Die fünfte Abhandlung.

[123] Der Schauplatz bildet ab einen Kercker.

Sophia. Alexander in gestalt eines Pilgrams. Julia Sabina, Serena, und Flavia, ebenfalls also verkleidet.


SOPHIA.

Nun ist der grosse Streit / der harte Kampf vollbracht!

Die Kinder haben Gold / und Quaal / und Tod verlacht!

Jch habe sie mit Lust dem wieder zugeschicket /

Der mich in keuscher Eh' mit solcher Frucht beglücket!

Dir JESUS / sey gedanckt / daß in so schwerem Werck

Dein Allmacht / deine Gnad und Wundervolle Stärck'

Der Kinder zartes Hertz holdseelig überschattet /

Als Flammen / Lantz' und Beil mit ihnen sich begattet!

Allein! Welch Traur-Spiel wird Sophien seyn bereit!

Der Fessel Todten-Klang / des Kerckers Ewigkeit /

So auch die Helden selbst – Jedoch wer kommt gegangen?

Wie? Wollen Pilgrams-Leut' itzt meine Brust umbfangen?

ALEXANDER.

Beständige Sophie! bewehrtes Mutterhertz!

Dein Löwenstarcker Muth / der auch den grössten Schmertz/

Den eine Mutter ie auf dieser Welt empfunden /

Mit höchstem Ruhm besiegt / macht / daß sich unterwunden

Jtzt Alexander hat / dich in vermummter Tracht

Noch einmahl anzuschaun in dieses Kerckers-Nacht:

Denn aus dem Blitzen ist der Donner leicht zuspühren /

Der deinen keuschen Leib und Seele sol berühren /

Wo unser JESUS nicht aus dieser Qual dich reisst![124]

JULIA SABINA.

Großmüttige Sophie! Dein unbesiegter Geist /

Dein Helden-gleiches Hertz / die ädle Märtrer-Krone /

So dir und deinem Stamm der Himmel giebt zu lohne /

Hat Julien gereitzt in reisender Gestalt /

Eh' deiner Tugend Glut ins Kärckers Wust erkalt /

Aus unverfälschter Gunst / dich / Freundin / zubesuchen.

Es mag der Kaiser mir viel tausend plagen fluchen /

Sabina liebet doch Sophiens Glaubens-Licht /

Biß ihr der bleiche Tod das Lebens-Glas zerbricht!

SERENA.

Hier zeigt sich auch Seren' / O Spiegel kluger Frauen /

Die durch Beständigkeit ein solches Grabmahl bauen

Jhr und den Kindern wird / das man in Demant ätzt /

Das weder Zeit noch Tod mit seinem Stahl verletzt /

Und daß dich in das Buch des Lebens ein wird schreiben!

FLAVIA.

Hier steht auch Flavia / der keine Nacht vertreiben

Die Glaubens-Flamme wird / die sie / Sophie / erweckt

In meiner keuschen Brust! Jch werde nur erschreckt /

Daß ihre Schönheit sol so sonder Ursach büssen /

Und in der düstren Gruft das Edle Leben schlüssen!

SOPHIA.

Daß mir eur Gnadenliecht auch in dem Kercker gläntzt /

Und mein verfinstert Haubt mit neuer Sonn' umkräntzt /

Ist ein solch ruhmbar Werck / das sattsam nie zu preisen!

O übergrosse Gunst / die sich durch Stahl und Eisen

Zu den Gefangnen dringt! Sagt doch / auf was vor Art

Ließ Euch die Schildwach' ein?

ALEXANDER.

Wo Glimpf und Gold sich paart /[125]

Da muß die Ohnmacht selbst durch Ertzt und Felsen dringen:

Denn iede Schlösser kan ein güldner Schlüssel zwingen!

SOPHIA.

O mehr als kluge List! O wol verstelltes Kleid!

Was sind wir Menschen doch in dieser Eitelkeit /

Als stete Wanderer30 / als solche Pilgrams-Leute /

Die gestern auf der Welt / und auf der Bahre heute!

Hier ist kein festes Schloß / kein ewiger Palast!

Drumb ist der Kercker auch Sophien nicht verhass't /

ALEXANDER.

So ists! wir reisen stets durch dieses Rund der Erden /

Biß unsre Glieder dann vom Reisen müde werden /

Und sincken in das Grab / doch wol und mehr als wol

Dem / der gelangen kan in den Saphirnen Pol

Nach wol vollbrachter Reis' / und wie Sophia reisen!

Den werden Engel dort mit Ambrosinen speisen /

Und sein verklährtes Haubt mit Kron und Palm erhöhn /

Wenn jener grosse Tag des Richters an-wird-gehn.

Drumb ist Sophie beglückt / daß sie so reisen müssen.

JULIA SABINA.

O Reise / derer Müh' kan alle Pein versüssen!

O Reise / derer Last des Kerckers schwartze Nacht

Zum allerschönsten Tag / aus Kindern Engel macht /

Und selbst Sophiens Brust in einen Himmel kehret!

Wem solche Pilgramschafft wird auf der Welt gewehret /

Wer also reisen muß durch dieses Thränenthal /

Der kommt mit höchstem Glück' in den gestirnten Saal!

SERENA.

O Reise / derer Bahn zwar Dorn und Disteln zeiget /

Jedoch durch die man auch zum Paradise fleuget /

Wo ew'ge Kaiser Kron' / und Lilg' / und Rosen stehn![126]

Wie wird sich nun Sophie durch solche Reis' erhöhn /

Die nebst den Kindern sie muß itzund auf sich nehmen!

FLAVIA.

O Reise / derer sich kein wahrer Christ darff schämen!

O werthe Pilgramschafft / die Bley in Gold verkehrt /

Und uns vor grobes Garn Scarlat und Sammt gewehrt!

Wie seelig muß man nun Sophiens Wallfahrt preisen /

Auf der Sie und ihr Stamm kan zu dem Himmel reisen!

ALEXANDER.

So reise demnach wol auf dieser Dornenbahn /

Biß du mit Freuden schaust des Höchsten Antlitz an!

JULIA SABINA.

So reise demnach wol auf diesen Folter-Wegen /

Biß sich auf deinen Mund dein JESUS selbst wird legen!

SERENA.

So reise demnach wol auf diesem Unglücks-Meer /

Biß dich mit Nectar tränckt der Cherubinen-Heer!

FLAVIA.

So reise demnach wol auf diesen Zwietrachts-Gräntzen /

Biß dich dein Heiland schmückt mit Palm- und Lorberkräntzen!

SOPHIA.

Ja Liebste! Ja ich wündsch' aus dem Morast zugehn /

Und nebst der Kinder Schaar bey meinem Gott zu stehn:

Der uns bekrönen wird mit solchen Ehren-Lilgen /

Die nie kein Hadrian / kein Nero wird vertilgen!

Und der uns schencken wird ein solches Purpur-Kleid /

Vor dem erzittern muß Tod / Hölle / Welt und Zeit![127]

ALEXANDER.

Mich dünckt / es rauschet was! Wir werden scheiden müssen!

Laß dich zu gutter Nacht / hochwerthe Freundin / küssen!

JULIA SABINA.

Auf diesem Kuße ruht das Siegel unsrer Treu!

SERENA.

Ade mit diesem Kuß! Der Himmel steh dir bey!

FLAVIA.

Dein JESUS helffe dir glückseelig überwinden!

SOPHIA.

Fahrt wol! Fahrt wol! und eilt / eh Euch der Fürst lässt binden!


Sophia. Hadrianus. Heliodorus. Epictetus. Palladia. Antoninus. Svetonius. Julianus. Septitius. Honorius. Die Pagen und Trabanten.


HADRIANUS.

Strahlt unsre Sonne nun in dieses Zimmers Pracht?

Herrscht in dem Paradies Sophiens Wundermacht?

Wil unsre Fürstin uns in diesem Lustwald küssen /

Und uns die bittre Zeit mit Spiel und Schertz versüssen?

Schaut mir die Pallas doch / den klugen Engel an /

Der durch die Weißheit sich so schön vergöttern kan!

Betrachtet doch genau die Venus unsrer zeiten /

Die sich in dem Gemach das Brautbett lässt bereiten!

Wie geht dirs doch / mein Schatz / mein auserwehltes Licht!

Entdecke deinem Knecht / ob ichtwas dir gebricht /

Das deine Göttligkeit nicht sattsam könn' erquicken![128]

Es wird sich Hadrian vor deinem Antlitz bücken /

Dein Wort wird sein Befehl / dein Blitz sein Schrecken seyn!

Wir gehen / was du schaffst / in tieffster Demuth ein!

Du bist mein Sonnen-Rad / ich deine Sonnen-Wende /31

Dein Leib ist mein Altar / mein Abgott deine Hände!

Ach! Laß uns schlaffen gehn! Doch nein! Mein Engel muß /

Eh' ich auf meinem Mund empfange Gruß und Kuß /

Zuvor mit Speis' und Tranck die zarten Glieder laben!


Der innere Schauplatz eröffnet sich / in welchem die Todtenmahlzeit gezeiget wird / nehmlich die drey Köpfe der Kinder mit drey Gläsern Blut.


Schau / wie Diana dich und Bacchus wil begaben

Mit einem Lustpanquet! Nehmt von den Schüsseln weg

Das Seidenreiche Tuch! Mein Engel kost' und schmäck /

Wie dich diß Himmelbrodt / der Nectar wird vergnügen!

Hier schaust du Hirsch und Reh / ja solches Wildprät liegen /

Daß kein Smindyrides auf seiner Tafel hat!32

Geh! Schneide dir was ab! verschmäh nicht meinen Raht!

Jhr aber / derer Treu zu unserm Trost erschienen /

Helfft eure Kaiserin nach Mögligkeit bedienen!

HELIODORUS.

Versuche doch / Sophie! Diß ist der Schönheit Lohn!

Du bist Cleopatra / der Fürst ist dein Anton!

EPICTETUS.

Versuche doch / Sophie / die wolgewürtzten Speisen /

Die Artaxerxes selbst wird höchlich müssen preisen!

PALLADIA.

Versuche doch Sophie den süssen Nectar saft /

Den Ganymedes selbst auf diesen Tisch geschafft![129]

ANTONINUS.

Versuche doch / Sophie / was von den ädlen köpfen /

Bey denen selbst Vitell die höchste Lust kan schöpfen!

SVETONIUS.

Versuche doch / Sophie / den Rosenrothen Wein /

Der den Lucullus selbst und Nero kan erfreu'n!

JULIANUS.

Versuche doch / Sophie / die wundervollen Trachten /

Die Ptolemäus selbst und Straton hoch muß achten!

SEPTITIUS.

Versuche doch / Sophie / diß reine Krystallin /

Dem selbst Sardanapal den Siegs-Krantz reichet hin!

HONORIUS.

Versuche doch / Sophie / diß köstliche Gerichte /

Vor dem Cambyses Gold und Gastmahl wird zu nichte!

HADRIANUS.

Wie? Schmeckt nicht deinem Mund diß angestellte Mahl?

Erkiese / was du wilt! Du hast hier freye Wahl!

Geneuß doch dieser Lust / so dir der Fürst bereitet /

Und auf den Gipfel dich der höchsten Ehre leitet.

SOPHIA.

Welch Mummwerck giebt der Fürst mit seiner Magd doch an /

Mit seiner armen Magd / die kaum noch athmen kan?

Was wil Er einem Weib' ein solches Traur-Spiel weisen?

Ein hochgesinnter Leu kämpft nicht mit schwachen Mäusen /

Ein grosser Elephant mit keiner Hündin nicht!

Wahr ists / diß Trauer-Spiel / diß blutige Gericht /

Dadurch der Kaiser mir die Plagen meint zu würtzen /

Würd' einen blöden Geist leicht in Verzweiflung stürtzen /[130]

So / daß sein Lebens-Schiff zu scheitern müsste gehn:

Allein bey welchem Gott und seine Diener stehn /

Bey welchem JESUS sich mit Gnaden ein-wil-finden /

Der kan auch solche Pein glückseelig überwinden!

So denck' auch nicht der Fürst / daß mich diß Traurspiel schreckt /

Und etwan grössern Schmertz in meiner Seel' erweckt!

Ach nein! Jch bin erfreut / daß nun durch Beil und Wunden

Der Töchter zarte Schaar den sichern Port gefunden

Der wahren Seeligkeit! Hönt immer wie ihr wollt!

Diß Traurmahl acht' ich mehr als tausend Kisten Gold /

Als Ahasverus Pracht und Sybariter Speisen.

Ach liebste Häubter! Ach! Jch muß euch ewig preisen!

Schaut / wie ihr Purpur-Mund in reinem Silber lacht /

Daß sie des Kaisers List / der Hencker Grimm veracht!

Ach werthe Märterer! Ach unbesiegte Kinder!

Wenn komm' ich doch zu Euch / ihr seel'gen Ueberwinder!

HADRIANUS.

Du andre Niobe / du Kinder-reiches Weib /

Hat sich dein Auge nun / dein aufgeblasner Leib

Durch dieses Freudenspiel zur Gnüge recht erquicket?

Hastu so Speis' als Tranck nun sattsam angeblicket?

Jedoch weil meistentheils beym prächtigen Pancquet

Ein wolgezierter Tantz nicht unannehmlich steht /

So sol auch diese Lust mein Augentrost itzt spühren:

Auf! Lasset alsobald die süssen Seiten rühren!


Es erscheinen zwey Todte mit Pfeilen / welche ein höchsttrauriges Ballet nebst untergemischten grausamen geberden gegen die Sophie tantzen.


HADRIANUS.

Gefiell dir dieser Tantz? Diß ist die neuste Art /

Die man zu sondrer Pracht und höchster Wollust spahrt![131]

HELIODORUS.

So hat sich zu Athen Epaminond' erhoben!

EPICTETUS.

Wer wil den Pilades und den Bathyll nicht loben?33

PALLADIA.

Der zuckersüsse Tantz ist Göttern selbst geweiht!

ANTONINUS.

Der zuckersüsse Tantz verzuckert alles Leid!

SVETONIUS.

Der zuckersüsse Tantz / beweget Stein' und Eisen!

JULIANUS.

Den zuckersüssen Tantz muß Plato selber preisen!

SEPTITIUS.

Der zuckersüsse Tantz besieget alle Lust!

HONORIUS.

Der zuckersüsse Tantz erquicket Seel' und Brust!

SOPHIA.

Ach daß ihr also schwärmt! Der blasse Todten Reyen

Kan mich im minsten nicht erschrecken / nur erfreuen!

Hierdurch wird vorgebildt die Eitelkeit der Welt /

Wie der entlarvte Tod so Lust als Leid zerschellt:

Ja eure Seiten sind ein Vorspiel meiner Freuden!

Mein JESU! Lasse mich doch aus dem Traursaal scheiden!

Laß' aus Egyptens Nacht in Canaan mich ziehn!

Laß nebst den Kindern mich im Paradiese blühn!

Mich dünckt / ich sehe schon in über-ird'scher Wonne

Der Töchter Kleeblatt stehn bey der Saphirnen Sonne.


[132] Sophia. Hadrianus. Heliodorus. Epictetus. Palladia. Antoninus. Svetonius. Julianus. Septitius. Honorius. Die Pagen und Trabanten. Der Geist Fidei, Spei und Charitatis in den Wolcken.


FIDES. SPES UND CHARITAS.

Ja / Mutter! du siehst recht! wir sind numehr beglückt!

Der dreymalgrosse Gott hat unsre Seel' erquickt!

Wir haben nun erlangt die Edle Märtrer-Krone /

Die JESUS seiner Schaar aus Gnaden giebt zu Lohne!

Drumb freue dich / Sophie! Du hast durch uns gesiegt!

Schau' / wie Welt / Höll und Tod zu unsern Füssen liegt!

Inzwischen lasse dich / O Mutter / nicht verlangen /

Du wirst in dieser Nacht uns auch / wir dich umbfangen!


Die Geister verschwinden.


SOPHIA.

Jhr Himmels-Gratien. Jhr Kleeblat in dem Pol!

Verzieht! Verzieht! Verzieht! Ach! Wie ist mir so wol!

Wie werden mir beseelt mein' abgekränckte Sinnen!

Wie wollen doch auf mich die Freuden-ströhme rinnen!

Seid tausendmahl gegrüsst / ihr zarten Märtrer / ihr!34

Jhr Spiegel wahrer Treu! Der Mutter höchste Zier!

Seid tausendmahl gegrüsst / ihr schönsten Himmels-Lilgen!

Nun wird kein Hadrian eur Alabast vertilgen /

Eur reines Alabast / das in der lichten Höh

Mit grössrer Klarheit gläntzt als der Demantne Schnee!

Seid tausendmahl gegrüsst / ihr güldnen Himmels-Rosen /

Umb dehrer Scharlach Kleid die Engel selbst liebkosen!

Ach! seel'ge Kinder! Ach! Ach unbefleckte Schaar!

Spes! Fides! Charitas! Spielt vor dem Richt-Altar

Des grossen Gottes! Spielt mit Edlen Siegeszeichen /

Mit Kronen / derer Gold die Seraphinen reichen![133]

HADRIANUS.

Was schwärmt von Kronen sie? Von Rosen / Lilg' / und Schnee?

Ja! Sie sol Krohnen schaun / die nichts als Pein und Weh!

Jedoch welch Scheusal wil itzt in den Kercker dringen!

Wil uns der grimme Tod schon umb das Leben bringen!


Sophia. Hadrianus. Heliodorus. Epictetus. Palladia. Antoninus. Svetonius. Julianus. Septitius. Honorius. Die Pagen und Trabanten / Der Tod.


DER TOD.

Sophie! Ermuntre dich! Dein Freyheitstag bricht an!

Dein Traurflor kehret sich ins schönste Siegesfahn!

Dein düstres Folterhaus ins Kaiserliche Zimmer!

Dein schwartzes Sterbe-Licht in Diamanten Schimmer.

Es ist nun Zeit / Sophie / daß du in sanfter Ruh

Nach rauhem Kampf und Streit die Augen schlüssest zu.

Es ist nun Zeit / Sophie / dich aus dem Schacht zu führen /

Und dein großmächt'ges Haupt mit Lorbern zubezieren!

Es ist nun zeit / Sophie / daß sich dein Märtrer-Krantz /

Dein Sieges-Zweig verkehr' in Sonnenhellen Glantz!

Drumb nim mit Freuden an des Pfeiles sanfte Spitze /

Wodurch dein Leib sich schwingt zum auserwehlten Sitze /

Wo keine Seele nicht vor Spiß und Schwertern zagt!

Dich aber / dessen Grimm die Christen also plagt /35

Hoffärtiger Tyrann / wird nicht mein Pfeil erquicken!

Nein! Sondern deine Brust mit Ach und Weh erdrücken!

SOPHIA.

Willkommen / süsser Tod! Du Labsal meiner Brust!36

Dein Anblick ist mein Trost / dein blitzen meine Lust /[134]

Dein Pfeil mein höchster Schatz / dein Bogen meine Wonne /

Jch wünsche frey zu seyn! Jch sehne nach der Sonne

Der wahren Freude mich! Jch sehne mich zu gehn /

Wo meine Kinder sind / wo meine Töchter stehn!

Dein Pfeil berührt mich zwar; iedoch ie mehr ich fühle

Desselben starcke Kraft / ie mehr zum Freuden Spiele

Mir dieses Traurfest wird! Mein JESU! Lasse nun

Sophiens keuschen Geist in deinen Wunden ruhn!

Es wollen mir numehr erstarren Mund und Worte!

Mein JESU! öffne mir die süsse Lebens-pforte!

Erhalt' im Tode auch die dir verlobte Magd!

Ade / Fürst Hadrian! Ade! Die Jhr mich plagt

In blinder Fantasie! Gott woll' Euch auch erleuchten /

Und mit dem Gnadenöl / wie meine Seel / befeuchten!

Nim /JESU / mich zu dir!

HADRIANUS.

Wie? ist Sophia todt?

Sol sie so schnell entgehn der wolverdienten Noth?

HELIODORUS.

So ists: Jhr Christus wil ihr selbst zum Hencker werden!

EPICTETUS.

Es kan nicht länger blühn das Unkraut dieser Erden.

PALLADIA.

Sie athmet! Sie erstarrt! Jhr schwartzer Geist ist fort!

ANTONINUS.

So fährt der Kaiser ein in den gewündschten Port.

SVETONIUS.

An was für einen Ort wird man den Leichnam schmeissen![135]

JULIANUS.

Es mag der Hunde Grimm den todten Hund zerreissen!

SEPTITIUS.

Wer als ein Vieh gelebt / verdient nicht Flamm' und Bahr.

HONORIUS.

So kan sich spiegeln recht der Christen tolle Schaar.

HADRIANUS.

Schimpft nicht Sophiens Leib / noch die erblassten Kinder!

Verfahrt mit ihrer Leich und Gliedern ichtwas linder!

Sie hätten zwar verdient / daß unser Richterstab

Sophien stellte dar ein höchst-beschimpftes Grab:

Allein weil Tugend auch in Feinden ist zu preisen /

Weil der Sophien Muth besieget Blitz und Eisen /

Und selber die Natur uns hier Gesetze schreibt;

So werde diese Schaar der Erden einverleibt.

Denn wer das güldne Fahn des Nachruhms wil erlangen /

Der muß verächtlich nicht mit blassen Leichen prangen!


Reyen


Der Beständigkeit / des Glaubens / der Hoffnung /der Liebe / des Fleisches / der Welt / des Todes / des Teufels / und der Engel.


DIE BESTÄNDIGKEIT.

Bestandigkeit trotzt alle Donner-wetter /

Sie steht / obschon Luft / See / und Erde kracht;

Sie ist allein der mächtigste Erretter /

Wenn Satan sich an Seel und Glieder macht.

Schaut / wie mein Arm den Höllen-Hund gebunden /

Weil ihn SOPHIE großmüttig überwunden![136]

DER TEUFEL.

Ach! Ach! Ach! Ach!

Wie quählt mich diese Rach'!

DER GLAUBE.

Der Glaube treibt den schwartzen Rauch von sammen /

Der oft entsteht aus der Begierden Licht /

Diß werthe Creutz erwecket heil'ge Flammen /

Wenn Fleisch und Blut den müden Geist anficht.

Schaut / wie vor mir die schnöde Magd sich bücket /

Weil durch ihr Garn nicht FIDES ward berücket!

DAS FLEISCH.

Ach! Ach! Ach! Ach!

Wie quählt mich diese Rach'!

DIE HOFFNUNG.

Die Hoffnung ist das Labsal aller Schmertzen /

Jhr Ancker wird durch keinen Sturm zerschellt;

Sie achtet nichts das falschgesinnte Schertzen /

Das uns zeigt die Sirene dieser Welt:

Schaut / wie sich itzt die tolle Sclavin kräncket /

Weil SPES durch sie nicht abwerts ward gelencket!

DIE WELT.

Ach! Ach! Ach! Ach!

Wie quählt mich diese Rach'!

DIE LIEBE.

Die Liebe bleibt das Wunder aller Wunder /

Sie kehrt in Lust das allergrimmste Weh;

Je grössre Qual / ie heller wird ihr Zunder /

Bis Sie sich schwingt auf die gestirnte Höh.

Schaut / wie der Tod vor meinen Füssen lieget /

Weil CHARITAS dem Riesen obgesieget![137]

DER TOD.

Ach! Ach! Ach! Ach!

Wie quält mich diese Rach'!

DER TEUFEL.

Ach!

DAS FLEISCH.

Ach!

DIE WELT.

Ach!

DER TOD.

Ach!

ALLE VIER zusammen.

Wie quählt uns diese Rach'!

Ey! Lasset uns doch aus den Ketten gehen!

Man wird hinfort stets eure Macht erhöhen!

BESTÄNDIGKEIT, GLAUBE, HOFFNUNG UND LIEBE.

Was heulet ihr? Nein / Sclaven! Nein! Ach nein!

Die Tugend siegt! Es kan nicht anders seyn!


Der Schauplatz eröffnet sich oben / und stellet vor einen helleuchtenden Himmel / aus welchem sich vier und zwantzig Engel nebst einem prächtigen Triumphs-Wagen / vielen Fackeln / Kronen und Palmzweigen auf die Erde lassen.


Jedoch welch Glantz umstrahlet unsre Glieder?

Wie? Lassen sich die Engel bey uns nieder?

ALLE ENGEL.

Wir kommen aus dem Sternen-Saal

Mit hellem Schein / mit Kron- und Palmenzweigen[138]

Auf dieses threnenreiche Thal /

Des Höchsten Macht und grosse Gunst zu zeigen.

Jhr Sterblichen / erschrecket nicht /

Daß Engel sich zu euren Gräntzen machen!

Es fodert unsre Lieb' und pflicht /

Die Tugenden holdseelig an-zu-lachen.

Sophia lockt uns aus der Höh /

Die Schertz und Schmertz dem Himmel nachgesetzet:

Drumb ist sie werth / daß sie nach Weh

Mit Lorberreiß und Palmen werd' ergötzet.

ZWEY ENGEL.

Steigt / Liebste / nun auf dieses Wagens-Pracht /

Die ihr Fleisch / Welt / und Höll' / und Tod bezwungen!

Sitzt auf! Sitzt auf! So wird der Geist bedacht /

Der sich durch Gott biß in den Pol geschwungen!

Beständigkeit / nihm an den Lorberkrantz /

Den selber wir mit eigner Hand gewunden;

Den Palmenzweig / durch dessen güldnen Glantz

Die wahre Ruh der Seele wird gefunden.

Des Glaubens Gold und reiner Diamant

Vergrössert sich durch diesen Zweig und Krone:

Drumb nihm ihn an von unsrer Siges-Hand.

Solch Kleinod kriegt der Glaube stets zu Lohne!

Nim / Hoffnung / an das Merckmahl unsrer Gunst /

Den Ehrenkrantz / diß grüne Sieges-Zeichen!

So wird begabt / der nicht den schwartzen Dunst

Der Eitelkeit lässt in die sinnen schleichen!

Du ädles Bild / das Höll' und Tod bezwingt /

Nim freudig an / was dir der Himmel schencket!

So wird erquickt / der sich zun Sternen schwingt /

Und niemahls sich mit ird'scher Wollust kräncket!

Spannt numehr an Fleisch / Hölle / Welt / und Tod!

Kein schöner Thier kan zieren disen Wagen:[139]

So kan man sich befreyn von aller Noth /

Wann unter uns die Feinde müssen zagen!

DER I. ENGEL:

Jo Triumph! Beständigkeit besteht!

DER II. ENGEL:

Jo Triumph! Der Glaub' ist durchgedrungen!

DER III. ENGEL:

Jo Triumph! Der Hoffnung ists gelungen!

DER IV. ENGEL:

Jo Triumph! Die Liebe wird erhöht!


Alle Engel / in deme sie sich nebst denen auf dem Triumphs-Wagen sitzenden Vier Tugenden widerum in den Himmel schwingen /schlüssen nebst untergemischten Violinen / Trompeten und Heerpaucken also.


»Drumb welcher hier und dort den Himmel wil erblicken /

Den muß Beständigkeit / Glaub' / Lieb' und Hoffnung schmücken!«[140]

Fußnoten

1 V. 9. Sophia ist zu Rom aus hochädlem Stamm entsprossen / sintemahl ihre Vorfahren iederzeit die höchsten Ehren-Aempter in Italien verwaltet / wie solches EX SIMEON. METAPHR. LAUR. SUR. IN VIT. SANCT. TOM. IV. M. AUG. IN MARTYR. SOPHIÆ FILIARUMQUE EJUS c. 3. ingleichen BARON. ANNAL. IN HADR. LUCIUS IN HADR. und andere bezeugen.


2 V. 14. Durch diese drey Lilien werden ihre drey Töchter FIDES, SPES, und CHARITAS, welche als schönste Lilien der unbefleckten Keuschheit gegrünet / verstanden. Hieher gehöret das fürtreffliche EPIGRAMMA des Sinnreichen Jesuitens BIDERMANNI, wenn er LIBR. 3. EPIGR. 4. die Sophie also redende einführet:


Tres peperi obstetrice Parens Virtute puellas,

Quarum quaeque sua digna parente fuit.

His tria felici sunt indita nomina partu,

Nec sua cassa tribus Nomina Rebus erant.

Accepit FIDEI Natarum maxima Nomen,

Jussa fuit Nomen ferre secunda SPEI;

Indidit aetherei sibi tertia Nomen AMORIS,

Et docuit Nomen quaeque puella suum.

Sic Ego Virtutes peperi, quot pignora. Partus

(Parcite!) Debuerat crebrior esse mihi.


3 V. 67. 68. 69. 70. 71. Diese alle haben in damahliger Verfolgung zur zeit Sophia: nach ausgestandener vielfacher Marter und Pein ihr Leben vor den Nahmen JESUS unverzagt aufgesetzet: wie hiervon IN CHRONOGRAPH. PETR. OPMEER. P.M. 426. und andern mit mehren zusehen.


4 V. 73. So erbärmlich ist der Christen Zustand damahls gewesen / daß sie auch in den unterirdischen Grüften / wohin sie sich vor der Heiden Grausamkeit geflücht und heimlich ihrem Jesu gedienet / nicht Ruhe gehabt; sondern entweder ausser denselbten auf offentlicher Strasse durch tyrannische Waffen / wie dem Christlichen Bischoffe SIXTO I. und dem H. CYPRIANO wiederfahren; oder in denselbten durch Entziehung aller Lebensmittel / wann nehmlich die Gruft von den Verfolgern feste zugestopffet worden /wie dem Gottseeligen Bischoffe DIODORO begegnet / ihre gequählte Seele ausblasen müssen. Besiehe hievon EUSEB. LIB. 8. HIST. C. 6. imgleichen PAUL. ARINGH. ROM. SUBTERR. TOM. 1. LIB. 1. C. 2.


5 V. 78. Alle dise Ketzereyen / so allhier / wie auch in folgenden Reyen HUJUS ACT. 1. vorgestellet /und IN JUR. CANON. CAUS. 24. Q. 3. C. QUIDAM AUTEM HAERETICI. imgleichen IN JUR. CIV. L. 5. C. DE HAERET. & MANICH. nebst vielen andern mehr ordentlich erzählet werden / sind zu Hadriani zeiten im schwange gegangen / und haben der Christlichen Kirche durch sothane irrige Zerspaltungen mehr Schaden zugefüget / als die Verfolgung selber / wie EUSEBIUS hiervon gar vernünftig urtheilet.


6 V. 86. HAERETICI PLERUMQUE SUNT HYPOCRITAE. VID. RICHT. IN AXIOM. ECCLES. AX. 215. wie auch der Grundgelehrte SAVEDRA SYMB. 27.


7 V. 93. SVETONIUS ist ein abgesagter Feind der Christen gewesen / allermassen solches aus dem schönen Titel / den Er ihnen IN VIT. NERON. C. 16. giebt / erhellet: AFFLICTI, INQUIT, CHRISTIANI, GENUS HOMINUM SUPERSTITIONIS NOVAE AC MALEFICAE. Ja er scheuet sich nicht CHRISTUM unsern Erlöser ofters CHRESTUM zu nennen. VID. CHRIST. MATTH. THEATR. HISTOR. LIB. 4. IN HADR. P. 184.


8 V. 99. Hier wird gezielet auf diß / was TERTULL. IN APOLOG. C. 40. von der Heiden Grausamkeit wider die Christen erzählet: SI TIBERIS ASCENDERET IN ARVA, SI CŒLUM STARET, SI TERRA MOVERETUR, SI FAMES, SI LUES, STATIM: CHRISTIANOS AD LEONES! Also hat der Satan damahls gespielet! Alles Ungemach / so etwan im Römischen Reiche ohne eintzige Ursache der Christen entstund / wurde ihnen aufgebürdet. Denn ihre Widersacher gaben vor / sie wären rechte Mißgebuhrten und flüche der Erden / und weil sie der Kaiser ungestrafft lisse / so zürneten die Götter / und würde Er derowegen samt ihnen mit Erdbeben /Krieg / Pestilentz / und andern Drangseeligkeiten heimgesucht. Welches aber weitläufftig und gründlich widerleget hat D. AUGUSTIN. LIB. 2. SEQQ. DE C.D.


9 V. 197. Diser Bischoff / nach dem er der Christlichen Kirche zu Rom biß ins Eilfte Jahr löblich vorgestanden / hat ebenfalls in dieser Hauptverfolgung nebst zweyen DIACONIS, EVENTIO und THEODORO auf der Nomentinischen Strasse durch Vergiessung seines Blutes die Märtyrer Krone erlanget /wie disfalls berichten PLATIN. & STELLA IN VIT. ALEXANDRI I. ingleichem OPMEER. CHRONOGR. P.M. 415. und ARINGH. ROM. SUBT. TOM. 2. LIB. 4. C. 22.


10 V. 256. Die Sonne der Italiänischen Poeten MARINO, auf welchen ich hier gesehen / beschreibet unter andern in seinem zuckersüssen ADONIS CANT. 1. OTTAV. 149. das Dorffleben mit köstlichsten Worten / in dem er den vergnügten Landmann also redende einführet:


LUNGE DA' FASTI AMBITIOSI È VANI,

M' È SCETTRO IL MIO BASTON, PORPORA IL VELLO,

AMBROSIA IL LATTE, A CUI LE PROPRIE MANI

SCUSANO COPPA, E NETTARE IL RUSCELLO.

SON MINISTRI BIFOLCHI, AMICI I CANI,

SERGENTE IL TORO, E CORTIGIAN L' AGNELLO,

MUSICI GLI AUGELLETTI, E L'AURE, E L'ONDE,

PIUME L'HERBETTE, E PADIGLION LE FRONDE.


Welches ich also übersetzet:


Von mir ist weit entfernt der Ehrgeitz dieser Erden /

Mein Scepter ist ein stab / mein Purpurrock ein Fell;

Mir muß die reine Milch zu Ambrosinen werden /

Den Nectar reichet mir ein silberklahres Quell.

Bock / Ochsen / Hund / und Lamm sind meine Hof-Trabanten /

Auf die mein Hertze mehr als Spieß und Schwerdter baut:

Luft / Vögel / und die Bach sind meine Musicanten;

Mein Pfühl ist Laub und Graß / die Decke Blum und Kraut.


Besihe auch hiervon LES HARANG. HEROIQ. DE MONS. DE SCUDERY EN SECOND. PART. HAR. 5. allwo unter verblühmten Nahmen die Schäfferin Amaryllis gegen ihrem Tityro die Fürtreffligkeit des Feldlebens über die massen schöne ausführet.


11 V. 339. Aus heiliger Göttlicher Schrift / und insonderheit MATTH. 17. V. 20. LUC. 17. v. 6. 1. CORINTH. 13. V. 2. ist der wunderthätige Stärcke des wahren Glaubens gegen Gott / durch welchen auch Berge versetzt werden können / mehr als zuwohl bekant. Hieher schicket sich nicht uneben das ausbündige EPIGRAMMA, welches ein gelehrter Kopf über den aus einem Steine gehauenen / und weiland den Heidnischen Kaisern AUGUSTO und TIBERIO, numehro aber vom Babst SIXTO V. ANNO 1586. aus dem CAMPO MARTIO IN CAMPUM FLAMINIUM versetzten / und dem heiligen Creutze gewiedmeten OBELISCUM folgender Gestalt abgefasset hat:


ECCE CRUCI EXCELSAE NUNC SUBJICIUNTUR HONORES

INDUPERATORUM, MUNERE, SIXTE, TUO.

DUM TRANSFERS MONTES MONTALTI E MONTE RECISOS,

ILLUD, SIXTE, FACIS, QUOD FACIT IPSA FIDES.


Von diesem OBELISCO besiehe KIRCHER. IKN OEDIP. AEGYPT. TOM. 3. SYNT. 3.


12 V. 9. Hadrianus ist durch Hülffe der Plotinen /Trajani Gemahlin / von welcher er geliebet ward /zum Kaiserthum befödert worden: Dannenhero er ihr auch nach ihrem tode einen kostbaren Tempel erbauet / und sie hefftig betrauret: wie solches DION. IN HADR. §. 1. & 5. ingleichem SPARTIAN. und XIPHIL. bezeugen.


13 V. 12. Was vor eine erschreckliche Niederlage die wider HADRIANUM unter eines verwegenen Menschens / welcher nach der Weissagung Bileams NUM. 24. v. 17. sich Barchochab / das ist / ein Sternkind genennet / auch deßwegen vom RABBI AKIBA zu ihrem Messia und Könige gesalbet worden / Anführung rebellirende Juden mit ihrem unverwindlichen Schaden und Spott erlitten / solches beschreibet ausführlich JOSEPH. DE B.J. EGESIPP. EUSEB. LIB. 4. HIST. ECCL. C. 6. und andere. Hiervon kan auch gesehen werden SANHEDRIM FOL. 97. ZEMACH. DAVID. FOL. 41. ECHTA RABTHI FOL. 77. und BERESCHIT RABBA FOL. 74.


14 V. 127. Diser als er von Hadriano zum Land Vogte in Asia gemachet wurde / und scharff nach den Christen forschen ließ / kam eine sehr grosse Menge derselbten vor seinen Richt-Stuhl gelauffen / welche einmüttig / daß sie Christen wären / bekannten / und zusterben verlangten. Worüber Antoninus bestürtzet /bloß etliche von den Fürsnehmsten gefangen nahm /den andern aber andeutete / wo sie ja sterben wolten /so könten sie sich selbst mit Stricken erhencken / oder von Thürmen herab stürtzen; Sie dürfften sich deßwegen nicht ferner bey ihm angeben. SPARTIAN. & TERTULL. AD SCAPUL. C. 5. Welche preiswürdige Begierde der Christen vor ihren JESUS zu sterben PRUDENTIUS IN HYMN. DE S. ROM. gar tröstlich also beschrieben:


CONSPIRAT UNO FŒDERATUS SPIRITU

GREX CHRISTIANORUM AGMEN IMPERTERRITUM

MATRUM, VIRORUM, PARVULORUM, VIRGINUM;

FIXA & STATUTA EST OMNIBUS SENTENTIA:

FIDEM TUERI, VEL LIBENTER EMORI.


OCCUMBEBANT ENIM, NON SUCCUMBEBANT; TRIUMPHABANT & MORTUI, saget BERNHARD. LIB. 3. DE CONVERS. AD EVANG.


15 V. 192. RELIGIO SVADENDA, NON COGENDA. COACTA ENIM VOLUNTAS NON EST VOLUNTAS, JUXTA REG. JUR. Hieher gehöret der schöne Ort LACTANTII LIB. 5. INSTIT. DIVIN. C. 19: QUIS JMPONAT MIHI NECESSITATEM VEL CREDENDI, QUOD NOLIM; VEL QUOD VELIM, NON CREDENDI? NIHIL TÀM VOLUNTARIUM, QUÀM RELIGIO; IN QUA SI ANIMUS AVERSUS, JAM SUBLATA, JAM NULLA EST. Also hat Theodoricus an den Rath zu Rom geschrieben: RELIGIONEM JMPERARE NON POSSUMUS: QUIA NEMO COGITUR, UT CREDAT INVITUS: wie beym CASSIODORO dißfalls zu lesen. Und der Glorwürdigste Kaiser MAXIMILIANUS II. hat pflegen zu sagen: NULLAM ESSE TYRANNIDEM INTOLERABILIOREM, QUÀM CONSCIENTIIS DOMINARI VELLE: QUIA SOLUS DEUS SIT CONSCIENTIARUM DOMINUS. Welcher gestalt sonsten ein Fürst in solchen Fällen klüglich verfahren solle / weiset / vieler anderer zugeschweigen / gar schöne BODIN. LIB. 4. DE REPUBL. C. 7.


16 V. 341. Alle diese erschreckliche martern und Hinrichtungen der ärmsten Christen / so in diesem Reyen und sonsten vorkommen / erzählet TERTULL. IN APOLOG. C. 12. CYPRIAN. LIB. DE LAPS. EU SEBIUS EX DIONYS. ALEXANDR. LIB. 2. HIST. C. 21. 24. OROS. L. 7. C. 7. ARINGH. IN ROM. SUBT. TOM. 2. LIB. 6. C. 50. und insonderheit ANTON. GALLON. IN TR. DE CRUCIAT. MARTYR. Wie grausam noch heutiges Tages die Ungläubigen Japaner und Sineser mit den gefangenen Christen umgehen / und wie diese / bevorab die zarten Kinder / so beständig über ihrem Christo halten / berichtet nebst andern ERASM. FRANC. in seiner Schaubühne / QUEM VIDE.


17 V. 28. Sophia thut hier vor dem Kaiser ihr Glaubens-Bekenntnüß von Christo / und nennet Ihn ein Licht / sehende auf die heilige Schrift / worinnen unser Erlöser hin und wieder / fürnehmlich aber Johann. 1. v. 9. c. 8. v. 12. τὸ φῶς τὸ ἀληθινόν, ὁ φωτίζει πάντα ἀνθρωπον, ἐρχόμενον εἰς τὸν κόσμον, das warhafftige Licht / welches alle Menschen erleuchtet / die in diese Welt kommen / genennet wird. Und deßwegen bekennen wir auch im Nicenischen SYMBOLO, daß der Sohn Gottes sey LUMEN DE LUMINE, & DEUS VERUS DE DEO VERO. Auf wievielerley Art sonsten das Wörtlein LUX in heiliger Göttlicher Schrift verstanden werde / zeiget gar schöne und gründlich WALTHER. IN HARMON. BIBL. SUPER MATTH. C. 5. V. 15. P.M. 740. 741.


18 V. 79. Wer dieses that / und den Heidnischen Götzen auf ihr brennend Altar Weirauch streute / der hatte schon hierdurch seinen Herren JESUM verläugnet / und ward vor einen Abgefallenen gehalten / gestalt solches aus EUSEBIO, THEODORETO, SOCRATE, und andern sattsam zuersehen. Besiehe auch hiervon die von dem seel. GRYPHIO, in seiner Anmerckung über die FELICITAS ACT. 3. V. 159. angeführte CONCILIA und AUTORES, in welchen alle umbstände der damahligen Verleugnungen Christi ausführlich beschrieben werden.


19 V. 173. Daß die Heidnischen Priester die drey Töchter der Sophie / nach dem sie an ihnen zugleiche nichts ausrichten können / hernachmahls getrennet /und iede absonderlich vorgenommen / auch mit köstlichen Worten und Geschencken zum Abfall bewegen wollen / erwehnet SUR. und LUCIUS D.L.


20 V. 215. Daß Fides / nach dem sie der DIANA keinesweges opfern wollen / hefftig mit Ruhten gestrichen worden / bezeuget SUR. C. 7. und LUC. IBID.


21 V. 231. Das Spes also gepeiniget worden / erwehnet SUR. C. 11. Dieses Werckzeug der Marter wird auf Lateinisch UNGULA genennet / weil es in gestalt einer wilden Thieres Klau aus Eisen und Stahl verfertiget gewesen / allermassen dessen nicht allein beym CYPRIAN. LIB. DE LAPS. AUGUSTIN. IN EPIST. AD MARCELL. TERTULL. IN SCORPIAC. ITEM IN EJUSD. LIB. DE JEJUN. & IN APOL. C. 12. & 30. sondern auch IN L. UN. C. DE EMEND. SERV. SUB VERB. FERARUM UNGUIBUS LATERA PERSECANDO. & IN L. 7. C. DE MALEFIC. & MATHEM. IBIQUE GOTHOFRED. IN NOT. ingleichem IN C. THEODOS. EOD. TIT. SUB. VERB. FERARUM VESTIGIIS LATERA PERSECANDO. und IN BARON. NOT. AD D. 16. MART. erwehnet wird. Mit dieser eisernen Thieres-Klau sind die armen Christen elendiglich am Gesichte und an allen Gliedern zerrissen und zerfleischet worden: wie solches unter andern PRUDENT. IN PERIST. HYMN. 10. andeutet:


IMPLET JUBENTIS DICTA LICTOR IMPROBUS,

CHARAXAT AMBAS UNGULIS SCRIBENTIBUS

GENAS, CRUENTIS & SECAT FACIEM ROTIS;

HIRSUTA BARBIS SOLVITUR CARPTIM CUTIS,

AD MENTUM AD USQUE VULTUS OMNIS SCINDITUR.


Hiervon ist insonderheit zusehen ARINGH. ROM. SUBTERR. TOM. 1. LIB. 2. C. 4. & TOM. 2. LIB. 6. C. 1. allwo dergleichen Werckzeug / so verwichener Zeit in CALEPODII unterirdischem Begräbnisse zu Rom gefunden und ausgegraben worden / abgebildet zu finden.


22 V. 241. Daß die unschuldige Charitas an ein höltzernes Creutze gebunden und allenthalben an ihrem zärtesten Leibe mit spitzigen pfriemen durchstochen worden / berichtet SUR. C. 13.


23 V. 141. SIMULATIO RELIGIONIS IPSIS SIMULATORIBUS RARÒ BENÈ CEDIT. Hiervon handelt weitläufftig PETR. GREG. THOLOSAN. LIB. 13. DE REPUBL. C. 12.


24 V. 152. Die Kaiserin vergleichet allhier Sophien wegen ihrer unbeweglichen Großmüttig- und Beständigkeit diesen zweyen berühmten Amazonen. Jener zwar / nehmlich der Harpalice / gedencket VIRGIL. LIB. 1. ÆNEID. mit diesen Worten:


– – VEL QUALIS EQUOS THREISSA FATIGAT

HARPALICE. – – –


Dieser aber / nehmlich der Rhodogune / POLYAEN. LIB. 8. VID. QUOQUE ZWING. IN THEATR. VIT. HUM. LIB. 4. P.M. 458.


25 V. 239. Fast auf gleichen Schlag redet die verbuhlte CORISCA beym GVARINI NEL PASTOR FIDO ATT. 1. SC. 3:


CHE VAL BELTÀ NON VISTA? E SE PUR VISTA

NON VAGHEGGIATA? E SE PUR VAGHEGGIATA.

VAGHEGGIATA DA UN SOLO? – –

LA GLORIA, E LO SPLENDOR DI BELLA DONNA

E L' HAVER MOLTI AMANTI. – –


Dieses verdeutsche ich also:


Was gilt die Schönheit doch / die keine Seel erblickt?

Und so man sie erblickt / nicht würcklich kan genüssen?

Was hilfft auch der Genieß / der einen nur erquickt /

Wenn nicht ein andrer auch kan ihren Purpur küssen?

Der schönen Frauen Lob und Ansehn ruht auf dem /

Daß eine Vielen sich / nicht Einem nur / bequähm.


26 V. 283. Derogleichen abscheulicher Laster / als Aufruhres / Blutschande / Kindermordes / Kirchenraubes / Zaubereyen / &c. wurden die unschuldigen Christen damahls von den Heiden fälschlich bezüchtiget; welches alles aber TERTULLIANUS und JUSTINUS in Jhrer Schutzrede stattlich widerleget.


27 V. 341. Fides hat im zwölften / Spes im zehnden /und Charitas im Neunden Jahre ihren Geist vor den Heiland aller Welt hertzhafftig aufgegeben / wie SUR. C. 6. meldet.


28 V. 351. Als der Kaiser nochmahls an diese drey Töchter setzte / und weder durch Gaben noch Marter sie zur Verläugnung ihres Erlösers bringen konnte /befahl er in ihrer Gegenwart die Mutter hefftig zu geisseln / umb sie durch dieses Trauerspiel wegen angebohrner kindlichen Liebe zum Abfall zu bewegen; worauf aber die beständigen Kinder mit freudigem Gemühte also antworteten: AMAMUS BONA, IN QUAE NON CADIT INTERITUS, & SPONSUM, QUI NON PERIT. QUOD AUTEM MINARIS, MATREM TE ESSE FLAGELLATURUM, TANQUAM HOC MODO NOS TERRITURUS PROPTER NATURALEM SYMPATHIAM, NIHIL CURAMUS. QUID ENIM CHRISTIANIS POTEST ESSE JUCUNDIUS, QUÀM PATI PRO CHRISTO? SUR. IBID.


29 V. 493. In diesem und den folgenden fünf Versen habe ich mein Absehen gehabt auf die unvergleichliche Grabschrift der hingerichteten MARIAE STUARDAE, Königin in Schottland / welche der Hochgelehrte Cardinal MAPHAEUS BARBERÎNI, so hernachmahls auf dem Bäpstlichen Stule den Nahmen URBANI VIII: angenommen / nebst etlichen andern seinen sinnreichen Getichten P.M. 51. der Nachwelt folgender gestalt hinterlassen:


TE QUANQUAM IMMERITAM FERIT, Ô REGINA, SECURIS,

REGALIQUE TUUM FUNUS HONORE CARET;

SORTE TUA GAUDE, MŒRENS NEQUE SCOTIA PLORET;

EN TIBI POMPA, TUAS QUÆ DECET EXEQUIAS:

NAM TIBI NON PARIES ATRO VELATUR AMICTU;

SED TERRAS CIRCUM NOX TENEBROSA TEGIT.

NON TIBI CONTEXTIS LUCENT FUNALIA LIGNIS,

SED CŒLI STELLÆ. NÆNIA TRISTIS ABEST;

SED CANIT AD PHERETRUM SUPERÛM CHORUS ALIGER, & ME

CŒLESTI INCIPIENS VOCE SILERE JUBET.


Solches habe ich also übersetzet:


Muß gleich / O Königin / das Richtbeil dich verletzen /

Wird dein Begräbnüß schon nach würden nicht geziert;

Doch wohl dir! Schottland darff sich nicht in threnen netzen;

Schau / was vor Pracht dich schmückt / so deinem Sarch gebührt:

Denn dein Gemach sol zwar kein Traurgewand beschwärtzen /

Doch traurt die Erde selbst im Boi pechschwartzer Luft;

Kein Aedler wartet auf mit güldnen Todten-Kertzen /

Doch leucht der Himmel dir mit Sternen selbst zur Gruft:

Man hört kein Klageweib umb deine Bahre schreien;

Doch machen Engel uns selbst solche Wehmuth kund;

Und weil diß heil'ge Volck stimmt an den schönsten Reien /

So muß ich sterblicher verschlüssen meinen Mund.


30 V. 50. Hierüber hat gar schöne Gedancken B. AUGUSTIN. DE DOCTRIN. CHRIST. LIB. 1. C. 1.


31 V. 115. Hier zielet zwar hönisch / doch warhafftig / Hadrianus auf die schönen Augen und wolgebildtes Antlitz / womit Sophia begabet gewesen. Hieher gehöret die Sinnreiche Beschreibung schöner Augen /welche IN ASSARINI STRATONICA LIB. I. CIRCA FIN. zubefinden: SONO GLI OCCHI MI RACOLI DEL VOLTO, ABBOZZO DELLA DIVINITÂ. POTREBBESI ANCO DIRE, CHE SONO HOROLOGI D'AMORE CHE FITTI NELLA PARETE D'UN VOLTO, MOSTRANO COLLA LANCETTA DEL GVARDO I PUNTI DELL'HORE FELICI Ò INFELICI À GLI AMANTI. Das ist: die Augen sind ein Wunderwerck des Gesichtes / ein Entwurff der Göttligkeit. Ja man könnte sagen / daß sie Sonnen-Uhren der Liebe sind / angehefftet auf die Tafel des Gesichtes / zeigende mit dem Weiser der Blicke denen Verliebten die Minuten ihrer glückseelig – oder unglückseeligen Stunden. Die Majestät aber eines schönen Antlitzes bildet ab der Fürtreffliche LOREDANO NE' SCHERZI GENIALI NEL ANTONINO CARACALLA AMANTE, allwo der Verliebte Antoninus die JULIAM also anredet: IL TUO VOLTO È UN ABBOZZO DI QUELLI DEL PARADISO; ANZI È UN PARADISO ISTESSO, PROVANDO I MIEI OCCHIO LA BEATITUDINE NEL RIMIRARTI. H.E. Dein Antlitz ist ein Entwurff der Antlitzer im Paradise: ja es ist ein Paradieß selber: sintemal meine Augen in deiner Beschauung die Seeligkeit empfinden. Besiehe Selbten mit mehrem NELLA LUCRETIA VIOLATA IN MED.


32 V. 125. Smindyrides ein Sybariter hat so viel auf das niedliche Fressen gehalten / daß er / als er des Clisthenis Tochter Agaristiam ehlichen wolte / vorhero nacher Sicyonien reisete / und von dannen tausend Köche / tausend Vogelsteller / und tausend Fischer mit sich auf die Hochzeit brachte / wie ÆLIAN. LIB. 12. VAR. HIST. solches bezeuget.


33 V. 148. Dise zwey sind berühmte Täntzer zu Augusti zeiten in Rom gewesen / DE QUIBUS VID. DION IN AUGUST.


34 V. 213. Also redet PRUDENTIUS die unschuldige Bethlehemitische Knäblein an:


SALVETE FLORES MARTYRUM,

QUOS LUCIS IPSO IN LIMINE

CHRISTI INSECUTOR SUSTULIT,

CEU TURBO NASCENTES ROSAS!

VOS PRIMA CHRISTI VICTIMA

GREX IMMOLATORUM SACER,

ARAM ANTE CHRISTI SUPPLICES

PALMA & CORONIS LUDITE!


35 V. 242. Welcher gestalt Hadrianus / auf dessen zukünftigen Tod hier gesehen wird / seine abscheidende Seele angeredet und kläglich ausgehauchet / ist aus den Römischen Geschicht-Schreibern bekant. Dieses aber ist denckwürdig / was die CENTUR. MAGDEBURG. CENT. 2. CAP. 12. von ihme erzehlen / daß er nehmlich in seinen Todes-Nöhten unter grösster Qual und Schmertzen / der Sophie und ihrer Töchter indenck / also geseuftzet und geruffen habe: O DEUS TRIUM VIRGINUM & EARUM MATRIS, VELOCIUS ANIMAM MEAM EDUC È CORPORE! SCIO ENIM, QUOD PROPTER ILLAS OMNIA HÆC MALA IN ME IRRUERUNT.


36 V. 245. Daß Sophia bey den Leichen ihrer Töchter nicht aus Kummer und Hertzeleid / wie LUCIUS meldet / sondern aus heiliger Begierde mit ihnen bey ihrem Jesu zu seyn / sanft und seelig verschieden /auch hernachmals nebst den Kindern in ein Grab geleget worden / bezeuget ofterwehnter SUR. C. 14. Sonsten ist die ruhmwürdige Sterbensbegierde der Frantzösischen Jungfer GENOFEVA, wie auch des Herren DE LA THOU, in dem er auf der Trauerbühne den Hencker mit diesen Worten geküsset: Jch liebe dich /weil du mich zum Paradiese beföderst! und anderer mehr aus den Jahrbüchern bekant. Wer wolte derowegen nicht auch mit der heiligen Monica ausruffen und sagen:

Evolemus, Evolemus ad beata Gaudia!

Tantum.

Δ. T. Θ.


Quelle:
Johann Christian Hallmann: Sämtliche Werke. Band 2, Berlin und New York 1975.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Grabbe, Christian Dietrich

Napoleon oder Die hundert Tage. Ein Drama in fünf Aufzügen

Napoleon oder Die hundert Tage. Ein Drama in fünf Aufzügen

In die Zeit zwischen dem ersten März 1815, als Napoleon aus Elba zurückkehrt, und der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni desselben Jahres konzentriert Grabbe das komplexe Wechselspiel zwischen Umbruch und Wiederherstellung, zwischen historischen Bedingungen und Konsequenzen. »Mit Napoleons Ende ward es mit der Welt, als wäre sie ein ausgelesenes Buch.« C.D.G.

138 Seiten, 7.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten. Elf Erzählungen

Romantische Geschichten. Elf Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für diese preiswerte Leseausgabe elf der schönsten romantischen Erzählungen ausgewählt.

442 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon