Pfeiler [1]

[83] Pfeiler, die freistehenden Stützen aus Stein, wenn sie von bedeutender Stämmigkeit sind, auch bei rundem Querschnitt; sodann bei schlanken Verhältnissen und viereckiger Grundform, mit oder ohne ein Kapitäl.

In technischer Hinsicht bestehen sie entweder aus einem Stück (Monolith) oder aus mehreren Stücken, auch aus einer aufsteigenden Reihe von Quadern. Sie dienen meist als Bogen- oder Gewölbeträger. Als solche haben sie in der mittelalterlichen Baukunst eine vielfache Entwicklung erfahren: vom einfachen quadratischen (vgl. die Figur links oben) oder runden Pfeiler (vgl. die Figur links unten) durch Vorlegen von Halbsäulen (vgl. die Figur links, Mitte) und sogenannten Diensten (vgl. die Figur rechts unten) bis zu den reichsten Bündelpfeilern (s. Bd. 2, S. 385). Haben die Pfeiler außer der senkrechten Belastung noch einem Seitenschub zu widerstehen, so werden sie zum Strebepfeiler (s.d.). In Verbindung mit Mauern werden sie zum Wandpfeiler (s.d.), Pilaster (s.d.), Lisene und Stirnpfeiler oder Ante (s.d.).

Weinbrenner.

Pfeiler [1]
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 7 Stuttgart, Leipzig 1909., S. 83.
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