[11.]

[28] Wer yedem narren glouben will

So man doch hört der gschrifft so vil

Der schickt sich wol jns narren spil


11. verachtug der gschrift

verachtūg der gschrift

Der ist ein narr der nit der geschrifft

Will glouben die das heil antrifft

Vnd meynet das er leben söll

Als ob kein got wer / noch kein hell

Verachtend all predig vnd ler

Als ob er nit säh noch hör1[29]

Kem einer von den dotten har

So lieff man hundert mylen dar

Das man von jm hort nuwe mer

Was wesens jn der hellen wer

Vnd ob vil lut fůrend dar jn

Ob man ouch schanckt do nuwen win

Vnd des glich ander affen spil

Nůn hat man doch der gschrifft so vil

Von alter vnd von nuwer ee

Man darff kein zugniß furter me

Noch sůchen die kappel vnd klusen

Des sackpfiffers von Nickelshusen

Got redt das vß der worheit sin

Wer hie sünd düt / der lidt dort pin

Wer hie sin tag zů wißheit kert

Der wirt jn ewikeit geert

Gott hat geschaffen das ist wor

Das säh das oug / vnd hörr das or

Dor vmb ist der blindt vnd ertoubt

Der nit hört wißheit vnd jr gloubt

Oder hört gern nuw mär vnd sag

Ich vörcht / es kumen bald die tag

Das man me nuwer mär werd jnn

Dann vns gefall vnd syg zü synn

Iheremias der schrey vnd lert

Vnd wart von nyeman doch gehört

Des glichen ander wisen me

Des ging harnoch vil plag vnd we


Fußnoten

1 gehör FK


Quelle:
Sebastian Brant: Das Narrenschiff, Basel 1494.
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Das Narrenschiff: Mit allen 114 Holzschnitten des Drucks Basel 1494
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Das Narrenschiff: Nach der Erstausgabe (Basel 1494) mit den Zusätzen der Ausgaben von 1495 und 1499 sowie den Holzschnitten der deutschen Originalausgaben (Neudrucke Deutscher Literaturwerke)
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