Augenwinkelfalte

[111] Augenwinkelfalte (Mongolenfalte), am Auge des Ostasiaten, besonders des Japaners, eine sichelförmige Hautfalte, die sich am innern Augenwinkel in schiefer Richtung vom obern Augenlid über das untere zieht, wodurch der Eindruck hervorgerufen wird, als ob die Augen schief stehen. Diese Erscheinung wird durch den flachen Bau der Gesichts-, besonders der Nasenknochen bedingt (auch die Bildung der knöchernen Augenhöhle soll nach Regalia dazu beitragen) und ist eine charakteristische Eigentümlichkeit der mongolischen Rasse, kommt indessen auch mehr oder minder deutlich ausgebildet bei andern Rassen vor, selbst vorübergehend bei Kindern der Europäer. Als angeborne bleibende Mißbildung heißt die A. hier Epicanthus.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 111.
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