Görz u. Gradiska

[103] Görz u. Gradiska, gefürstete Grafschaft, mit der Markgrafschaft Istrien seit 1849 ein eigenes k. k. Kronland, mit den Kreisen Görz-Gradiska und Istrien, von denen G.-Grad. in die 4 Bez.-Hauptmannschaften G., Tollmein, Gradiska u. Sessana zerfällt. Der Kreis ist 504/5QM. groß, größtentheils Gebirgsland, den südl. Kalkalpen angehörig, vom Isonzo, Idriza etc. bewässert, mit 195000 E., die im Gebirge vorzugsweise Viehzucht, in den südlicheren Gegenden Wein und Seidenbau treiben. G. theilte die Schicksale von Krain, bis es unter Heinrich IV. eine eigene Grafschaft [103] wurde, die an die Grafen von Tyrol erblich überging und von Kaiser Max I. ererbt wurde; seitdem gehört sie mit der Unterbrechung von 1809–14 zu Oesterreich. – G., Hauptstadt am Isonzo, Sitz eines Erzbisthums, theol. Seminars, akademischen Gymnasiums, 11500 E., Zuckerraffinerie, Seiden-, Rosogliofabriken, lebhaften Handelsverkehr.

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Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 103-104.
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