Gelatine

[350] Gelatine, seiner, glasheller, farbloser oder gelblicher, geschmack- und geruchloser Leim aus Knorpel, Knochen oder Hautabfällen, findet in der Firnis- und Kittfabrikation, ferner in den Konditoreien und der seinen Küche Verwendung, bisweilen auch in der Appretur (s. Appretmittel, Bd. 1, S. 251). – Rote Gelatine ist mit Pulverfuchsin (auf 1 kg Gelatine 0,2 g) oder mit Bordeauxrot extra (0,5 g) gefärbt. – Braune Gelatine (Weinschöne) dient zur Klärung trüber Weine.

[351] Man bereitet sie, indem man Vergolderleim 48 Stunden in einem Leinenbeutel in mit 0,25% Salzsäure versetztes Wasser hängt, das mehreremal gewechselt wird. Hierauf behandelt man den Beutel noch 6 Stunden mit reinem Wasser, läßt ihn an der Luft trocknen, schmilzt den Inhalt dann in einem emaillierten Gefäß und kocht ihn so weit ein, bis eine auf Blech gegossene Probe zu einer harten Masse erstarrt. Man pflegt ihn hierauf in Blechformen zu gießen und nach dem Erstarren in Tafeln zu schneiden, die man schließlich bei gelinder Wärme völlig austrocknet.

T.F. Hanausek.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 4 Stuttgart, Leipzig 1906., S. 350-351.
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350 | 351
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