Camphuysen

[729] Camphuysen (spr. kamo-heu-), 1) Dirk Raselsz, niederländ. Dichter, geb. 1586 in Gorinchem, gest. 9. Juli 1627 zu Dokkum in Friesland, studierte in Leiden Theologie, wurde zuerst Lehrer, später (1616) Prediger in dem Dorfe Bleuten bei Utrecht, als Arminianer aber aus seinem Amt vertrieben und (1619) verbannt; er führte nun ein unstetes Leben, bis er zu Dokkum in Friesland ein Asyl fand. Seine Gedichte »Stichtelijke rijmen« (Hoorn 1625, später vermehrt und mehr als 3019al neu herausgegeben), zum großen Teil erbaulicher Natur, zeichnen sich durch innere Wahrheit aus und sind einfach und kräftig gehalten. Ferner verfaßte er eine »Uitbreyding over de Psalmen Davids« (Amsterd. 1630) und drei Teile »Theologische wercken« (das. 1640). Sein Lebensbild schrieb J. C. Kindermann (Herzogenbusch 1852, 2 Bde.).

2) Raphael, niederländ. Maler, Neffe des vorigen, geb. 1598 in Gorkum, war in Amsterdam tätig, wo er 1657 starb. Er hat meist Mondscheinlandschaften gemalt. Zwei befinden sich in der Dresdener Galerie.

3) Govaert, niederländ. Maler, Bruder des vorigen, geb. 1623 in Gorkum, gest. 1672 in Amsterdam, malte Landschaften mit Vieh und Interieurs von Rinderställen und Bauernhöfen. Bilder von ihm befinden sich in den Museen von Brüssel, Petersburg (Eremitage) und Kiel.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 729.
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