Arcŏle

[731] Arcŏle, Flecken in der ital. Provinz Verona, Distrikt San Bonifacio, am Alpone, einem linken Nebenfluß der Etsch, südöstlich von Verona in Sümpfen gelegen, mit (1901) ca. 1700 Einw., denkwürdig durch die Schlacht vom 15.–17. Nov. 1796 zwischen den Franzosen unter Bonaparte und den Österreichern. Anfang November erschien der österreichische Feldzeugmeister Baron Alvinczy in Italien, um den in Mantua eingeschlossenen General Wurmser zu entsetzen und sich mit dem General Davidowitsch zu vereinigen. Dies zu hindern, ließ Bonaparte das über 25,000 Mann zählende Heer Alvinczys 6. Nov. durch Augereau und Masséna angreifen und zog, als dieser Angriff abgeschlagen war, selbst mit etwa 20,000 Mann den Österreichern entgegen. Am 15. Nov. griff Augereau die Alponbrücke bei A. an, vermochte aber den Übergang nicht zu erzwingen; und Bonaparte selbst, der, die Fahne in der Hand, den Truppen voranstürmte, geriet, von den Fliehenden fortgerissen und in den Sumpf gestürzt, in persönliche Gefahr. Auch der blutige Kampf des 16. Nov. führte zu keinem andern Ergebnis. Aber in der Nacht überschritten die Franzosen auf einer neugeschlagenen Brücke den Alpon unweit seiner Mündung. Die Folge dieser Umgehung und eines entscheidenden Angriffs, den Bonaparte am Nachmittag des 17. Nov. unternahm, war der Rückzug der Österreicher; sie hatten 6200, die Franzosen 4500 Mann verloren. Damit war der dritte Versuch zur Entsetzung Mantuas gescheitert.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 731.
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