Bienenfresser

[838] Bienenfresser (Meropidae Gray), Familie der Klettervögel, prachtvoll gefärbte Vögel mit gestrecktem Körper, überkopflangem, sanft gebogenem Schnabel, sehr kurzen Läufen, langen Zehen, langen spitzen Flügeln und gerade abgeschnittenem, gegabeltem oder sanft gerundetem Schwanz, dessen beide Mittelfedern sich bei vielen Arten verlängern. Die B. bewohnen meist die warmen Länder der Alten Welt, die nördlicher wohnenden wandern; alle sind höchst gesellig, nähren sich von Kerbtieren, nisten gesellig in Höhlen, die sie in steil abfallenden Erdwänden graben, und legen auf den bloßen Sand 4–7 Eier. In der Gefangenschaft sind sie nicht zu erhalten. Die einzige europäische Art, der Bienenfresser (Bienenfänger, Bienenvogel, Bienenwolf, Heuvogel, Seeschwalm, Merops apiaster L), ist 26 cm lang, sehr bunt gefärbt, bewohnt Südeuropa, Vorder- und Südasien, er durchstreift ganz Afrika, brütet aber selten nördlich der Pyrenäen und der Alpen. Die Eier (s. Tafel »Eier I«, Fig. 2) sind glänzend weiß. Seine Hauptnahrung sind stechende Insekten, und er plündert häufig Bienenstöcke. In Griechenland schießt man ihn wegen seines schmackhaften Fleisches.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 838.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: