Düngermühle

[152] Düngermühle, dient zum Pulverisieren solcher künstlichen Dünger, die, wie Chilisalpeter, Kainit u.s.w., hygroskopisch sind, deshalb leicht zusammenbacken und harte Knollen bilden.

Da bei der Verwendung solcher konzentrierten Dünger die möglichst gleichmäßige Verteilung sehr wichtig ist, so ist die Benutzung der Düngermühle angezeigt, sofern man sich nicht damit begnügen will, die Brocken abzusieben und etwa auf einer Tenne durch Ueberfahren mit einer Ackerwalze zu zerkleinern. – Die Düngermühlen, wie sie z.B. von J. Reuß-Artern, Prov. Sachsen, Maschinenfabrik Kyffhäuserhütte, Dehne, Halberstadt, und H. Pillep & Stahr, Sangerhausen, in den Handel kommen, haben Holz- oder Eisengestell und sind für Hand- oder Kraftbetrieb eingerichtet. Das Material wird in den Fülltrichter gegeben, durch dessen Rostboden die Stahlzähne zweier Walzen greifen. Durch dieselben werden die Brocken gröblich zerkleinert, der Dünger fällt auf ein zweites Walzenpaar, das die vollständige Zerkleinerung übernimmt. Die eine Walze ist gerieft, die andre glatt. Die stündliche Leistung schwankt je nach [152] Größe zwischen 400 und 3000 kg, bei einem Preise von 70–230 ℳ. Zur Instandhaltung der Düngermühle ist gründliche Reinigung nach jedem Gebrauch notwendig, da das Material Eisen und Stahl stark angreift; die Maschine muß also leicht auseinander genommen werden können.

Wrobel.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 3 Stuttgart, Leipzig 1906., S. 152-153.
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