Riementeiler

[433] Riementeiler oder Leitrollen braucht man bei winkligen Riementrieben (s.d.) paarweise je für das straffe und lose Trum.

Die Leitrollen drehen sich auf feststehenden Zapfen, die senkrecht zu der Ebene stehen, in welcher der Riemen abgelenkt wird. Auf jede Scheibe läuft der Riemen richtig auf, wenn er (an der vorhergehenden Rolle) in einem Punkte abläuft, der in der Mittelebene der Scheibe liegt. Zur genauen Ausrichtung sind die Zapfen der Leitrollen an den meisten Riemenleitern beliebig verstellbar; bei aufwärts gerichteten Zapfen sind Bordscheiben nötig, die lose oder festgestellt am unteren Rande neben der Rolle sitzen. An Stelle von Staufferbuchsen bevorzugt man[433] Oelkammerschmierung für aufrechte und Ringschmierung für liegende und schwach geneigte Zapfen. – An dem Riementeiler Fig. 1 von J. Losenhausen in Düsseldorf-Grafenberg läßt sich der gekröpfte Arm um die Achse der Befestigungsschraube verdrehen, so daß der Zapfen wagerecht, schräg oder senkrecht steht, und außerdem läßt sich der Teller mit dem schrägen Ansatz auf der Grundplatte ringsum verstellen (Preis für 60–100–250 mm Riemenbreite 38–75–100 ℳ.). Der Wandriemenleiter Fig. 2 und der Deckenriemenleiter Fig. 3 von G. Polysius in Dessau erlauben eine gewisse Neigung des stehend oder liegend angebrachten Zapfens (Preis für 50–100–200–275 mm Breite 170–240–460–630 ℳ. bezw. ca. 150–200–350–500 ℳ. für ein Paar Rollen mit Gestell). – Die Fig. 46 von der Berlin-Anhaltischen Maschinenbauaktiengesellschaft in Dessau zeigen in Fig. 4 die Stellbarkeit des Zapfens bis ± 15° Neigung mit Kugelfläche und Verschraubung auf geriffelter Schlitzscheibe (Preis des Deckenleiters für 50–100–200 mm Breite 105–148–280 ℳ.), in Fig. 5 die Verstellung des Bügels bis 10° in einer Kugelfläche und Ringschmierung (Preis für 75–125 mm 95–105 ℳ.), in Fig. 6 eine Leitrolle für ausrückbaren Riemen auf wagerechtem Zapfen. Sie folgt dem Riemen leicht, weil zur Querverschiebung (während ihrer Drehung auf dem Zapfen) schon die geringe Kraft genügt, mit welcher der Riemen die Scheibenmitte einhält. Der Preis des Wechselriemenleiters für 50–100–150 mm beträgt 95–150–210 ℳ. für ein Paar. – Die übliche Beschränkung des Rollendurchmessers auf 2 b + 50 mm für b mm Riemenbreite (gegen 2 b + 200 mm bei Fig. 4 und 5) überanstrengt den Riemen auf Biegung, besonders im straffen Trum. Die Breite von 1,1 b + 20 mm genügt nicht für ein loses Trum, das in wagerechter Ebene abgelenkt ist, weil die Borde die Riemenränder angreifen. Man wähle deshalb die Größe reichlich.

Lindner.

Fig. 1., Fig. 2., Fig. 3.
Fig. 1., Fig. 2., Fig. 3.
Fig. 4.
Fig. 4.
Fig. 5.
Fig. 5.
Fig. 6.
Fig. 6.
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 7 Stuttgart, Leipzig 1909., S. 433-434.
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