Algarve

[315] Algarve (arab. El Gharb, d.h. »gegen Abend gelegenes Land«), die südlichste und kleinste Provinz von Portugal mit dem Titel eines Königreichs, grenzt im N. an die Provinz Alemtejo, im O. an Spanien, wird im S. und W. vom Meer bespült und ist 4850 qkm (88 QM.) groß mit (1900) 254,851 Einw. (52 auf 1 qkm). Die Provinz bildet nur einen Distrikt und hat Fáro zur Hauptstadt. – A. umfaßte anfangs auch die spanische Südküste und die gegenüberliegende Nordafrikas. Um 1212 eroberte Sancho I. einen Teil des damals noch unter maurischer Herrschaft stehenden Landes mit der festen Stadt Silves; aber erst 1251 vollendete Alfons III. die Eroberung Algarves. Zwar beanspruchte Spanien eine Art von Oberhoheit über das Land, doch 1253 ward A. als besonderes Königreich mit Portugal vereinigt. Vgl. v. Maltzan, Reise durch das Königreich A. (Frankf. 1880).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 315.
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