Te Deum laudamus, nach der Krönung

[93] [1.]

Djch Edle Königin wir ehren/

Fraw von Himmel/ dein Lob wir mehren.


2.

Dich loben vnd ehren mit rechte/

Aller Creaturen Geschlechte.
[94]

3.

Gott Vatter dich hat außerkoren/

Gott Sohn von dir Mensch ist geboren.


4.

Der heylig Geist dich hat erhaben/

Vnd schön geziert mit grossen Gaben.


5.

Dein Thron ist hoch nechst Gottes Throne/

Die Sonn dein Kleid/ zwölff Stern dein Krone.


6.

Der Mon ist vnter deinen Füssen/

Die Stern dir alle dienen müssen.


7.

Vmb deinen Thron die Engel schweben/

Sehr diensthafft alle dich vmbgeben.


8.

Die Seraphin sich vor dir neigen.

Dir Cherubin all Ehr erzeigen.


9.

Die Heyligen dich loben alle/

Dich preysen sie mit grossem Schalle.


10.

Du bist ein Zier der gantzen Erden/

Durch dich geziert die Himmel werden.


11.

Du bist ein Mutter außerlesen/

Dir gleich kein Mutter nie gewesen.


12.

O Mutter! O Trost aller armen/

Wollest dich vber vns erbarmen.
[95]

13.

Hilff vns hie Gnad von Gott erlangen/

Daß wir hernach die Kron empfangen.


14.

Hilff daß wir dich sehn in Gloria,

O gnädigste Jungfraw Maria.

Quelle:
Friedrich Spee: Die anonymen geistlichen Lieder vor 1623, Berlin 1979, S. 93-96.
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Gedichte und Satiren

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»Es giebet viel Leute/ welche die deutsche poesie so hoch erheben/ als ob sie nach allen stücken vollkommen wäre; Hingegen hat es auch andere/ welche sie gantz erniedrigen/ und nichts geschmacktes daran finden/ als die reimen. Beyde sind von ihren vorurtheilen sehr eingenommen. Denn wie sich die ersten um nichts bekümmern/ als was auff ihrem eignen miste gewachsen: Also verachten die andern alles/ was nicht seinen ursprung aus Franckreich hat. Summa: es gehet ihnen/ wie den kleidernarren/ deren etliche alles alte/die andern alles neue für zierlich halten; ungeachtet sie selbst nicht wissen/ was in einem oder dem andern gutes stecket.« B.N.

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