Stickstoff [2]

[751] Stickstoff, N, Atomgew. 14,01, spez. Gew. 0,967 (Luft = 1), läßt sich unterhalb –146° C. durch 35 Atm. Druck zu Flüssigkeit verdichten, die bei –195° C. siedet und hierbei die Dichte 0,80 (Wasser = 1) hat.

Den sonst mit anderen Elementen so schwer verbindbaren Stickstoff vermögen die Leguminosen (Hülsenfruchtpflanzen) durch Vermittlung der Stickstoffbakterien ihrer Wurzelknollen in pflanzenernährende Stickstoffverbindungen überzuführen. Mit dem Sauerstoff verbindet sich der Stickstoff in der Luft nur innerhalb des elektrischen Flammenbogens (z.B. im Blitz), sowie in sehr heißen Flammen, wie die Knallgasflamme und am besten die Acetylen-Sauerstoffflamme [2]. Ueber die technische Durchführung der Oxydation des Stickstoffs (Salpetersäure aus Luft), s. Salpetersäure, S. 649. Die Bindung des Stickstoffs mittels Calciumkarbid (Herstellung von Kalkstickstoff) geschieht nach Zusatz von 10% Chlorcalcium (Verfahren von Polzenius) schon bei niedrigerer Temperatur. – Der Stickstoff verbindet sich in der Rotglut direkt auch mit Bor und mit Silicium (Bildung von »Nitriden«) [1].


Literatur: [1] Erdmann, Lehrbuch d. anorgan. Chemie, 5. Aufl., S. 156, Braunschweig 1910. – [2] Haber, Vortrag in Deutscher ehem. Ges., Zeitschr. f. angew. Chemie, Jahrg. 1913, Nr. 37, Vereinsnachr. S. 323.

Moye.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 9 Stuttgart, Leipzig 1914., S. 751.
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