Castelnaudary

[803] Castelnaudary (spr. -no-), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Aude, auf einer Anhöhe über dem Canal du Midi, der hier ein großes Hafenbecken bildet, Knotenpunkt an der Südbahn, hat ein Collège, ein Handelsgericht, eine Bibliothek und (1901) 8006 Einw., die Fabrikation von Tonwaren, grobem Tuch, Schiffbau und Handel mit Bauholz, Getreide und Mehl betreiben. – C. war das Sostomagus der Römer, eine der ältesten Städte des südlichen Gallien, wurde im 5. Jahrh. von den Westgoten zerstört und unter dem Namen Castrum novum Arianorum (woraus der jetzige Name entstanden ist) wieder aufgebaut. Es wurde dann die Hauptstadt der Grafschaft Lauragais. Hier lieferten sich im Albigenserkrieg Raimund von Toulouse und Simon von Montfort 1212 eine blutige Schlacht. 1355 vom Schwarzen Prinzen verbrannt, wurde C. 1366 wieder aufgebaut. Am 1. Sept. 1632 erlitt bei C. der Herzog von Orléans durch die königlichen Truppen unter Marschall Schomberg eine schimpfliche Niederlage.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 803.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: