, sondern als geweihtes Gut behandeln. Von den Staatsgeldern überhaupt sollteA84 kein sogenannter Überschuß an die Besitzlosen verteilt werden, was bei diesen doch nur auf das Eingießen in ein »durchlöchertes Faß« herauskomme, wobei die Demagogen sich selber bedenken und bald wieder desselben Mittels bedürfen. Andererseits müßte dafür gesorgt werden im Interesse der Besitzenden selbst, daß die Menge »nicht allzu arm« sei, indem man ihr »Tätigkeiten« schaffe. Und hier kommen nun doch wieder jene Überschüsse zur Sprache, welche man nur müßte sich anhäufen lassen, bis dem Einzelnen damit so weit zu helfen wäre, daß er ein Stückchen Land, einen Anwurf zum Handel u. dgl. davon gewänne, und in diese Kasse könnten dann auch die Reichen dasjenige bezahlen, was ihnen jetzt an unnützen Leiturgien zugemutet werde. Es wäre nur die Frage gewesen, ob jene einmal an Sold gewöhnte Masse nicht dessen Weiterbezahlung ertrotzt und das angebotene Wohlergehen durch Arbeit mit Hohn abgewiesen hätte605. Endlich findet Aristoteles auch dies und jenes aus der Waltung der Tyrannen in der extremen Demokratie wieder: Die Anarchie der Sklaven, der Weiber und der Kinder und die Gleichgültigkeit darüber, daß jeder lebt, wie es ihm gefällt.

Neben den Staatsweisen, der es mit den charakteristischen Einrichtungen der von ihm betrachteten Regierungsformen zu tun hat, tritt nun für die einzelnen Phänomene die historische Überlieferung, zerstückelt zwar und unvollständig, soweit sie nicht durch die Hauptschriftsteller der Zeit des peloponnesischen Krieges in zusammenhängenden Berichten gesichert ist, aber im allgemeinen verständlich genug.

[246] Damals tobten durch die meisten Gegenden Griechenlands die furchtbarsten Kämpfe zwischen den Demokraten und den noch vorhandenen Mächtigen (δυνατοί), Aristokraten und Reichen, wobei jene als athenische606, diese als lakedämonische Partei galten. Vor allem darf man nicht aus dem Worte »Oligarchen« schließen, daß diese Klasse nur aus Wenigen bestanden hätte607, offenbar hat man es oft mit Tausenden, mit dem ganzen besitzenden Stande zu tun. Dies wird vorzüglich klar bei den schrecklichen Hergängen von Kerkyra (seit 425 v. Chr.). Hier kommt man schon mit den Zahlen bei Thukydides608 bis gegen 1000, und Diodor609 rechnet die umgekommenen Vornehmen sogar zu 1500, und doch war der siegreiche Demos noch nach 14 Jahren vor den überlebenden Flüchtlingen in SorgenA85 und erklärte deshalb Sklaven zu Freie und Fremde zu Bürgern. In Argos konnten (416 v. Chr.) tausend junge Leute aus dem Wohlhabenden, da sie auch kriegsgeübt waren, die Demokratie abschaffen und (wenn auch nur auf kurze Zeit) eine Aristokratie bilden610. Der Demos ist nämlich in Sklavenstaaten durchaus nicht notwendig als sehr zahlreich zu denken611, und seine Gegner konnten ihm, auch wenn sie die beträchtlich Wenigern waren, vielleicht durch größere Tüchtigkeit in den Waffen überlegen sein, so daß ihm auch nach einem Siege die Sorge vor »Auflösung der Demokratie« nahe lag. Im Falle des Unterliegens konnte ihm geschehen, daß er völlig ausgetrieben wurde; die Polis, vor der Hand nur noch aus Besitzenden und deren Sklaven bestehend, vermochte ohne ihn weiterzuleben. Nun versteht man auch das Wort des Gelon, wenn er sizilischen Demos als Ausschuß außer Landes verkaufte (S. 65): Der Demos sei der unbequemste Miteinwohner. – Als Lysander in vielen Städten sogenannte Oligarchien einrichtete, waren es offenbar sehr zahlreiche Mannschaften, die sich ihm zu Gebote stellten;[247] die eigentlichen Lenker wählte er nicht einmal nach alter Herkunft oder Reichtum612, sondern aus den Fähigen der bestehenden Klubs613.

Der Demos seinerseits hatte oft schon frühe bei seinem Emporkommen die Güter des Adels geradezu verteilt, jetzt legte er, wo er herrschte, seine »Gleichheit aller Freien«, (ἰσονομία und ἰσηγορία, dahin aus, daß er den nunmehrigen obern Stand, die Reichen, verfolgte und ausrottete oder doch auf alle Weise unten hielt. »Da schlagen614 Demokratien um durch die verzweifelte Gegenwehr der Besitzenden (οἱ τὰς οὐσίας ἒχοντες), weil ihnen die Demagogen, die nach unten schmeicheln müssen, den Besitz mit Teilung und die Einkünfte mit Leiturgien bedrohen und ihnen dabei mit Sykophantie und falscher Anklage zusetzen, um ihr Vermögen einziehen zu können.« Öfter genügte, daß etwa der herrschende Demos Niederlagen im Felde erlitten hatte615, so wie früher aus ähnlichem Grunde Aristokratien sanken. Natürlich verbanden sich dann die siegenden Oligarchien von Stadt zu Stadt; unter der Ägide Spartas half man den Oligarchen anderer Poleis gegen ihren Demos empor. Im Innern aber war man, wo der Demos nicht ausgetrieben worden, angewiesen auf das allerschärfste Parteiregiment; Behörden und Ämter kamen ausschließlich an solche, die gegen den Demos mitgekämpft hatten und (wenn man ausgetrieben gewesen war) an die, welche mit zurückgekehrt waren (συγκατελϑόντες). In Rhodos soll sich die im Jahre 356 v. Chr. eingeführte Oligarchie des Hegesilochos einem wüsten Genußleben ergeben haben616; allein in diesem Falle möchte sie kaum lange oben geblieben sein, denn was man hier brauchte, war nicht vereinzelte Willkür, sondern vereinte Kraft und Leidenschaft. Noch zu Aristoteles Zeit gab es in Oligarchien617 einen Schwur, »ich will dem Demos übel gesinnt sein und gegen ihn raten, was ich Schlimmes vermag!« – Dies war aber nicht ein geheimer Eid von Unterdrückten, sondern wohl ein öffentlicher von Herrschenden.

Zu einer Fusion der Parteien kam es nie oder kaum auf Augenblicke. Aristoteles sagt (IV, 9): »welche Partei auch Meister wird, es entsteht keine gemeinsame Politie, sondern die Sieger nehmen die Gewalt als Kampfpreis in die Hände und richten entweder eine Oligarchie oder eine Demokratie ein.« Auch beschworene Amnestien sind gar zu haltlos bei einem Volk, das stets auf Zernichtung des Gegners sinnt und sie zu vollziehen die Gewohnheit hat, sobald er irgend schwächer ist. Man weiß,[248] wie demokratischerseits die athenische Amnestie von 403 v. Chr. durchlöchert wurde, und die Oligarchen in Megara hatten es im Jahre 424 nicht besser gemacht; nachdem sie auf die besten Versprechungen hin zurückgekehrt, zwangen sie den Demos, hundert von den Seinigen zum Tode zu verurteilen618, und das Urteil wurde vollzogen.

In weit überwiegendem Maße aber siegte oder behauptete sich in den griechischen Städten die Demokratie, namentlich seit Leuktra (371 v. Chr.), als Sparta sich selbst nicht mehr decken konnte, geschweige denn die auswärtigen Oligarchien. Das Hauptmittel des Erfolges waren wiederholte Massenmorde. In Korinth waren schon im Jahr 392 über hundert des Lakonismus verdächtige Aristokraten getötet worden, an einem Feste – weil man da die Leute am ehesten beisammen fand – im Theater, auf der Agora, an deren Götteraltären, auf dem Richtersitz619. Um die Zeit von Leuktra erschlug in Argos die Menge zwölfhundert Bürger mit Stöcken (Skytalismos) und tötete auch die Volksführer, als diese zur Ruhe mahnen wollten620, worauf der entsetzlichste Zustand erst recht eintrat: beständiger Krieg mit stärkern Nachbarn, jährliche Verwüstung des Gebietes, und dann regelmäßige Hinrichtung reicher und angesehener Bürger »mit solcher Freude, wie man sonst kaum Feinde tötet621«. Ausgewichene Oligarchen wissen sich etwa durch einen augenblicklichen, wenn auch hoffnungslosen Überfall der Heimat furchtbar zu rächen (Phigalia); andere (Phlius) siegen zwar entschieden, aber nur mit Hilfe von Söldnern, von welchen sie dann verräterisch an ihre Stadt ausgeliefert und dort zu vielen hunderten getötet werden; wieder andere (Korinth), welchen die Rückkehr mißlingt, töten sich lieber gegenseitig, als sich in die Hand der Feinde zu geben622. Auch das tugendhafte Theben, als es nach dem Tode des Epaminondas in ein zielloses Fehdewesen hineingeraten, pflegte seine angesehensten und für das Vaterland opferbereitesten Bürger zu töten623, sei es, weil sie verdächtig waren, oder einfach, weil man Geld brauchte. Überhaupt gehen Städtekriege und städtische Unruhen häufig durcheinander. Wie wenig man bei den nur des Geldes willen unternommenen Verfolgungen auf die etwaigen politischen Meinungen der Opfer sah, ist schon oben (S. 241) am Beispiele Milets gezeigt worden624.

[249] Einst hatten mehrere Städte, vielleicht nach dem Vorbilde Athens, ihren Ostrakismos gehabt: Argos, Megara, Milet, Syrakus (wo man es Petalismos nannte)625; – Ephesos hatte schon früh im V. Jahrhundert seinen Hermodoros verbannt, den »nützlichsten« seiner Bürger, wie Heraklit sagte. »Keiner von uns«, hieß es, »braucht ein Nützlichster zu sein, will er aber durchaus, dann sei er es anderswo und unter andern Leuten626«. Wie vollständig konnte man jetzt ein so unvollkommenes Werkzeug des Verderbens entbehren! Denn jetzt konnte man das Volk »zur Neuverteilung des Bodens« aufrufen, »weil die Gleichheit des Besitzes der Anfang der Freiheit, die Armut aber für die Besitzlosen der der Knechtschaft sei627«.

Es war nun allerdings an dem, daß man in Beziehung auf die Verfassungen nur noch Demokratien und Oligarchien kannte, sowie man im gemeinen Leben unter den Winden nur noch zwischen Boreas und Notos unterschied und den Euros bei diesem, den Zephyros bei jenem unterbrachte628. Daß und weshalb die Tyrannis damals im eigentlichen Griechenlande nicht gedieh, wurde oben (S. 196 f.) erörtert. Wenn aber die Demokratie dem Aristoteles wenigstens sicherer und dauerhafter erscheint als die Oligarchie (IV, 9), so ist ihm doch der »klägliche Zustand aller Staaten«629 eine allgemein feststehende Tatsache.

Überall war durch die beständigen Volksversammlungen630 alles momentan und willkürlich geworden; ihre Beschlüsse banden sich an keine frühern Beschlüsse desselben Volkes und durchlöcherten die Gesetzgebungen; außer dem Schrecklichen, außer der Angeberei, welche aller Orten631 blühte, machte sich oft noch deutlich der größte Mutwille geltend.[250] »Geschmacklose, ungesitteteA86 Menschen, im Übermut ihrer Kraft höhnen die Kampfrichter bei den Agonen, schmähen die Choregen an den Dionysien und spotten der Strategen und Gymnasiarchen«632. – Die Polis selber freilich behauptete nach Kräften ihr Pathos u.a. in Gestalt der verschiedenartigsten Ehren, die sie den in ihrem Sinne verdienten Leuten allmählich in ziemlicher Profusion erteilte, ein Dank, womit Aristokratien bei weitem zurückhaltender sind. Manches war, wie schon bei Gelegenheit der athenischen Ehrungen (S. 236) bemerkt worden ist, ohne Aufwand zu bewerkstelligen: Kränze, Titel (als εὐργέτης, Wohltäter der Stadt) zeitweiliger Vorsitz in Behörden und bei Festen, Vortritt vor Gericht usw. Anders verhielt es sich mit den seit dem IV. Jahrhundert sich deutlich mehrenden Ehrenstatuen, von welchen weiterhin gehandelt werden soll. Auch die sogenannten heroischen Ehren, welche mindestens ein (oft prächtiges) Grabgebäude und auch periodischen Kultus voraussetzenA87, wurden mit der Zeit bisweilen auffallend leicht erteilt, an ganz späte Kolonienführer, an einen Gesetzesredaktor (Diokles von Syrakus S. 241, Anm. 591), an Wohltäter zweiten Ranges633 usw. Interessant wäre es endlich zu wissen, wie man es in Wahrheit mit der lebenslänglichen Speisung verdienter Männer, ja mit der ewigen Speisung ihrer Nachkommen im Prytaneion hielt, wofür in Athen mindestens bestimmte Beschlüsse ergangen sind. Vielleicht werden die Betreffenden das Recht nicht viel benützt haben; mit den Söhnen namhafter Männer war wegen des häufigen Mißratens wenig Staat zu machen, und die Verkommenen regelmäßig an ihrem Tische zu sehen, wird man den jedesmaligen Prytanen doch kaum zugemutet haben.

Immer von neuem aber erhebt sich das Streben »der bösen Rhetoren und Demagogen, die, welche etwas zu besitzen scheinen, den Nichtsbesitzenden gleich zu machen«634. Die Polis konnte schon aufbrausen, wenn einer sein väterliches Vermögen auf eigene Faust durchbrachte, ganz als wäre dies ein Raub an ihren Aussichten. Die Abderiten zogen ihren großen Mitbürger Demokrit vor Gericht635 wegen Verschwendung des Ererbten, doch sprachen sie ihn wenigstens frei, als er ihnen seinen Diakosmos und das »Stück über die Dinge im Hades« vorlas und[251] erklärte, dies sei es, worauf er seine Habe verwandt. Wie in Athen die Konfiskation auch in ganz gewöhnlichen Zeiten einfach als Mittel zur Aufbesserung der Finanzen gebraucht wurde, so wird es auch anderswo reichlich geschehen sein. Was sich aber die Poleis in irgend einer ökonomischen Bedrängnis für Operationen erlaubten636, das kann auch dann Erstaunen erwecken, wenn man die Allmacht des griechischen Staatswesens über den Einzelnen und die Abwesenheit jedes allgemein hellenischen Geschäftskredits in Anschlag bringt637. Bei bevorstehenden Landungen von Korn, Wein und Öl erhöht die Regierung gewaltsam den Preis dieser Dinge, der Kaufmann erhält nur den bisherigen, die Stadt den Überschuß. Alle Privatschulden müssen plötzlich bezahlt werden, aber nicht an die Gläubiger, sondern an die Stadt, welche diesen dann Zins gibt; alle Sklaven werden plötzlich verkauft bis auf zwei für jedes Haus, weil die Stadt Geld in einem Kriege braucht; Halbbürtige können auf einmal um dreißig Minen sich zu Bürgern machen lassen. Alles was Wert heißt, hing bei der relativ isolierten Lage der Städte sehr von ihrer Gewalttätigkeit ab, und auch in Athen galt plötzliches Hinaufschrauben einer Ware unter Umständen als Finanzkunst. Ganz besonders räuberisch verfahren Demokratien gegen Fremde sowohl als auch gegen ihre Besitzenden, wenn die Bürgerschaft im Kriege nicht mehr selber zu Felde ziehen mag, sondern Söldner hält; hier steht ihr Benehmen vollkommen auf derselben Linie mit dem oben geschilderten der Spättyrannis. Fremde Schiffe werden einfach zu Prisen gemacht, unter Vorbehalt, den Geschädigten nachher Ersatz zu leisten; die Reichen müssen auf einmal ihr Silber hergeben und erhalten dafür eiserne Marken, welche man später wieder einziehen will; wenn aber gerade bei Anlaß einer Revolution die Reichen im Kerker sitzen, brandschatzt und verbannt man sie, und es will schon etwas heißen, daß man sie nicht tötet, d.h. ihnen nicht Rückkehr und Vergeltung materiell unmöglich macht638.

[252] Welches aber auch die Leiden und Wirren sein mochten, tatsächlich behauptet sich immer die Demokratie als das jetzt einzig Mögliche, und auch wenn sie gelegentlich in jene Tyrannis der spätern Art umschlägt, so stellt sie sich stets wieder irgendwie her. Als Timoleon in Sizilien auftrat, schauderten die Sikelioten vor allem, was Rednerbühne und Agora639 hieß, weil von daher alle Tyrannien über sie gekommen waren, aber auch Timoleon konnte nichts als überall Demokratien herstellen. Auf diesem Boden wächst nichts anderes mehr, bis die großen Monarchien kommen. Schon daß so viele griechische Städte und fast alle Kolonien Seestädte waren640 und die gegenseitige Einwirkung in betreff von Staatswesen, Denkweise und Verkehr so leicht, hielt einen beständigen Geist der Neuerung aufrecht. »Die See ist eine Lehrerin des Bösen (Θάλασσα πονηροδιδάσκαλος)«, seufzt schon Plato, und Cicero in einer langen und beredten Auseinandersetzung führt dies weiter aus641. Die Lust an der Bewegung und Parteiung als solcher bekommt selbst einmal vom Teilnehmer eines Parteisieges die Warnung zu hören: Treibet nicht alle Gegner fort, sondern laßt einige übrig, damit wir nicht, von allen Feinden befreit, Händel unter Freunden beginnen642.

Die wichtigste, wenn auch nicht sogleich beachtete Folge des ganzen Treibens, die Abwendung vieler Redlichen und namentlich vieler Hochbegabten vom Staat mag der innern Entwicklungsgeschichte des griechischen Geistes vorbehalten bleiben. Die frühsten Marksteine, schon im V. Jahrhundert, sind Heraklit von Ephesos und Timon von Athen; jener643 überhaupt voll Verachtung gegen alles, was ihn umgab, gegen alte Dichter wie gegen zeitgenössische Philosophen, absichtlich dunkel in seinem Hauptwerk, höhnisch gegen die Ephesier, zumal als sie für ihre schon so üble Politeia von ihm Gesetze wünschten, stillschweigend, »damit ihr sprechen könnt!« – dieser eine stadtbekannte athenische Figur, welche in dem kulturgeschichtlichen Bilde Athens im V. Jahrhundert nicht wird fehlen dürfen. Dann verrät bereits Euripides in seiner Gesprächigkeit644,[253] daß »Brave und Einsichtige schweigen und sich nicht zu den Geschäften drängen.« Für Syrakus trat diese Abwendung gleich mit dem Petalismos (S. 250) um die Mitte des V. Jahrhunderts ein. »Die Gebildeten (χαριέστατοι), welche vermocht haben würden, das öffentliche Wesen durch ihre Tüchtigkeit zu stützen, hielten sich vom Staat zurück und legten sich aus Furcht auf das Privatleben, während die Staatssachen den bösesten und frechsten Bürgern anheimfielen«645. – Das Klagen hierüber hat jedoch schon im Altertum nichts geholfen, und vom IV. Jahrhundert an wird diese Flucht vor dem Staat bei einer gewissen Bildung und Denkweise beinahe zur Regel. Viele mögen ohnehin bei den Stürmen ihrer Poleis als Oligarchen der Brandschatzung, Verbannung, Ermordung unterlegen sein, und jedenfalls war der Nachwuchs bedroht und beschränkt. Nun sind aber damals die wichtigen Menschen für die Welt und ihre Kultur nicht mehr die Staatsmänner und was sich als solche gab, sondern die Leute von Geist im weitesten Umfang des Wortes.

Von der spätern Zeit der demokratischen Polis seit der Schlacht von Chäronea, wendet sich der Blick bekanntlich gerne ab, es ist aber alles eine Kette von Ursachen und Wirkungen bis zur gegenseitigen Ausrottung, bis zur Verödung desjenigen Griechenlands, wie esA88 die Römer übernahmen, und dieser Krankheitsgeschichte wird sich die Darstellung, sobald sie objektiv verfahren soll, nie entziehen können. Der Prozeß der teils innerlichen, teils gegenseitigen Aufzehrung der Poleis ist ein logischer, aus deren Wesen unvermeidlich hervorgehender; der unbedingte Lebensdrang war in seinen Konsequenzen zur innern und äußern Todesursache geworden. Das Hauptübel war, daß sich die Demokratie mit der starken antibanausischen Gesinnung gekreuzt hatte, daß die Gleichheit der Rechte mit der Abneigung gegen die Arbeit zusammengetroffen war, worauf die Nichtstuer die Mittel des Stimmrechts und des Gerichtswesens auf permanente Bedrohung der Besitzenden wandten. Es ist wahnsinniger Mißbrauch der Majorität in einer Sache, welche unvermeidlich auch diese wieder in eine Majorität und Minorität spalten muß; eigentliche Oligarchen gibt es längst nicht mehr, man nennt nur jederzeit die Opfer so. Den Ausgang nahmen diese Dinge, wie man aus Polybios ersieht, in städtischen Katastrophen ohne Ende und auch noch in Fehden von Polis gegen Polis, wobei die wachsende Verarmung auch den Bezug von Sklaven sehr eingeschränkt haben kann. Deshalb646 haben später Strabo, Plutarch, Dio Chrysostomos und Pausanias auf ihren Reisen in Griechenland so viele weite Einöden mit Städteruinen durchwandern müssen.[254]


Quelle:
Jakob Burckhardt: Gesammelte Werke. Darmstadt 1956, Band 5, S. 240-255.
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Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für den zweiten Band eine weitere Sammlung von zehn romantischen Meistererzählungen zusammengestellt.

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