Erster Pfingsttag
(33. Hundposttag)

[1029] Polizeiordnung der Freude – Kirche – der Abend – die Blütenhöhle


Viktor war am Pfingstmorgen kaum aus seinem Schlafe, obwohl nicht aus seinen Träumen erwacht: so sagte ihm das Leisereden aller seiner Gedanken, die elysische Stille durch sein ganzes Herz,[1029] daß heute seine Sabbatwochen angehen. Ohne Vorwürfe und Vorsätze eines Fehltritts, ohne einen Seufzer seines Gewissens ging er unschuldig der Freude und der Liebe entgegen. Je zärter und weicher eine Blume der Freude ist, desto reiner muß die Hand sein, die sie abbricht, und nur tierische Weide verträgt den Schmutz; so wie diejenigen, die den Kaisertee abpflücken, sich vorher alle grobe Kost versagen, um das gewürzhafte Laub unbesudelt abzunehmen. – Viktor hatte draußen kaum Morgenröte genug, um auf seiner breiten Stundenuhr vom Zeidler Lind die erste Stunde seines Sabbats zu sehen; aber diese Uhr, der Schrittzähler auf dem so schönen Lebenswege des Bienenvaters, und der Frühgottesdienst der Natur, der in Stille besteht, machten seinen Vorsatz fester, sein jetziges Leben dem zweiten nach dem Tode als einen stillen, kühlen, gestirnten Frühlingmorgen vorauszuschicken.

»Bei euch schwör' ich« – sagt' er, als nach und nach immer mehr Lerchen aus ihrem Tau mit Singen in die Morgen-Hora stiegen – »ich will, sogar in der Freude, gelassen bleiben ganze dreißig Jahre lang in einem fort, wenigstens drei ganze Pfingsttage – ich will ein Universität- und Hausfreund, aber nicht ein Wertherscher Liebhaber der Freude sein – Handelt nicht der Mensch, als müßte sein Lebensteig eine Brücke zusammengeschobener Honigwaben sein, durch die er mottenartig sich durchzukäuen habe, als wären seine Hände nur zwei Zuckerzangen der Lust? – Ich will wieder meinen Freuden und meinen Schmerzen den Scherz als einen Zaum anlegen. Die warmen Tränen der Melancholie, besonders die der Entzückung, eine Art heißer Dämpfe, die stärker treiben und zersetzen als Schießpulver und papinische Maschinen, will ich wohl noch vergießen, aber vorher ein wenig kühlen. – Und wenn ich Klotilde nicht jeden Vormittag ansichtig werde: so will ich bloß sagen: ein Mensch kann nicht immer im dritten Himmel sein, er muß auch zuweilen im ersten übernachten.« – – Er hat vielleicht mehr Recht als Kraft; aber es ist wahr, die Gesundheit des Herzens entfernet sich gleich weit von hysterischen Zuckungen und von phlegmatischer Erstarrung, und die Entzückung grenzet näher an den Schmerz als die Ruhe. Aber keine[1030] Ruhe und Kälte ist etwas wert als die erworbene – der Mensch muß der Leidenschaften zugleich fähig und mächtig sein. Die Überströmungen des Willens gleichen denen der Flüsse, die alle Brunnen eine Zeitlang verunreinigen; nehmet ihr aber die Flüsse weg, so sind die Brunnen auch fort. –

Das Morgenrot deckte eine ferne Sonne nach der andern zu; und als endlich die nahe aufgegangen war oder vielmehr die Natur: so konnte Viktor – sehen und lesen und mein Werk (die bekannten Mumien) aus der Tasche ziehen. Ein Buch war für ihn in der treibenden freien Natur eine Gartenschere seiner üppig aufschießenden Träume und Freuden. Dieser mit einem ganzen Frühling prangende Morgen, dieses Schimmern auf allen Bächen, dieses Summen aus Blüten in Blüten, dieses hängende blaue Meer, worüber die Sonne wie ein Bucentauro schiffte, um auf den Meergrund der Erde den Vermählungring zu werfen, eine solche Gegenwart würde neben einer solchen Zukunft schon in der dritten Stunde ihm die Kraft genommen haben, seiner neuen Staatverfassung zufolge über seine Wonne zu regieren und immer soviel Ruhe zu bewahren, als zur Mitteltinte zwischen einem entzückten und einem trüben Tage nötig ist – ich sage, er würde das nicht vermocht haben ohne seinen Lebensbeschreiber, ich meine, wenn er nicht mein Buch vorgenommen hätte, in dessen zweiten Teile er noch den Schulmeister Wutz zu lesen hatte. Aber dieses gelehrte Werk setzte – getrau' ich mir ohne Eigendünkel zu schmeicheln – seiner Entzückung die ordentlichen Grenzen. Denn so indem er lesend ging (wie andere, z.B. Rousseau und ich, lesend essen und bald aus dem Teller, bald aus dem Buche einen Bissen nehmen) – indem er dem Leben des Schulmeisters so lange zuschauete, bis ein neues Tal aufging oder ein neues Wäldchen indem er bald diesem abgedruckten Kantor, bald einem lebenden zuhorchte, vor dessen Pfingstliedern er vorbeiging: so konnte er seine Ideen bei allen ihren Rondos und Rösselsprüngen in einer solchen schönen Ballordnung und Kirchenzucht erhalten, daß er so glücklich war als der gelesene Wutz. Ich schrie ihm noch dazu in einem fort aus meinen Mumien zu, gescheit zu sein und auf mein Schulmeisterlein als einen Flügelmann der Freudenhandgriffe[1031] achtzugeben und jeden Tag, jede Stunde auszukernen. »Ich bin ohnehin verdammt,« (sagt' er) »wenn ichs nicht tue: ist denn nicht, du guter Gott, schon das Gefühl des Daseins ein stehendes Vergnügen und der erste süße Imbiß nach jedem Erwachen?« – Er dachte zwar daran, daß die Kultur uns Brillen gebe und dafür die Zungenwärzchen nehme und uns die Freuden durch bessere Definitionen derselben vergüte (so wie der Seidenwurm als Raupe Geschmack, aber keine Augen, und als Schmetterling Augen ohne jenen hat), er gestand sich zwar zu, er habe zu viel Verstand, um soviel Vergnügen zu haben wie der Auenthaler Schulmann Wutz, und er philosophiere dazu zu tief; aber er bestand auch darauf: »eine höhere Weisheit müsse doch (weil sonst der Allweise der Allunglückliche sein müßte) wieder aus dem schwülen Hörsaal-Parterre den Weg in ein Blumenparterre finden. Hohe Menschen tragen wie die Berge den süßesten Honig.«...

Ob er gleich schon im letzten Dorfe, gleichsam der Vorstadt von Maienthal, ausläuten hörte: so erzürnte er sich doch nicht über die Verspätung des Eintritts. Ja um sich selber zu zeigen, er sei der Philosoph Sokrates, schritt er mit Fleiß träger fort und libierte nicht wie der Athener den Freudenbecher, sondern füllte ihn gar noch nicht. »Werde immer«, sagt' er zu einem aus Lilien-Samenstaub zusammengelaufenen Wölkchen, »vor mir früher über die Guten geweht, du Wolkensäule vor dem gelobten Land! – Und dein kleiner Schatten silhouettiere ihnen den festern, der träger nachkömmt und den das Himmelblau später einsaugt!« – Und eh' ihn der herumgekrümmte Fußsteig vor das mit Blumen behangne Tor des Tals stellte, worin die geliebte Wiege und Baumschule seiner schönen dreitägigen Zukunft stand: so hielt ihn noch eine zugeknöpfte Distel auf, um deren versiegelte Honiggefäße ein weißer Schmetterling seine dritte Parallele zog – und die musivischen Disteln auf Le Bauts Diele traten vor ihm ins Leben und zeigten ihm die Stacheln der Vergangenheit; da fand er es jetzt unbegreiflich, wie er seine Schmerzen ertragen können, und leichter, den Freudenhimmel zu tragen.....

Er zog Linds Uhr heraus, um die Geburtstunde seiner Honig- und Flitterzeit zu wissen – gerade um 11 Uhr trat er vor das nette[1032] Dorf, vor das Treibhaus seines Himmels, vor die Pflanzstadt seiner Hoffnung, vor Eden.... Ach das säuselnde, in Lauben verwachsene Dörfchen schien alle seine blühenden Zweige als Arme um ihn zu legen und ihn an sich zu stricken; es war grün und weiß und rot – nicht angestrichen, sondern überlaubt und überblüht. Und als er unter dem Ausläuten – um sich die Umarmung seines Emanuels geizig aufzusparen, und um den maienthalischen Kirchengesang mit einem von der Natur geöffneten Herzen zu beschleichen – in das lange saubere Dörfchen sich stahl und den Freundschaftzoll auf eine Minute bei Emanuels Hause umfuhr: so war ihm, als wenn sein stillfrohes Herz sich in den stillen Gassen mit den Vögeln auf den die Fensterscheiben vergitternden Kirschenzweigen wiegte und mit den Bienen in den Kirschenblüten schwankte. »Komm nur herein,« (schien alles zu sagen) »du guter Mensch, wir sind alle glücklich, und du sollst es auch werden.« – Er trat an die blanke Kirche, deren blendende Übertünchung dem Himmelblau durch den Abstich ein erhabenes Dunkel zuwarf, und sein pochendes Herz zitterte glücklich mit der wogenden Orgel darin und mit der vor dem Kirchtore raschelnden eingerammten Birke und mit dem trocknen, vom Morgenwind gebeugten Maienbaum mitten im Dorfe....

»Aber«, sagt mein Leser, »konnte denn sein Auge so lange die schönern Prospekte und sein Herz die geliebtere Schönheit entraten und statt der Abtei nur die Kirche aufsuchen?« – O er sah zu allererst nach jener, und sein Auge lief zitternd um alle Fenster seines Sonnentempels; aber da er daran alle offen und leer und alle Vorhänge aufgezogen antraf: so vermutete er, daß die schönen Konklavistinnen desselben und darunter die Konklavistin seiner Brust da wären, wo er sie suchte – – und fand: im Tempel. Er stieg unter dem Heruntertraben der Kirchgänger ungehört hinauf in die außen leer scheinende adelige Frontloge, dieses Blumengestell der Stift-Nonnen. Es war heute nichts darin als entfallne Birkenblätter; denn die sämtlichen Nonnen und die Äbtissin und Klotilde standen – unten in der Kirche und faßten den Altar mit einem Chor von singenden Engeln ein und empfingen daran das Abendmahl. – Mit einem Freudenschauer blickte[1033] er die Königin seines Himmels an, die so teuer Geliebte und so Unverdiente, den glänzenden Engel, der seine Hülle aus Erdenschnee mit der himmlischen Wärme zu Tränen zerschmilzt, um bald unsichtbar zu werden. – – Sein Geist bog sich, als sie kniete: »Himmelfrieden trinke« (sagt' er) »aus dem Ordenkelch des großen Menschen, unter dessen Gedanken keine Wolke und kein Seufzer war – o der Gedanke, den du jetzo mit so fester Andacht anschauest, müsse immer leuchtender und unbeweglich wie eine Sonne werden und immer ein warmes Abendlicht über die müde Seele werfen!« – Dieser Engel im Trauerkleide zog in seinem Innern durch eine Totenauferweckung alle Tugenden seines Lebens und alle Fehler desselben herauf und gab jenen einen Himmel und diesen ihre Hölle; daher war er jetzt zu heilig, um eine Heilige zu stören durch seine Erscheinung, wenn anders ihr ruhendes, nur in fromme Rührungen eingesenktes Auge, das nicht einmal auf die nähern frommen Schönheiten zur Höhenmessung der Taille fiel, sich bis zu ihm hätte versteigen können. Die Birke am ersten Fenster der Empor nahm er als belaubten Fächer vor; – dieser grüne, an seinen Wangen spielende Schleier bedeckte seine Aufmerksamkeit und seine Freudentränen vor der ganzen Kirche. Der Ort, wo er so glücklich war, schien, nach einer Glas-Inschrift zu urteilen, sonst der gewöhnliche Stand Klotildens gewesen zu sein; denn Giulias ihrer war darneben, wie ich gewiß weiß, weil auf dem Logenfenster ein von einem Kranz umfaßtes G und K eingeschnitten war mit den Worten von Giulia: »So vereinen uns die Blumen des Lebens und der Zirkel der Ewigkeit.«. ..

Viktor schlich ungesehen und früh sich aus dieser Bilderblinde weggestellter Göttinnen fort und trug das von der Liebe gefüllte Herz an die offne Brust der Freundschaft – an Emanuel. Er sah schon dessen Stifthütte im Tempel der Natur- als seine Entzückung aufgeschoben wurde durch eine frühere. Julius lag im blühenden Grase, von dessen Wellen bespült, und hielt einen Kirschenzweig voll offner Honigkelche in der Hand, um die Bienen an sich zu ziehen und sich an ihrem summenden Schweben über den Blüten zu belustigen. Viktor umschlang ihn und vergaß in[1034] der Entzückung, seinen Namen zu nennen – »Bist du mein Engel?« sagte er. – »Ich bin nur dein Viktor!« – »O komm, o komm!« sagte der Blinde, wie ein Wohllaut bebend, und zog den Freund zu Emanuels Haus; aber er führte ihn, hinter der Wolke seiner Augen, den längern Weg und drehte sich noch dazu bei jedem vierten Schritte um zu einer erneuerten Umschlingung.

Als sie ans Wasserrad kamen, das seine Gießkannen laut auf die Blumensaaten ausschüttete und dessen zersplitterte Blitze an den Fenstern und an der Stubendecke Emanuels flatterten: so sagte der Blinde: »Umfasse mich noch einmal recht sehr.« – Aber unter dem Getöse der Regengüsse und unter der Betäubung der Liebe wurden sie von andern Armen als den ihrigen zusammengedrückt, und die zwei jungen Herzen wurden an ein drittes angereiht, und der Indier schauete wie ein Gott der Liebe zwischen sie und sagte: »O ihr guten Jünglinge, bleibet immer so und weinet fort in eurer seligen Liebe! Sei gesegnet, mein Horion, sei willkommen im großen Frühling um uns her!« – Und als Emanuel und Viktor aneinandersanken, so war es, als ob alle Blumenbeete sich vor Wonne niederbögen, als ob alle Wogen lichter flammten unter darüberfliegenden überirdischen Blitzen, als ob die Zephyre von Seufzern der Liebe anschwöllen, als ob höhere Wesen im freudigen Übermaße flüstern müßten: o, ihr guten Menschen, ihr liebet ja wie wir! –

Ein Arm aus einem Paradiesesflusse trug diese liebende Dreieinigkeit hebend in die übergrünten Zimmer, und hier sah erst Viktor, daß der Frühling auf Dahores Wangen war und der Sommer in seinen Augen, so wie zwölf Wonnemonate in seinem Herzen. Die weißen Trauerrosen auf seinen Wangen, die immer als Mauerkronen des Todes dem Johannistage entgegenzublühen schienen, waren den roten gewichen – kurz Emanuels Gestalt gab die Hoffnung, daß er über seinen Tod ein falscher Prophet gewesen sei. – –

In diesem wehenden Zimmer, dessen goldne Wandleisten Lindenäste und dessen Prachttapeten Lindenblättern waren, und über dessen Tür als Türgemälde der Widerschein und die Nebensonnen des schimmernden Wasserrades zitterten, in diesem vom[1035] Freudenmeere der Natur umbrauseten Eiland von Zimmer, durch dessen offne Fenster die Zephyre Schmetterlinge und Bienen über die Fensterblumen in die Linden warfen, gingen meinem Helden, dem noch dazu das Mittaggeläute wie ein Geläute zu einem Friedenfeste der Erde vorkam, die Blumen der Freude, worin er watete, bis an das Herz. – Emanuels Poesie klang ihm in dieser epischen Berauschung wie Prose; er war gleichsam eingesunken in ein Blumengebüsch und erblickte oben darüber einen genesenen Unsterblichen, der die Blütenüberhüllung auseinanderbog – und noch höher eine ewige Pfingstsonne im endlosen Blau – und näher das Sprießen des Blumenlaubes und das Bienengewimmel darüber – und eine goldne Morgenröte als Einfassunggewächs rund um die ganze bunte rauchende Waldung geschlungen....

– Beim Himmel! nur in einer unfigürlichen solchen Blumenholzung zu liegen, wäre schon etwas – geschweige gar in einer metaphorischen! – Viktor war fromm aus Freude, aus Überfüllung still, aus Dankbarkeit genügsam. Der Anblick des gemeinschaftlichen Lehrers gab zwar Klotildens Bilde wärmere Farben und seiner Seele höhere Flammen, aber seinen Wünschen keine Unersättlichkeit und keine Ungeduld.

Emanuel sprach sogleich von dieser geliebten Schülerin; gar nicht als ob Klotilde ihm den dritten Osterfeiertag klar erzählt oder als ob Emanuel ihn erraten hätte, sondern dieser unschuldige Mensch wußte nur den Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft nicht, und er hätte so gut von sich als von Viktor gesagt, er liebe sie. Und eben diese kindliche Unbefangenheit, die einer offnen weiblichen Herzenskammer keine Durchganggerechtigkeit, keine Breschen ablauerte, sondern die eignen entblößte, und die keine Geständnisse erangelte, keine verargte, keine benutzte, diese mußte mit dem gordischen Nervenknoten der Sympathie die scheueste weibliche Seele an eine so offne männliche binden. Ja, ich glaube, Klotilde hätte ihre Liebe leichter ihrem Lehrer als ihrem Geliebten bekannt. – Da ihm dieser Emanuel nun erzählte, wie er ihr alle Szenen seines vorigen Hierseins vorgemalet habe – und alle seine Entzückungen – und sein Geständnis der Freundschaft für sie – wie er ihr seine Briefe vorgelesen und wie der[1036] zweite (jener trostlose in der Nacht des Stamitzischen Konzerts) so viele Tränen in ihre Augen getrieben – und da Viktor sah, wie sehr sein Freund ihre Liebe wie einen zugehenden Tulpenkelch auseinandergehaucht habe: so fachte dieses seine Liebe für sie, seine Freundschaft für ihn bis zur Andacht an, und er küßte selig verlegen den Blinden. Aus dieser verdoppelten Liebe erklärt' er sich jetzt Klotildens leichte Einwilligung in seine Pfingstreise.

Er hätt' es für einen Engels- und Petrus-Abfall von der Freundschaft gehalten, bei Emanuel nicht geradezu anzufragen, wann er diese Geliebte – der Tugend sehen dürfe. »Jetzt!« sagte dieser, der ungeachtet seiner indischen achtenden Milde gegen die Weiber die Nasenringe, Bindeschlüssel und Dämpfer unserer Harams-Dezenz nicht kannte. Aber Viktor handelte anders und dachte doch ebenso. Er hatte schon im Auslande gefragt: »Warum läßt man die elende Reichspolizeiordnung für Mädchen stehen, daß sie z.B. nicht einzeln, sondern immer wie Nürnberger Juden unter dem Meßgeleite einer Alten oder wie die Mönche paarweise auswandeln müssen? Nicht etwan als ob mich dies beschwerte, wenn ich einen Roman spielte, aber doch, wenn ich einen schriebe, wo ich mich an das weibliche Marschreglement auf Kosten des kunstrichterlichen halten und ein Geleite von Auxiliar-Weibern durchs ganze Buch mit mir zum Verhack meiner Heldin herumschleppen würde. Müßt' ich nicht, wenn ich sie nur über die Haustüre hinaushaben wollte, mit einer Kronwache von Siegelbewahrerinnen neben ihr herziehen? Wär' ich nicht durch diese verdammte Mitbelehnschaft und Kompagniehandlung mit der Tugend – es fehlte an einer Proprehandlung – genötigt, meiner Heldin wider alle Wahrscheinlichkeit Freundinnen aufzuheften? Ich würd' es zwar einem spanischen Mädchen verdenken, wenn sie mir ihren Fuß, und einem türkischen, wenn sie ihr Gesicht vorwiese, und einem deutschen, wenn es allein zum besten Jüngling ginge; aber eben weil die tollsten blauen Gesetze, die doch blauer Dunst an blauen Montagen werden, zum wahren Sittengesetze für sie werden: so ärger' ich mich über die jämmerliche Kleinherzigkeit und wünsche nichts verboten zu sehen als das – Walzen und Fallen.«... Er hat hier vielleicht Satire in petto; denn ernsthaft davon zu sprechen,[1037] hat diese Heils-Ordnung, daß sich Mädchen bei uns allemal wie Gesuche bei Fürsten in Duplikaten einreichen müssen, offenbar die Absicht, sie alle aneinander zu gewöhnen, weil sie ihre Freundschaft haben müssen zu Besuchen – zweitens sollen Geschwister einander aus den Haaren kommen, weil sie nicht wissen, wenn sie einander bedürfen zu Rückbürgen ihrer Tugend und zu Sekundawechseln der Liebe – drittens geben diese Menschensatzungen der weiblichen Tugend durch den kleinen Sitten-Dienst (weil große Versuchungen zu selten sind) tägliches Religion-Exerzitium und höhere Wichtigkeit und verhalten sich wie die Talmudischen Artikel zur Bibel, wiewohl ein rechter Jude lieber gegen die Bibel als den Talmud verstößt – viertes verdanken wir diesen symbolischen Büchern des Wohlstandes die frühere Bildung des weiblichen Scharfsinns, dem wir leider keine andern Gelegenheiten der Aufmerksamkeit verschaffen, als die der Schwur auf jene Bücher gibt.

Viktor tadelte und befolgte zugleich, wie ein gutes Mädchen, die weiblichen Ordenregeln; der Hof hatte ihn beherzter, aber auch feiner gemacht, und unter den Weibern wurd' er wie jeder mit dem Linienblatt des Zeremoniells versöhnt. Daher wollt' er erst am zweiten Pfingsttage sein ordentliches Gesandtenauffahren bei der Äbtissin abtun, da heute alles zu spät war und er überdies in die schönen frommen Bewegungen drüben nicht wie ein Haarstern fahren wollte. Und seine Zufriedenheit sagte ihm ja auch, wie wenig die Nachbarschaft eines geliebten Herzens verschieden ist von der Gegenwart desselben, die ohnehin nichts ist als bloß eine nähere Nachbarschaft.

Inzwischen überwand er sich doch so weit, daß er mit seinen Zwillingbrüdern des Herzens – hinausging ins Kolosseum der Natur, ob er gleich sich nicht verbarg, draußen werd' er den Schrecken haben, Klotilden zu begegnen. Und Emanuel verringerte diese Sorge schlecht, da er ihm gestand, sie sei bisher alle Tage mit ihrem verwundeten Leben um die Teiche wie um magnetische Heil-Wannen und durch die Flur wie durch Feldapotheken gegangen. – Eilet endlich hinaus, ihr drei guten Menschen, ins Jubiläum des Frühlings, das die Erde jährlich zum Andenken der Schöpfung begeht. Eilet, eh' die Minuten auf eurem Leben,[1038] wie die breiten Wellen auf den zwei Bächen, jetzo noch fliehend und schillernd und tönend, zerspringen und auslöschen an einer Trauerweide – eilet, eh' die Blumen eurer Tage und die Blumen der Wiese von dem Abende überzogen werden, wo sie statt der Lebens- und Feuerluft nur giftige verhauchen – und genießet den ersten Pfingsttag, eh' er verrinnt!

– Und er ist verronnen, und ein Sommer liegt heute schon wie ein Grab auf ihm; aber die drei lieben Menschen haben geeilt und ihn genossen, eh' er sich entfärbte.... Sie wandelten unter die aus allen Gesträuchen fliegenden Zephyre hinein, welche die Säemaschinen der Blumen sind – sie traten vor die fünf Taschenspiegel der Sonne, vor die Teiche, da die Flüsse Pfeilerspiegel sind und die bunten Ufer die Spiegeltische – sie sahen, wie die Natur gleich Christus ihre Wunder verbirgt, aber sie sahen auch die Brautfackel des vermählenden Maies, die Sonne, und eine Hochzeitkammer in jedem singenden Gipfel und ein Brautbett in jedem Blumenkelch – sie, die Hochzeitgäste der Erde, schlugen die Biene nicht weg, die um sie honigtrunken taumelte, und trieben die ätzende Mutter nicht auf, vor der der junge Vogel mit zitternden Flügeln zerfloß – und als sie auf alle Erdenstufen des ewigen Tempels, dessen Säulen Milchstraßen sind, gestiegen waren: so sank die Sonne, wie die Gedanken des Menschen, einer andern Welt entgegen....

Der Springbrunnen im Garten des Endes98, der mitten auf dem Abhange des südlichen Berges sich emporrichtet und hoch über den Berg wegschimmert, trug schon auf seiner kristallnen dünnen Säule einen von der Abendsonne zu einem Rubin umgegossenen Schaft, und diese glimmende aufgeblätterte Rose zog sich wie andere entschlafende Blumen schon zu einer roten Spitze ein – und die hängenden Marschsäulen der Mücken im letzten Strahle schienen zu sagen: morgen wird es wieder schön, geht zurück, ach ihr spielt doch länger in der Sonne als wir. –[1039]

Sie gingen zurück; aber als Viktor im Abend die fünf hohen weißen Säulen am westlichen Ende des geliebten Gartens blinken sah: wurde sein erhöhtes Herz sehnsüchtig und beklommen, und er wehrte ihm nicht, zu seufzen: »Gute Klotilde! ach ich möchte wohl dich heute noch sehen, mein Herz ist voll Freudentränen über diesen heiligen Tag, und ich möchte es wohl ausschütten vor dir.« – Und als der ganze Park der Abtei sich stolz neben den Abendhimmel stellte und in ihre Herzen trat: sagte auf einmal Emanuel – der sich immer gleich blieb, sogar in seinen Entzückungen –: »Ich will es der Äbtissin schon heute sagen, damit Klotilde sich auf morgen freut«, und er trennte sich.... Schöner Mensch! der du in vier Wochen aus diesem Blumenfrühling zu gehen hoffst in die Sterne über dir – du denkst mehr die Unsterblichkeit als den Tod, dich hat keine drohende Rechtgläubigkeit, sondern die indische Blumenlehre erzogen, darum bist du so selig; du bist ohne Zorn, wie jeder Sterbende, und ohne Gier und ohne Angst; in deiner Seele, wie am Pole, wenn jeden Morgen die schwüle Sonne ausbleibt, geht der Mond der zweiten Welt den ganzen Tag, die ganze Nacht nicht unter! –

Viktor führte allein den Blinden nach Haus, und beide schwiegen und umarmten sich mit Brudertränen hinter jeder Verhüllung und fragten einander weder um die Ursachen der Umarmung noch der Tränen. Da sie durchs stille Dorf waren und dem Park der Abtei vorbeikamen: sah Viktor seinen Emanuel aus der letzten Laube in das blendende Kloster treten. Es war ihm, als kennte ihn schon jede darin, als müßt' er sich verstecken. Der Garten der Begeisterung sollte in dem Tale nur das Blumenbeet in einer Wiese sein und nicht durch grelle Schranken an der Natur zurückprallen, sondern sanft wie ein Traum ins Wachen durch blühende, belaubte Grenzen in sie überhängen und überfließen durch Hopfengärten, durch grüne, dicht zusammengerückte Zäune um Fruchtfelder und durch versäete Kindergärtchen. Eine weite Kastanien-Säulenreihe, von zwei Bächen in Silber gefasset, schloß sich frei und weit gegen die fünf von Blüten durchbrochenen Teiche auf. Der nördliche Berg richtete sich dem Parke gegenüber wie eine Terrasse empor und führte das Eden scheinbar über ungesehene Täler fort.[1040]

Viktor wich jedem aufgehenden Fenster des Klosters durch die Kastanien aus, unter die er seinen Blinden führte und hinter denen er näher und doch unbeobachtet beobachten konnte. Auf dem aus grünenden Dachlatten verwachsenen Wetterdach der Allee lag der Abend, wie ein Herbst, mit rotem durchfallenden Schimmer. Er ging trotz der Gefahr der Ertappung bis in die Mitte, wo die Allee in zwei Arme zerspringt; aber hier wählte er den rechten Arm der belaubten Halle, der sich mit ihm vom Kloster wegbog, so wie von einer Nachtigall, die mitten im Garten aus einer geheiligten Dornhecke ihre Jungen und ihre Töne aussandte. Der Baumgang tat ihm durch die sanften Entfernungen von den Bravourarien der gefiederten Primadonna die Dienste eines Dämpfers und Lautenzugs – leise wurd' er von den Krümmungen, die die allmähliche Verdunkelung und Verengerung der Allee verbargen, fortgezogen zwischen den nachfliegenden Tönen der Nachtigall, zwischen den dünner durch die Blätter tropfenden Abendstrahlen, zwischen den zwei Bächen, die jetzt innerhalb der Kastaniengasse dahinschlüpften. – Die Bäche gingen enger aneinander und ließen nur für die Liebe Raum. – Der Portikus senkte sich tiefer herein. – Die zerstreuten Blumen der zwei Ufer drängten sich zusammen und gingen in Gesträuche über. – Die Gesträuche verwuchsen zur Gartenwand und berührten sich anfangs in lose und durchsichtig zuhängenden Gipfeln und endlich in finster zusammengestrickten. – Und die Allee und der unter ihr aufgewachsene Laubengang grünten ineinander hinein, um mit ihren zusammenfallenden Blütenhüllen nur eine einzige Nacht zu machen. – Dann versperrte in der grünen Dämmerung ein Jelängerjeliebergespinst und Blütengeniste die Laube, aber fünf aufsteigende Stufen lockten zum Zerreißen des blühenden Vorhangs an. Und wenn man ihn zerteilte: sank man in ein Blütengeklüft, in eine enge durchwachsene Gruft, gleichsam in einen vergrößerten Blumenkelch. In dieser delphischen Höhle der Träume war der Polster aus hohem Grase gemacht und die Arme des Sitzes aus Blütenzweigen und die Rückenlehne aus gedrängten Blumen und die Luft aus dem Hauche von stäubendem Zwergobst. Dieses Blumen-Allerheiligste wurde nur von Bienen und Träumen bewohnt,[1041] nur von weißen Blüten erhellt, es hatte statt des Abendrots nur den Purpur der Nachtviole, statt des Himmelblaues nur den Azur der Holunderblüte, und der Selige darin wurde nur von Bienenflügeln und von den um ihn versammelten fünf Mündungen der Bäche in den Schlummer eingesungen, in welchem die ferne Nachtigall die Harmonika-und Abendglocken des Traumes anschlug....

– Und da heute Viktor neben dem Blinden die fünf Stufen betrat und die aus Blüten gewobene Tapetentür des Himmels auseinandertat: siehe! da – o der Selige diesseits des Todes! – ruht darin eine Heilige mit weinenden Augen, in Philomelens verklungne Klagen untergesunken... Du, Klotilde, warst es und dachtest an ihn mit weicherer Seele und mit größerer Liebe – und er an dich mit der erwiderten! O wenn zwei liebende Menschen einander in der nämlichen Rührung begegnen: dann erst achten sie das menschliche Herz und seine Liebe und sein Glück! – Decke, Klotilde, mit keiner Blüte die Tränen zu, unter denen deine Wangen erröten, weil sie nur vor der Einsamkeit niederfallen sollten! Zittere, aber nur vor Freude, wie die Sonne zittert, wenn sie aus einer Wolke am Horizont herausrückt! Schlage dein von Blumen verhangnes Auge noch nicht nieder, das zum erstenmal so ruhig geöffnet und mit einem solchen Strom der Liebe an den Menschen sinkt, der dein schönes Herz verdient, und der alle deine Tugenden mit seinen belohnt! .... Viktor wurde vom Blitze der Freude getroffen und mußte im süßen Lächeln der Entzückung erstarren, da die Geliebte hinter dem Blumengewölk wie ein Mond hinter einem in voller Blüte stehenden Eden aufging und in der weiblichen Verklärung der Liebe einem in ein Gebet zerfloßnen Engel glich.

Der Blinde wußte noch nichts vom dritten Beglückten. Sie bewegte süßverwirrt die Hand nach einem zu dünnen Zweige, um sich von der tiefen Grasbank aufzuheben; dem Geliebten war, als reiche ihm aus den Wolken des zweiten Lebens diese Hand ein zweites Herz, und er zog die Hand zu sich an und sank mit seinem stummen überfließenden Angesicht durch die Blüten auf ihre klopfenden Adern nieder. Aber kaum hatte Klotilde beide stammelnd[1042] willkommen geheißen unter dem Heraustreten aus dem grünen Klosett: so erschien ihnen der Engel – Emanuel, der aus dem Kloster geeilet war, um die Freundin aufzusuchen. Er sagte nichts, aber er sah beide mit einer namenlosen Wonne an, um zu finden, ob sie sich recht freueten, und gleichsam um zu fragen: »Seid ihr denn jetzt nicht recht glücklich, ihr Guten, liebt ihr euch denn nicht unaussprechlich?« – – O, zum Mitleiden gehört nur ein Mensch, aber zur Mitfreude ein Engel; es gibt nichts Schöneres als den glänzenden Christuskopf, auf welchem das Weglegen der Mosisdecke den stillen frohen Anteil an fremden unbescholtenen Freuden, an fremder reiner Liebe zeigt; und es ist ebenso göttlich (oder noch mehr), einer fremden Liebe mit einem stumm-glückwünschenden Herzen zuzuschauen, als sie selber zu haben.... Emanuel, dein größeres Lob wird in verwandten Seelen aufbehalten, aber auf keinem Papier! –

Auf dem Kreuzwege der Allee teilte sich der schöne Bund auseinander, und der linke Zweig derselben führte Klotilde neben der Nachtigall vorbei in die Wohnung der sanften Herzen zurück. Viktor kam, von der vergrößerten Liebe für drei Menschen zugleich aufgelöset, in den dunkeln, nur von untergehenden Sternen erleuchteten Zimmern Emanuels an und fand da einen gedeckten Tisch, den die feine Äbtissin dem Gaste oder dem Wirte gesendet hatte (weil Emanuel abends nur Obst genoß). Man will alles mit der Geliebten teilen, sogar die Küche. Emanuel zündete nach Ostern kein Licht mehr an. Im Helldunkel, aus Mondsilber und Lindengrün zusammengegossen, blühte das selige Kleeblatt unter dem Abendstern. Viktor machte heute durch seine ärztlichen Schilderungen der Nachtkälte den siechen Freund abtrünnig von den Nachtwandlungen und ging nur allein mit dem Blinden noch hinaus an die Schlafstätte der verstummten Natur... Selig ist der Abend, der der Vorhof eines seligen Morgens ist. Der Maifrost hatte die Sterne vom warmen Dunsthauch gereinigt und das Blau des Halbhimmels vertieft, um eine schöne Nacht zum Bürgen eines schönen Tages zu machen. Alles schwieg ums Dörfchen, ausgenommen die Nachtigall im Garten und die rauschenden Maikäfer, diese Herolde eines hellen Tages. – Und als[1043] Viktor nach Hause ging mit einem emporgeseufzeten Dank für diese Pfingststunden, von denen jede der andern die Zuckerstreubüchse gab, um die engen Minuten eines stillen Menschen zu versüßen; als er vorbeiging vor den gedämpften Beichtliedern, die hier ein zwölfjähriger Mensch, der morgen das Abendmahl nahm, dort einer neben seiner Mutter sang; und als endlich ein verhauchtes Abendlied aus der Abtei, das gleichsam auf einem einzigen Lautenton fortschwamm, den schönen Tag mit einem Schwanengesang zu Ende führte, und da vom sanften Tage nichts mehr übrig war als dessen Nachhall im Herzen des Glücklichen und im Abendliede des Klosters, als dessen Widerschein in der ziehenden Abendröte am Himmel und in dem befriedigten, noch lächelnden Angesicht des schlafenden Emanuels: so sahen in Viktor die stummen Freuden wie Gebete aus, die ungestörten Tränen wie überlaufende Tropfen aus dem Freudenkelch, seine Stille wie eine gute Tat und sein ganzes Herz wie die warme Freudenzähre eines höhern Genius.

Viktor führte den blinden Geliebten leise an seine Lagerstelle, wo der Traum seine zerrütteten Augen herstellte und ihnen die kleinen Landschaften seiner Kindheit mit Morgenfarben heller um sie stellte. – Er selber legte sich unentkleidet, dem tief herabgerückten Monde gegenüber, auf die Baustelle unserer schönern Luftschlösser, auf den Resonanzboden der Kindheit, wo der Morgentraum den geheiligten Menschen aus der Wüste des Tages auf den Berg Mosis führt und ihn schauen läßt in das dunkle gelobte Land der Ewigkeit.....

Der erste Pfingsttag, lieber Leser, hat in diesem Wonne-Dreiklang verhallt; aber in diesen drei hohen Festen von Freude wird, wie bei denen im Kalender, das zweite noch schöner, und das dritte am schönsten. Ich werde mit dem Steigen meiner Feder durch diese drei Himmel gar nicht eilen – ja wenn ich gewiß wissen könnte, daß die handelnden Personen in dieser Geschichte mein Werk nie zu sehen bekämen, ich würde (zur Grenzenverrückung dieses Edens) gar manches dazumachen, was, näher besehen, nicht historisch wahr wäre.[1044]

98

So hieß der Park der Abtei, den der Lord Horion in seinem romantischen Geschmack anfangen, aber nicht vollenden lassen, weil er auf die Insel der Vereinigung fiel. Ich webe die Beschreibung davon nur stückweise in die Begebenheiten ein.

Quelle:
Jean Paul: Werke. Band 1, München 1959–1963, S. 1029-1045.
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Die Nachtwachen des Bonaventura

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Erst 1987 belegte eine in Amsterdam gefundene Handschrift Klingemann als Autor dieses vielbeachteten und hochgeschätzten Textes. In sechzehn Nachtwachen erlebt »Kreuzgang«, der als Findelkind in einem solchen gefunden und seither so genannt wird, die »absolute Verworrenheit« der Menschen und erkennt: »Eins ist nur möglich: entweder stehen die Menschen verkehrt, oder ich. Wenn die Stimmenmehrheit hier entscheiden soll, so bin ich rein verloren.«

94 Seiten, 5.80 Euro

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Große Erzählungen der Spätromantik

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Im nach dem Wiener Kongress neugeordneten Europa entsteht seit 1815 große Literatur der Sehnsucht und der Melancholie. Die Schattenseiten der menschlichen Seele, Leidenschaft und die Hinwendung zum Religiösen sind die Themen der Spätromantik. Michael Holzinger hat elf große Erzählungen dieser Zeit zu diesem Leseband zusammengefasst.

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