Bernardīno

[712] Bernardīno (San B., deutsch St. Bernhardin), Paß der Graubündner Alpen (2063 m), in der Einsenkung zwischen Tambohorn und Adula, verbindet die graubündnerischen Täler Val Rhin (Rhein wald) und Val Mesocco (Misox), d. h. Bodensee und Lago Maggiore. Die Paßstraße, 1818–23 erbaut. führt von Thusis bis Rovereto 88 km weit. Aus dem kleinen Moësolasee, neben dem das Bergwirtshaus steht, entspringt die Moësa (s. Mesocco). In älterer Zeit Vogelberg genannt, erhielt der Berg seinen jetzigen[712] Namen nach dem heil. Bernhardin von Siena, der zu Anfang des 15. Jahrh. in jenen Tälern predigte, und dem am Südfuß des Passes eine Kapelle am Sauerbrunnen geweiht wurde. Aus dieser Gründung entstand in der obersten Talstufe des Val Mesocco (1626 m ü. M.) der heutige Badeort San B. (Sambernardino) mit einem gipshaltigen Eisensäuerling.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 712-713.
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