XIV
Der Meisterdieb.

[240] Eine schöne Form der Rhampsinitgeschichte.1 Diese ist bereits wiederholt mehr oder weniger ausführlich behandelt worden; vgl. KELLER, Sept Sages p. CXCIII ff., DUNLLIEBR., Prosadichtt. p. 197 b, 208, 264 u. 539 a, KÖHLER in OrOc II p. 303 ff., LIEBRECHT in JbromengL. XI p. 386 und in GGA. 1872 p. 1509 f. (zu RADLOFF, Volkslitt. III p. 193 ff.) und NÖLDEKE in ZDMG. XLII p. 68 ff. Vgl. noch PRSOC, ṬAbd. St. XLII und I p. XXI, LESKBR., LitVlM p. 480 ff. und p. 574 s.n. 37, KRAUSS, SMSdsl I p. 260 f., RIVIÈRE, CKabyles p. 14 ff. und Revtrad pop. X p. 204 ff.


Es war einmal ein Mann, der hatte eine Schwester, und seine Schwester hatte einen Sohn. Die Beschäftigung dieses Mannes war das Diebshandwerk. Eines Tages sagte [der Neffe] zu ihm, d.h. zu seinem Onkel: »Ich möchte auch mit dir auf das Stehlen ausgehen.« »Liebes Kind«, sagte der Onkel, »du bist noch zu klein, du kannst nicht mit mir kommen.« – »Doch, ich will mitgehen.« – »Dann auf, lass uns gehen«, sagte der Onkel, und sie machten sich auf, um auf einen Diebstahl auszugehen.

Als sie ihres Weges zogen, sahen sie eine Störchin, die auf ihren Eiern brütete. Da sagte der Neffe zum Onkel: »Wohlan, wir wollen sehen, Onkelchen, ob du imstande bist, auf den Baum zu steigen und ein Ei unter der Störchin hinweg zu stehlen, ohne dass sie es merkt?« »Jawohl, ich kann es«, antwortete der Onkel und stieg auf den Baum. Der Knabe stieg ihm aber nach und stahl ihm die Hosen[241] von den Beinen herunter, ohne dass er es merkte. Auch der Onkel stahl unter der Störchin ein Ei hinweg, ohne dass diese es merkte. Als dann der Onkel herabstieg, sagte der Neffe zu ihm: »Warum, Onkelchen, bist du von Hause ohne Hosen weggegangen?« »Wie?« fragte dieser, »ich habe keine Hosen?« »Wo sind sie denn?« fragte der Neffe. Da sah der Onkel hin, und in der That, seine Hosen waren nicht an den Beinen. Da begann er zu lachen und sagte: »Jetzt weiss ich, dass du dich zum Diebshandwerk eignest.«2

In derselben Nacht gingen sie nach dem Schatze des Sultans, trugen weg, soviel sie konnten, und auch in der folgenden gingen sie dahin. Die Wächter patrouillierten zwar, bemerkten sie aber nicht. Nun überlegten sie und beratschlagten, wie sie die Diebe packen sollten. Da stand einer von den Ratsherren auf und sagte: »Grabet einen Graben rings um das Schatzhaus herum und füllet ihn mit Pech; so wird ein jeder, der kommt, bis an den Hals einsinken und stecken bleiben.« Der Knabe bekam aber Wind von diesem Plane, und als sie in der Nacht kamen, um ins Schatzhaus einzubrechen, sagte er zu seinem Onkel: »Sonst bin ich immer vorangegangen; diese Nacht gehe du voran.« Sein Onkel ging heran, versank aber bis an den Hals. Da trat er auf den Kopf seines Onkels, kam so hinüber, füllte dann seinen Sack, trat dann wieder auf den Kopf seines Onkels3 und kam herüber. Hernach legte er den Sack nieder, zog das Schwert, hieb seinem Onkel den Kopf ab, legte ihn in einen Beutel und brachte ihn seiner Mutter. Als diese [den Kopf] sah, fing sie an zu weinen.[242] Er aber sagte zu ihr: »Sieh zu, dass du mit deinem Geschrei aufhörst, damit die Leute nicht aufwachen, wo nicht, geselle ich dich ihm bei.«

Als sie früh aufstanden, siehe, da steckte ein Mensch im Graben, aber mit abgeschlagenem Kopfe. Da gaben sie sich Mühe zu erfahren, wer es wäre, aber sie erfuhren es nicht. Sie hielten dann einen Rat ab und sagten: »Lasset den Leichnam diese Nacht unbestattet liegen; derjenige, dem er angehört, wird gewiss in der Nacht nach ihm kommen.« Er wurde herausgenommen, und vor ihm wurden Wächter aufgestellt. Der Neffe nahm nun seine Eselin, setzte sich abseits von den Wächtern nieder und begann auf der Flöte zu spielen. Da riefen ihn die Wächter und sagten: »Komm her, setze dich hierher zu uns und spiele auf der Flöte, damit wir uns die Zeit vertreiben.« »Ich komme nicht«, erwiderte er, »ich fürchte, dass der Leichnam da noch meine Eselin stiehlt.« »Wie sollte ein Leichnam stehlen?« fragten sie. »Dann werdet ihr sie stehlen«, erwiderte er. »Gut«, sagten sie, »wenn deine Eselin wegkommt, geben wir dir tausend Piaster.« Da stand er auf, ging zu ihnen und begann auf der Flöte zu spielen [und spielte], bis sie alle einschliefen. Als sie eingeschlafen waren, stand er auf, band den Leichnam an die Eselin, und da diese [an den Weg] nach Hause gewöhnt war, liess er sie laufen, und sie ging nach Hause. Darauf hüllte er sich in seinen Mantel und legte sich hin. Als sie aufwachten, siehe, da war die Eselin des Mannes weg, und auch der Leichnam war weg. Sie begannen mit einander darüber zu sprechen, und da erwachte er. »Was ist los?« fragte er. »Deine Eselin ist weg«, antworteten sie, »und auch der Leichnam ist weg.« »Als ich euch sagte«, versetzte er, »dass ihr meine Eselin stehlen werdet, sagtet ihr: ›nein‹. Nun verlange ich die mir versprochene Summe.« Aus Furcht gaben sie ihm die tausend Piaster, worauf er nach Hause ging und seinen Onkel bestattete.[243]

Als der Gouverneur4 aufstand, sperrte man die Wächter ein; er wusste aber nicht, was er gegen den Dieb beginnen sollte. Man beratschlagte dann, wie man ihn packen sollte, und sagte: »Bringet ungefähr hundert Goldstücke und streuet sie im Schlosshofe aus. Wer sich nach ihnen herab bückt, der ist der Dieb.« Aber er bekam Wind von ihrem Plane. Er machte sich ein Paar Schuhe mit Sohlen aus Pech, ging auf den Schlosshof, und alle jene Lire blieben an seinen Füssen haften. Als sie sahen, dass sich kein Mensch gebückt hatte, und die Lire trotzdem weg waren, waren sie wie betäubt und wussten nicht, was sie sagen sollten. »So geht es auch nicht«, sagten sie, »sondern schmücket eine Kameelin aus und führet sie in den Strassen umher. Wer kommt und sie anfasst, der ist der Dieb.« Da führten sie eine Kameelin umher, und auch er begann hinter ihnen einherzugehen, bis sie an die Thür seines5 Hauses kamen. Als sie an der Thür seines Hauses ankamen, nahm er die Kameelin und führte sie ins Haus. Die Leute, welche die Kameelin führten, ergriffen sofort eine Handvoll Indigo und klatschten ihn an die Thür, dann eilten sie voller Erregung zum Gouverneur und sagten: »Wir haben den Dieb gesehen.« Was that er aber? – Er nahm Indigo und klatschte ihn an alle Thüren des Quartiers. Als dann die Soldaten in das Quartier kamen, sagten sie zu den Leuten, die die Kameelin geführt hatten: »Kennt ihr das Haus?« »Wir haben ein Zeichen daran gemacht«, sagten sie. Als sie aber hinkamen, sahen sie, dass das Zeichen sich an allen Thüren des Quartiers befand. »Was nun?« fragten sie. »Wir wissen nicht«, antworteten sie und kehrten wie betäubt nach Hause zurück.6

Da kam eine alte Frau zum Sultan und sagte zu ihm: »Was giebst du mir, wenn ich dir jetzt vom Fleische der[244] Kameelin bringe?« »Ich gebe dir, was du willst«, antwortete er. Da ging die alte Frau zur Mutter des Diebes und sagte: »Schönen Gruss, Schwester! Meine Tochter ist krank, und man sagte, dass sie mit dem Fleische einer Kameelin geheilt werden kann. Man sagt auch, dass ihr welches habet.« Seine Mutter gab ihr dann etwa zwei Fleischstücke, sie nahm sie und ging heraus. Da kam aber der Sohn und sah sie mit Fleisch von der Kameelin herausgehen. »Was hast du da, Mütterchen?« fragte er sie. »Ich nahm von meiner Schwester ein Stückchen Fleisch von einer Kameelin als Medizin«, sagte sie. »Aber warum hat sie dir nur so wenig gegeben?« »Es ist genug, Gevatter«, sagte sie. »Tritt doch ein«, sagte er wieder, »es handelt sich nicht um das Leben. (?) Ich will dir noch einiges geben.« Sie schrie: »Es ist genug, es ist genug«; er aber sagte: »Nein, vorwärts.« Da schob er sie hinein und sagte zur Mutter: »Heize tüchtig den Ofen, ich habe mit dir ein Wort zu reden.« Die Mutter heizte ordentlich den Ofen, dann nahm er die Alte, steckte sie in den Ofen und legte den Deckel auf die Öffnung. Dann sagte er zur Mutter: »Du Hyäne, wie bist du doch meine Feindin; wie konntest du nur das thun. Sobald diese nur von hier herausgekommen wäre, wäre sie stracks zum Gouverneur gegangen.« »Ich wusste es nicht«, erwiderte sie. »Dann sieh zu, dass du das nicht noch einmal thust.«

Beim Gouverneur wartete man auf die Alte, aber sie kam nicht. Da hörte der Pascha von Baghdad von dem Diebe und schickte einen Schmähbrief an den Pascha von Mossul des Inhaltes: »Was für eine Sorte von Pascha bist du, dass du nicht einmal einem Diebe gewachsen bist?« Der Pascha von Mossul nahm sich das sehr zu Herzen und liess durch einen Ausrufer in der Stadt bekannt machen: Wer auch immer der Dieb sein mag, der sage: »Ich bin es«, und alle Dinge, die er mir gestohlen hat, sollen sein Eigentum bleiben, und was er jetzt und von jetzt ab von mir verlangen sollte,[245] das will ich ihm gewähren, wenn er nur sagt: »Ich bin es.« Da kam der Dieb zum Pascha und sagte: »Väterchen, ich bin der Dieb, und nun, willst du, töte mich, willst du, lass mich frei.« »Ich will dich vielmehr noch beschenken,« erwiderte der Pascha, »nur sollst du nach Baghdad gehen und dem Pascha von Baghdad einen Streich spielen.« »Was giebst du mir, wenn ich ihn dir in eigener Person bringe?« fragte der Dieb. »Dann sollst du meine Tochter und die Hälfte meines Reichs bekommen.«

Der Dieb machte sich auf und ging nach Baghdad. Daselbst angekommen, kaufte er sich ein feines Bocksfell, nahm dann ungefähr zweihundert Glöckchen, band ein jedes Glöckchen an eine Locke und zog sich das Fell an. Des Nachts ging er dann zum Pascha von Baghdad hinein und schüttelte sich, so dass der Pascha aufwachte. »Wer ist das?« fragte er. »Ein Engel, der deine Seele holen soll«, antwortete der Dieb. »Um Gottes- und deinetwillen«, bat der Pascha, »lass nur noch diese Nacht von mir, damit ich mein Testament machen kann; in der folgenden Nacht kannst du mich dann holen.« »Ich will diese Nacht noch von dir lassen«, sagte der Dieb, »setze morgen dein Testament auf und mache dich bereit. Lass dir auch einen Sarg machen; dann will ich in der nächsten Nacht kommen, dich hineinlegen und ins Himmelreich tragen.« Darauf verliess er ihn und ging hinaus.

Als der Morgen anbrach, stand der Pascha traurig und ängstlich vom Schlafe auf. Die Ratsherren kamen zusammen und fragten ihn: »Warum bist du so traurig und ängstlich?« »Ich werde in der kommenden Nacht sterben«, sagte er; »ein Engel ist zu mir gekommen und wollte meine Seele holen. Doch ich bat ihn und sagte ihm: ›Lass mich noch diese Nacht bis morgen, damit ich meine Geschäfte abwickle und mein Testament mache; komm dann in der nächsten Nacht und hole meine Seele.‹« Sie sagten zu ihm: »Fürchte dich nicht, es ist nur ein Traum; es hat nichts zu bedeuten.«[246] Schliesslich machten sie sich daran, ihn zu zerstreuen, und darüber ging die Sonne unter, und er legte sich schlafen, ohne seine Geschäfte abgewickelt zu haben. Um Mitternacht kam der Dieb wieder, trat zu ihm herein und schüttelte sich. »Wer bist du?« fragte ihn der Pascha. »Ich bin ein Engel«, sagte er, »und will deine Seele holen.« Da begann er zu flehen und zu bitten: »Um Gottes- und deinetwillen, die Leute liessen mich gestern durchaus nicht meine Geschäfte besorgen; lass nur noch diese Nacht von mir, morgen will ich meine Geschäfte abwickeln und dann komm und hole mich.« »Abgemacht, Gott zu Liebe will ich auch noch diese Nacht von dir lassen«, sagte der Dieb und liess ihn da und entfernte sich.

Am folgenden Tage stand der Pascha früh auf, begann sein Testament zu machen und schickte nach Tischlern; die machten ihm einen Sarg, und er stellte ihn in seinem Zimmer auf. Die Leute redeten in ihn hinein: »Es ist nur ein Traum, gieb nichts auf ihn.« Aber er sagte immer: »Nein, ich werde sterben, ihr wisset es nicht.« Als dann der Abend anbrach, ging er aus Betrübnis ohne Abendessen zu Bett. Um Mitternacht trat der Dieb ein, stellte sich ihm zu Häupten und schüttelte sich. »Hast du dich vorbereitet?« fragte er ihn. »Jawohl«, antwortete er. »Dann steh auf, nimm Zehrung auf den Weg mit und lege dich in den Sarg.« Er stand auf, nahm ein wenig Kost und legte sich in den Sarg, worauf der Dieb diesen verschloss, ihn auf den Rücken nahm und wegging.

Nach einigen Tagen kam er nach Mossul. Aber schon unterwegs hatte er dem Pascha folgende Verhaltungsmassregeln gegeben. »Pass' auf, was ich dir sage«, sagte er zu ihm. »Wenn wir vor Gott treten, thue das, was ich dir sage; wo nicht, stecke ich dich in die Hölle.« »Was habe ich zu thun?« fragte der Pascha. »Wenn ich dir zurufe: ›kutsch, kutsch‹,« antwortete der Dieb, »dann belle wie ein Hund, und wenn ich: ›pisch, pisch‹ rufe, dann miaue wie eine Katze, und wenn ich: ›tischo, tischo‹ rufe, dann yae[247] wie ein Esel. Alles, was ich dir sage, musst du thun, sonst stecke ich dich in die Hölle.« »Schön« antwortete der Pascha.

Als er in Mossul ankam, trug er ihn stracks in den Sitzungssaal des Pascha, trat ein und setzte ihn mitten im Saale nieder. Dann rief er: ›kutsch, kutsch‹, und jener begann zu bellen wie ein Hund. Dann rief er: ›tischo, tischo‹, da begann er zu yaen wie ein Esel. Dann rief er: ›pisch, pisch‹, da begann jener zu miauen wie eine Katze; kurz, er that alles, was er ihm sagte. Als sie sich über ihn genügend lustig gemacht hatten, hob er den Deckel des Sarges ab und liess ihn herausgehen. Als der Pascha draussen war, sah er, dass es das Schloss von Mossul und der Pascha des Conseils von Mossul war. Nun sagte dieser zu ihm: »Sieh, das ist der Dieb, dessentwegen du an mich einen Schmähbrief geschrieben hast. Dabei hat er mir nur einige Gegenstände geraubt; siehe, wie er dich selbst gestohlen hat.« In dem Augenblicke platzte der Gouverneur von Baghdad, fiel hin und starb. Der Pascha von Mossul gab dann seine Tochter dem Diebe und liess ihm ein Schloss bauen, in dem er Wohnung nahm.7

1

Ein merkwürdiger Zufall ist es, dass diese und die vorhergehende Geschichte auch in den Werken des vorher erwähnten deutschen Dichters in dramatischer Form beisammenstehen. Oder vielleicht ist es insofern nicht ganz zufällig, als beide Geschichten sich auch in den »Sieben weisen Meistern« finden.

2

Speziell zu diesem Zuge vgl. PRSOC, ṬAbd. II p. 408 unter 'Âjis und ausser der hier citierten Geschichte aus HEBEL'S Schatzkästlein (Die drei Diebe) auch RADLOFF a.a.O. Zum Nestbestehlen allein s. BENFEY, KlSchr. III p. 122, JbromengL. VII p. 31 und 33, und RIVIÈRE a.a.O.

3

Nach B.

4

Der Sultan wird nachher bis zum Pascha von Mossul degradiert.

5

Im Texte: »ihres«.

6

Dieselbe List, die Ali Baba's Sklavin gegen die 40 Räuber anwendet; vgl. auch DUNLLIEBR., Prosadichtt. p. 227 a.

7

Zu diesem letzten Streich vgl. GRIMM, KHM No. 192 (»Der Meisterdieb«) Ende, PRSOC., ṬAbd. das., Germ. XIV p. 90 und LESKBR., LitVlM. das.

Quelle:
Lidzbarski, Mark (Hg.): Geschichten und Lieder aus den neuaramäischen Handschriften. Weimar: Verlag von Emil Felber, 1896, S. 240-248.
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