Ankerschrauben

[216] Ankerschrauben verbinden Maschinengestelle mit Fundamenten oder freistehenden Mauern, auch mit Säulen und Trägern. (S. Ankerplatten, Fig. 1–4, und Steinschraube.)

In der Regel soll der Anker durch seine Zugspannung eine so starke Reibung zwischen Maschinengestell und Mauerwerk wachrufen, daß diese genügt, alle Verschiebungskräfte aufzunehmen [1]; nur in seltenen Fällen, wie bei Drehkranen, wirken bestimmte Zugkräfte auf die Anker. Bei der Schraubenstärke von d cm ist der Kernquerschnitt 1/2 d2 qcm, und für 800 kg/qcm Zugspannung ergibt sich die zulässige Zugkraft zu P = 1/2 d2 ∙ 800 kg; z.B. 10 t für 50 mm. – Beim Aufbauen des Fundaments werden die Ankerlöcher durch Holzlatten freigehalten, die nach der Ankerschablone des Gestells zusammengesetzt sind. Damit beim Untergießen des auf dem Fundament zuvor mittels Keilen ausgerichteten Gestells der Zementbrei nicht in die Löcher fließt, füllt man diese mit Sand und stopft oben Werg ein. Von einer Beanspruchung der Anker auf Abscheren kann darum auch keine Rede sein. Auch bei der Verankerung von Lagergestellen an Säulen und Trägern müssen die Schrauben in den Löchern Spiel haben, um das Ausrichten nicht zu hindern. – Wandanker, die von außen durchgesteckt werden können, legen sich mit Vierkantköpfen in die Ankerrosetten ein; die von oben einzubringenden Fundamentanker legen sich entweder mit sogenanntem Hammerkopf, indem sie nach dem Durchstecken um 90° gedreht und angehoben werden, in die Platte ein, oder mit einem unten einzusteckenden Splintkeil. Das Loch für den Keil wird in der Schmiede durch den Anker getrieben, so daß der Querschnitt nicht verschwächt wird. Der aus Stahl geschmiedete Keil erleidet durch das Biegungsmoment von etwa 1/2 P ∙ d cmkg gegen 1000 kg/qcm Biegungsspannung und durch die Kraft 1/2 P gegen 350 kg/qcm Scherspannung. – Eine Ankerschraube von d cm Stärke und gewöhnlicher Länge kostet etwa 0,4 d2–0,6 d2 ℳ.


Literatur: [1] Zeitschr. d. V. d. Ing. 1890, S. 937.

Lindner.

Fig. 1.
Fig. 1.
Fig. 2., Fig. 3., Fig. 4.
Fig. 2., Fig. 3., Fig. 4.
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1904., S. 216.
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