Theben [1]

[448] Theben, Thebä, Stadt in Oberägypten (das nach ihr Thebaïs genannt wird), ägyptische Stadt des Ammon, zuerst Hauptstadt eines eigenen Reichs, dann um 1600 v. Chr. Hauptstadt des vereinigten Aegyptens (s. Bd. I. S. 48), von seinen Königen mit Prachtbauten ausgeschmückt, eine volkreiche Stadt von 3 Meilen im Umfang; sie sank, als gegen 1000 v. Chr. die Residenz der Pharaonen nach Tanis in Unterägypten verlegt wurde und zerfiel schon vor Chr. Doch erhielten sich die Tempelgebäude, deren Zerstörung einer späteren Zeit, namentlich der mohammedanischen, vorbehalten blieb; jetzt stehen auf den Trümmern zu beiden Seiten des Nil die Fellahdörfer Karnak, Luksor, Medinetabu und Gusnah; ungeheure Säulen, Sphinxe, Colosse etc. sind von den Tempel- u. Tempelpalästen noch übrig; deßgleichen unzählige Gräber in dem Wüstenfeld und den Felsenwänden des Nilthales, darunter auch viele Königsgräber in Felsengallerien.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 448.
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